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Institut für Psychologie

Forschung

Bezugsnormorientierungen von Lehrerinnen und Lehrern: Kenntnis und Anwendung unterschiedlicher Vergleichsmaßstäbe für die Beurteilung von Schülerleistungen (T. Abele)

Entwicklung von Aufteilungsgerechtigkeit - Prof. Dr. Jutta Kienbaum

Das Projekt "Entwicklung von Aufteilungsgerechtigkeit" befasst sich mit der experimentellen Untersuchung von intuitiven Gerechtigkeitsentscheidungen im Kindes- Jugend- und Erwachsenenalter. Im Zentrum steht die Frage, an welchen Kriterien (Gleichaufteilung, Bedürftigkeit, Anstrengung) sich Menschen verschiedenen Alters intuitiv orientieren, wenn sie eine gerechte Aufteilung treffen sollen. Erste Ergebnisse aus Deutschland zeigen deutliche Unterschiede zwischen Jugendlichen aus Hauptschule und Gymnasium und keine Unterschiede zwischen gleichaltrigen Jugendlichen aus Südtirol, einem Land mit einem nicht-selektiven Schulsystem. Diese Resultate weisen auf die große Bedeutung des sozialisatorischen Umfeldes für die Entwicklung von Aufteilungsentscheidungen hin (Kienbaum & Schuhrke, 2010).

Im Raum Karlsruhe werden aktuell folgende Studien durchgeführt:

1.   Im Sommer 2011 wurde eine Längsschnittstudie mit Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse und ihren Eltern gestartet. Untersucht wurde, an welchen Kriterien sich die Kinder und Eltern orientieren, wenn sie eine gerechte Aufteilung treffen, und ob die Kriterien von Kindern und Eltern übereinstimmen. Im Sommer 2013 werden die Kinder ein zweites Mal untersucht, um zu prüfen, ob und wenn ja welche Änderungen in diesem Zeitraum eingetreten sind.

2.  Seit dem Wintersemester 2011/2012 wird ein Vergleich von Schulkindern der vierten und achten Klassen durchgeführt. In beiden Altersgruppen wird der Frage nachgegangen, ob ein Zusammenhang zwischen der Überzeugung, dass es auf der Welt und im eigenen Leben gerecht zugeht (sog.Glaube an die gerechte Welt), und dem Treffen von Aufteilungsurteilen existiert. Vermutet wird, dass ein starker Gerechte-Welt-Glaube mit einer Bevorzugung des Kriteriums der Anstrengung einhergeht. Daneben ist von Interesse, ob sich die beiden Altersgruppen im Gerechte-Welt-Glauben unterscheiden und ob Gerechte-Welt-Überzeugungen von Eltern und ihren Kindern Ähnlichkeiten aufweisen.  

 
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