Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Pädagogische Hochschule Karlsruhe und Karlsruher Institut für Technologie entwickeln gemeinsames Eignungsfeststellungsverfahren für Lehramtsstudierende. Der dreistufige Check für das Bachelor-Studium eröffnet Studierenden die Möglichkeit, sich selbst und den Beruf eines Lehrers bzw. einer Lehrerin besser kennenzulernen.

Studierende in einem Seminarraum. Archivfoto: Stefan Held / Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Studierende in einem Seminarraum. Archivfoto: Stefan Held / Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PH KA) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wollen Lehramtsstudierende noch besser dabei unterstützen, ihr Studium erfolgreich abzuschließen. Dafür entwickeln die beiden Einrichtungen – aufbauend auf jeweils bestehenden Strukturen – ein gemeinsames Eignungsfeststellungsverfahren samt Beratungs- und Qualifizierungsangeboten. Der „Karlsruhe individual Aptitude Check for Teachers“ (KAiAC-T) soll ab dem Sommersemester 2020 zur Verfügung stehen und wird für alle Bachelor-Studierenden im Lehramt – von der Primarstufe über die Sekundarstufe I (PH KA) bis zur Sekundarstufe II (KIT) – verpflichtend sein.

Beratungs- und Qualifizierungsangebote

Der dreistufige Check über sechs Semester umfasst eine Lernplattform mit videogestütztem Self-Assessment zu typischen Szenen aus den Schulalltag, ein interaktives Peer-Assessment in Kleingruppen, das einen fächerübergreifenden Austausch zu Erfahrungen aus den Praktika ermöglicht, sowie eine wissenschaftlich basierte Eignungsreflexion auf Basis eines Assessment-Tagebuchs, die nach Bedarf mit einem individuellen Feedback abschließt. Ergänzt wird der Check durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote, die von speziell ausgebildeten Mentorinnen und Mentoren durchgeführt werden. Die Teilnahme am Eignungsfeststellungsverfahren ist Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Lehramt.

„Mit KAiAC-T geben wir Lehramtsstudierenden frühzeitig die Möglichkeit zur Selbstreflexion über ihre individuelle Eignung als Lehrer oder Lehrerin“, sagt Prof. Dr. Silke Traub, Projektleiterin von KAiAC-T und Leiterin des LehrLernzentrums an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. „Das Eignungsfeststellungsverfahren ist wichtig, damit die Studierenden sich selbst und den Beruf eines Lehrers und einer Lehrerin besser kennenlernen und entscheiden können, ob es der richtige Beruf für sie ist“, so die Professorin für Schulpädagogik.

Wissenschaftlich fundierte Reflexion

„Während des gesamten Bachelorstudiums für Lehramt an Gymnasien reflektieren die Studierenden ihre persönliche Eignung für den Beruf des Lehrers oder der Lehrerin. Zusätzliche Beratungs- und Begleitstrukturen flankieren und erweitern diesen Prozess. So bleibt das Ziel des Lehramtsstudiums – nämlich die Arbeit als Lehrkraft an einer Schule – von Beginn an über das komplette Studium präsent“, sagt Prof. Dr. Alexander Woll, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Lehrerbildung am KIT. „KAiAC-T soll die Lehramtsstudierenden dabei unterstützen, ihren Berufswunsch – basierend auf einer ausführlichen, angeleiteten und wissenschaftlich fundierten Reflexion der Studien- und Berufswahl – zu festigen.“

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium fördert den Aufbau von KAiAC-T über zwei Jahre im Rahmen des Programms „Ausbau der Eignungsfeststellungs-, Beratungs- und Begleitungsstrukturen in der Bachelorphase des Lehramtsstudiums“.

„Ich freue mich sehr, dass wir durch KAiAC-T unsere Zusammenarbeit mit dem KIT in der Lehrerausbildung ausbauen und die Qualität des Lehramtsstudiums kontinuierlich weiterentwickeln“, sagt Prof. Dr. Christian Gleser, Prorektor für Studium und Lehre der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und Vorsitzender der Kommission Lehrerbildung Karlsruhe. Nach Abschluss der Förderphase werden KAiAC-T sowie die Beratungs- und Qualifizierungsangebote an beiden Einrichtungen fortgeführt.

Pressemitteilung als pdf

  regina.schneider@vw.ph-karlsruhe.de