
Die Forschungsstelle zur Rezeption und Didaktik deutschsprachiger Literaturen in nichtdeutschsprachigen Ländern ist Bestandteil des Instituts für deutsche Sprache und Literatur
Leiter: Prof. Dr. phil. Michael Baum
Begründer der Forschungsstelle: Prof. Dr. phil. habil. Dr. h.c. mult. Hans-Christoph Graf v. Nayhauss
Stellvertreterin: Akad. OR’in Dr. phil. Beate Laudenberg,
Wissenschaftlicher Beirat und sprach- und kulturraumzugeordnete Koordinatoren: Zuständig für den anglo-amerikanischen Raum: Prof. Dr. Michael S. Batts (British Columbia University, Vancouver, Canada); zuständig für die USA: Prof. Dr. Manfred Durzak (Universität Paderborn); zuständig für den südostasiatischen Raum: Prof. Dr. Zhu Jianhua, Tongji-Universität Shanghai, China; Prof. Dr. Kwang-Sook Lee, Seoul National University Seoul, Korea; Prof. Dr. Yoshito Takahashi, (Kyoto-Universität) Japan; Prof. Dr. Pornsan Watananguhn, (Chulanlongkorn University of Bangkok) Thailand; zuständig für den osteuropäischen Raum: Prof. Dr. Norbert Honsza (Universität Wroclaw); für den arabisch-sprechenden Raum: Prof. Dr. Moustafa Maher (Sprachen-Fakultät Alsun der Ain Schams-Universität, Kairo) und Prof. Dr. Aoussine Seddiki, (Es Senia-Universität Oran); für das südliche Afrika: Prof. Dr. Carlotta von Maltzan, University of Stellenbosch; zuständig für die Türkei: Prof. Dr. Fatma Erkman-Akerson (Yeditepe Universität Istanbul); für Lateinamerika: Prof. Dr. Dieter Rall (Universität Mexico City); für Australien und den Pazifik: Prof. Dr. Gerhard Fischer (University of New South Wales, Sydney, Australia)., für den indischen Subkontinent: Doz. Dr. M. Natarajan, (Universität Varanasi (Benares)), Indien)
Mitarbeiter(innen): Prof. Dr. Michael Baum, Prof. Dr. Frank Kostrzewa, Prof. Dr. Maria Eva Brunner, Wiss. Angst. Mehemet Sait Kont, Akad.OR`in Dr. Beate Laudenberg, Prof. i.R. Dr. habil. Dr. h.c.mult. Hans-Christoph Graf v. Nayhauss, Wiss. Angest. Dr. Virginia Teichmann.
Kurzdarstellung des Projekts
Das Projekt der Forschungsstelle zielt darauf ab zu ermitteln, was an deutschsprachigen Literaturen warum, zu welchem Zweck und wie in nichtdeutschsprachigen Ländern von wem rezipiert wird. Das Vorhaben soll einerseits die Auslandgermanistik dazu anregen, bei germanisti¬schen Arbeitsthemen von Magister-, Diplom- und Doktorarbeiten stärker als bisher die Rezeptionsbedingungen und -muster des jeweiligen eigenen Landes zu aktualisieren. Andererseits erhält die Literaturauseinandersetzung in den deutschsprachigen Ländern durch die Auslandsgermanistik selbst neue Antworten auf die Verstehensherausforderungen literarischer Texte. Einer Literaturdidaktik, die sich als Rezeptionswissenschaft versteht, ist die Untersuchung des Verstehens, seiner Bedingungen und Bestimmungen, eine wesentliche Aufgabe. Gerade an der fremdkulturellen Literaturrezeption lassen sich besonders deutlich die Bedingungen erkennen, die bei der Auswahl, der Interpretation und der Literaturvermittlung auch von der einheimischen Literaturdidaktik immer wieder neu reflektiert werden müssen. Eine Literaturdidaktik, deren Aufgabe es ist, die Möglichkeiten, die die Fachwissenschaften für die Analyse und Entwicklung unserer Gesellschaft und ihres Selbstverständnisses in der Gegenwart bereitstellen, in ihrem Verhältnis zur Wirklichkeit zu klären und im Blick auf die Bewältigung der Aufgaben in der Zukunft zu strukturieren, steht in der Pflicht, die Geltungsansprüche literarischer Texte als kulturelle Zeugnisse, als kulturell Ererbtes, zu beurteilen. Dazu bedarf es der Vergleichsmöglichkeiten, der Beurteilungsmaßstäbe sowie der Kenntnisse des eigenen, des europäischen und außereuropäischen Horizontes.
Um vergleichen zu können, wurden Themen von Magister-, Doktor- und Habilitationsarbeiten aus nichtdeutschsprachigen Ländern gesammelt und in einer fortlaufend zu ergänzenden Bibliographie dokumentiert. Dabei wurden Themen berücksichtigt, die der jeweils eigenen kulturellen Perspektive verpflichtet sind und nicht nur das wiederholen, was im deutschsprachigen Raum schon bearbeitet worden ist.
Eine 1992 im Iudicium-Verlag erschienene Dokumentation zur Rezeption und Didaktik deutschsprachiger Literaturen in nichtdeutschsprachigen Ländern war der erste Schritt zu einer Art Themenbank bei der Vergabe wissenschaftlicher Arbeiten. Eine solche Dokumentation kann ebenfalls als Materialbasis für den Vergleich und die Präzisierung didaktischer Zielvorstellungen bei der Vermittlung deutsch¬sprachiger Literaturen im Ausland dienen. Wenn der Blick frei wird für die Psyche des Anderen, der Fremdkultur, für die fremde Mentalität, dann kann ermittelt werden, ob die deutsche Didaktik den fremden Mentalitäten gerecht oder eine eigene Didaktik fremder Mentalitäten notwendig werden wird.
Die Dokumentation als Austauschbasis und empirische Grundlage des Projekts hat einerseits in Auswahl ihren Platz als Extrateil im Jahrbuch für Internationale Germanistik, andererseits ist sie als Teil- und Gesamtbibliographie alphabetisch nach Ländern geordnet abrufbar über
http://home.ph-karlsruhe.de/projekte/delit/docs/