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Institut für deutsche Sprache und Literatur

Studie zur Wirksamkeit des Sprach-und Bewegungsförderprogramms „Fußball trifft Kultur“ für Kinder mit Migrationshintergrund

 

Jun.Prof. Dr. Johanna Fay

(Institut für deutsche Sprache und Literatur, Pädagogische Hochschule Karlsruhe)

Jun.Doz. Dr. Rolf Schwarz

(Institut für Bewegungserziehung und Sport, Pädagogische Hochschule Karlsruhe)

 

„Fußball trifft Kultur“ ist ein Förderprogramm für Kinder mit Migrationshintergrund im Alter von 8 bis 11 Jahren mit dem Ziel, über eine Steigerung der Sprachkompetenz und des Selbstkonzepts die Bildungs- und Entwicklungschancen der Kinder zu erhöhen. Mehrere Fußballvereine der ersten Bundesliga, kommunale Träger, Stiftungen und der gemeinnützigen Gesellschaft ‚LitCam‘ (Literacy Campaign) ermöglichen derzeit die – von den Medien aufmerksam begleitete – Umsetzung des Programms in Städten wie Stuttgart (VfB), Frankfurt (Eintracht und 1. FFC), Hamburg (HSV), Berlin (Hertha) und Gelsenkirchen (Schalke 04). In der Wirksamkeitsstudie von Schwarz und Fay (PH Karlsruhe) wird speziell das Programm in Frankfurt evaluiert.

Ausgangspunkt des Förderprogramms „Fußball trifft Kultur“ ist die Tatsache, dass der sozioökonomische Hintergrund von Kindern, insbesondere ein Migrationshintergrund, in Deutschland nach wie vor die ausschlaggebende Einflussgröße bei der Voraussage des Bildungserfolges ist: SchülerInnen mit Migrationshintergrund erzielen im OECD-Durchschnitt 52 Punkte weniger als solche ohne Migrationshintergrund. Durch eine Kombination von Bewegungsförderung durch Fußballtraining, Sprachförderung und kulturellen Angeboten soll den schwachen Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund entgegengewirkt werden. Konkret geht es um eine Verbesserung in den Bereichen

(1) Prosozialität (verbesserte Kooperation, geringere Aggression), (2) Sprachkompetenz (Lesen, (Recht-)Schreiben, kommunikative Fähigkeiten) (3) Integration und Klassenklima, (4) Selbstwert und Selbstvertrauen, (5) Selbstregulation sowie (6) die Schulleistungen allgemein.

In einer Längsschnittuntersuchung mit klassischem Pre-Post-Design werden nunmehr rund 120 Kinder verteilt über drei Frankfurter Grundschulen in ihrer Leistungsentwicklung wissenschaftlich untersucht. Dabei werden alle Fähigkeitsbereiche sowohl in den Treatment-Gruppen (TeilnehmerInnen des Förderprogrammes) als auch in zwei schulinternen und einer schulexternen Kontrollgruppe in einem halbjährlichen Abstand mittels standardisierter Messverfahren diagnostiziert. Die Studie startet mit dem ersten Messzeitpunkt im August 2011 und endet mit dem dritten Messzeitpunkt im Juni 2012.

Je nach Evaluationsergebnis ist eine fundierte wissenschaftliche Modifikation des Förderprogramms angedacht.

 

Das Projekt wird von der gemeinnützigen Gesellschaft ‚LitCam‘ (Literacy Campaign, Frankfurter Buchmesse) gefördert.

 

 

 

Stand: 01.06.2011

 

 
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