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Aktuelles

400. Sitzung der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen

Jubiläumssitzung der 1962 gegründeten Pädagogischen Hochschulen in Stuttgart

Prof. Dr. Martin Fix (Rektor der PH Ludwigsburg), Prof. Dr. Werner Knapp (Rektor der PH Weingarten), Prof. Dr. Ulrich Druwe (Rektor der PH Freiburg), Prof. Dr. Astrid Beckmann (Rektorin der PH Schwäbisch-Gmünd), Prof. Dr. Klaus Peter Rippe (Rektor der PH Karlsruhe), Prof. Dr. Hans-Werner Huneke (Rektor der PH Heidelberg) (v.l.n.r.)

Am 19. Juni 2017 trafen sich die sechs Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs zu einem bemerkenswerten Jubiläum. In Stuttgart fand die 400. Sitzung der Landesrektorenkonferenz (LRK) der 1962 gegründeten Pädagogischen Hochschulen statt. Die LRK ist ein Zusammenschluss der Rektorinnen und Rektoren und fördert die gemeinsamen Anliegen der sechs Pädagogischen Hochschulen in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten. Sie vertritt diese Hochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Dass das Jubiläum ein Grund zum Anstoßen ist, zeigt die Erfolgsgeschichte der Pädagogischen Hochschulen. Als in anderen Bundesländern vor etwa 40 Jahren die Lehrerbildung in Universitäten übergeführt wurde, blieben nur in Baden-Württemberg PHs als eigenständige – zunächst rein lehrerbildende - Hochschulen erhalten. Dadurch konnten die Pädagogischen Hochschulen ihr Profil in der Bildungs-, Lehr- und Lernforschung ausbauen und sich zu breiter aufgestellten wissenschaftlichen Hochschulen weiterentwickeln. Inzwischen handelt es sich bei der Pädagogischen Hochschule, wie der LRK-Vorsitzende Professor Werner Knapp (PH Weingarten) ausführt, um ein zukunftsweisendes Hochschulmodell, das sich durch eine einzigartige bildungswissenschaftliche Expertise in Forschung, Lehre und Weiterbildung auszeichnet. Heute sind die PHs Hochschulen universitären Profils und verfügen über das Promotions- und Habilitationsrecht. Sie betreiben umfangreich Forschung mit Schwerpunkten in den Fachdidaktiken, Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie in weiteren bildungsbezogenen Wissenschaften. Der stellvertretende LRK-Vorsitzende Professor Ulrich Druwe (PH Freiburg) weist darauf hin, dass die bildungswissenschaftliche Forschung in einer Zeit, in der Bildung die wichtigste Ressource darstellt, immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Um den gestiegenen Anforderungen an den Lehrerberuf besser gerecht zu werden, wurden die Lehramtsstudiengänge in den letzten Jahren von sechs bis acht auf acht bis zehn Semester erweitert. Rektor Knapp fordert in diesem Zusammenhang den Ausbau des Lehramts für Grundschulen auf zehn Semester. Es gebe keinen Grund, Grundschullehrerinnen und -lehrer weniger umfassend auszubilden; ein Kinderarzt werde ja auch nicht kürzer ausgebildet als andere Ärzte. Während Grundschulstudierende bislang neben Mathematik oder Deutsch ein zweites Fach studieren, ermögliche der Ausbau auf zehn Semester das Studium eines dritten Faches, womit der fachfremde Unterricht an der Grundschule erheblich reduziert und die Unterrichtsqualität verbessert werden könne.

An den Pädagogischen Hochschulen werden zahlreiche Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, die vom Bereich der Kindheitspädagogik, der Kultur- und Gesundheitsbildung über die Interkulturalität und Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache bis hin zu Medien- und Umweltbildung reichen.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Pädagogischen Hochschulen ist die Fort- und Weiterbildung. Um die Unterrichtsqualität an den Schulen zu verbessern, bieten die Pädagogischen Hochschulen an, sich verstärkt in die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern einzubringen, um forschungsbasierte Programme durchzuführen. Schon in einer der ersten Sitzungen der LRK am 23. Januar 1965 war dies ein Thema, damals bezogen auf die zweite Phase der Lehrerbildung, an der die Pädagogischen Hochschulen beteiligt werden wollten.

Im Protokoll heißt es: „Diese Beteiligung ist sowohl für die Junglehrer wie die Dozenten wichtig. Für die Junglehrer bleibt das wissenschaftliche Niveau der Weiterbildung garantiert, wenn die Dozenten der für sie zuständigen PHs sie betreuen. Für die Dozenten ist die Mitwirkung bei der Lehrerfortbildung ein guter Prüfstein für die Umsetzung ihrer Lehre in die schulische Wirklichkeit“. Dieser schlüssigen Begründung sei auch heute nichts mehr hinzuzufügen, meint Rektor Knapp.


Kategorie: Sondermeldung
Mittwoch 21 Juni 2017
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