Mit Augmented Reality: PHKA verstärkt ihr Institut für Mathematik durch neue Tenure-Track-Professur

Anwendungsbezogene Mathematik und Augmented Reality sind die Forschungs­schwerpunkte von Dr. Xenia-Rosemarie Reit. Die Mathematikdidaktikerin ist seit Oktober neue Tenure-Track-Professorin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA). Gerade lässt sie eine App entwickeln, mit der Schülerinnen und Schüler mathematische Objekte dreidimensional erkunden können.

Jun.-Prof. Dr. Xenia-Rosemarie Reit. Foto: privat

Jun.-Prof. Dr. Xenia-Rosemarie Reit. Foto: privat

Mathematik ist mit rund 3.500 Jahren eine der ältesten Wissenschaften überhaupt und Grundlage vieler anderer Wissenschaften. Auch für Schülerinnen und Schüler ist sie elementar. Und damit ebenfalls für angehende Lehrerinnen und Lehrer. Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe hat ihr Institut für Mathematik Anfang Oktober durch eine neue Tenure-Track-Professorin für Mathematik und ihre Didaktik verstärkt. Tenure-Track-Professuren richten sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ermöglichen ihnen, nach erfolgreicher Bewährungsphase unmittelbar im Anschluss eine dauerhafte Professur zu erhalten. Berufen wurde Dr. Xenia-Rosemarie Reit.

Die Mathematikdidaktikerin hat bereits in Frankfurt, Duisburg-Essen und Schwäbisch-Gmünd geforscht und gelehrt, ihre Forschungsschwerpunkte sind anwendungsbezogene Mathematik und Augmented Reality. „Durch ihr Forschungsprofil ergänzt Xenia Reit unser Kollegium hervorragend“, sagt Prof. Dr. Sebastian Wartha. „Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Studierenden durch die neue Professur ein noch breiteres Angebot machen können“, so der Leiter des Instituts für Mathematik.

„Anwendungsbezogene Mathematik, also das Modellieren, hat mich schon während des Studiums fasziniert“, erzählt Xenia Reit. „Es ist unglaublich gewinnbringend, Schülerinnen und Schülern an Beispielen aus ihrer Umwelt aufzuzeigen, dass Mathematik das Leben über den Klassenraum hinaus bereichern kann“, so die Wissenschaftlerin. Schülerinnen und Schüler sollten Mathematik im Unterricht nicht nur als Sprache aus Zahlen und Symbolen kennenlernen, sondern darüber hinaus Problemlösungstechniken erlernen, die sie auch im Alltag auf vielfältige Weise einsetzen können“, sagt die neue Tenure-Track-Professorin. „Nach Analogien zu suchen oder etwas in Teilprobleme zu zerlegen, sind Herangehensweisen, die in vielen Bereichen nutzbar sind“, so Reit.

Mathematische Objekte per App dreidimensional erkunden

Ganz neue Möglichkeiten für den Mathematikunterricht bietet der Einsatz von Augmented Reality (AR), also das Zusammenspiel von realer Welt und digitalen Objekten in Echtzeit. „Wenn Schülerinnen und Schüler einen Würfel, Ebenen oder Geraden nicht nur zweidimensional, sondern auch dreidimensional durch die Kamera ihres Smartphones erkunden können, bietet das enorm viel Potenzial für das Lehren und Lernen“, sagt Jun.-Prof. Dr. Reit.

Im Rahmen ihres von der Dr. Hans Messer Stiftung geförderten Projekts „Mathematiklernen mit Augmented Reality“ lässt die Wissenschaftlerin gerade eine Forschungs-App programmieren, mit deren Hilfe solche mathematischen Objekte in das reale Kamerabild von Smartphones ergänzt werden. So können „mathematische Situationen, die sonst nur durch eine Textaufgabe im Schulbuch gegeben sind“ dreidimensional in der realen Umgebung der Schülerinnen und Schüler dargestellt und von ihnen durch die Bewegung der Kamera erkundet werden. Welchen Effekt der Einsatz der AR-App, die kurz vor der Fertigstellung steht, auf das Raumvorstellungsvermögen von Schülerinnen und Schülern hat, will Reit im Rahmen einer Studie untersuchen.

Sich für die verschiedenen Lösungswege von Schülern interessieren

Lehramtsstudierende möchte die Dozentin in ihren Seminaren und Vorlesungen befähigen, „später als Lehrkräfte wirkliches Interesse für das Denken ihrer Schülerinnen und Schüler zu zeigen“. Die verschiedenen Lösungswege der Kinder und Jugendlichen also als Bereicherung anzusehen und sie im Mathematikunterricht zu thematisieren. Auch die aktuelle Forschung will die neue Mathematikprofessorin in ihre Lehrveranstaltungen einbeziehen und den Studierenden deutlich machen, wie mathematikdidaktische Forschung die spätere Unterrichtspraxis bereichern kann. Außerdem führt Xenia Reit Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer durch. „Das halte ich für sehr wichtig. Es ist mir ein Anliegen, Lehrkräfte mit neuen mathematikdidaktischen Erkenntnissen zu versorgen“, so die neue Tenure-Track-Professorin.

Pressemitteilung als pdf

  regina.schneider@vw.ph-karlsruhe.de