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Die Kunst der Biodiversität

Studierende pflanzten insekten- und vogelfreundliche Hecken / Seminarprojekt denkt ökologische Fragen und Formfragen zusammen


Biologische Vielfalt stellt eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens dar. Gleichzeitig sind viele Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, nehmen die Vielfalt der Ökosysteme und die genetische Vielfalt dramatisch ab. Auch vor unserer Haustür. Zur Erhöhung der Biodiversität direkt vor dem Hauptgebäude der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe beigetragen und gleichzeitig das Erscheinungsbild des Areals verbessert haben jetzt Lehramtsstudierende im Rahmen des interdisziplinären Seminarprojekts „Die Kunst der Biodiversität“. Sie pflanzten insekten- und vogelfreundliche Hecken und bereiteten den Boden für einen die Artenvielfalt fördernden Staudenfächer.

Kunst und Biologie interdisziplinär
„Seit beinahe zwei Jahren engagieren sich wechselnde Gruppen von Studierenden aus den Fächern Kunst und Biologie in diesem Projekt. Wir freuen uns sehr, dass wir nun am 29. und 30. März den ersten Abschnitt ins Werk setzen konnten“, berichtet Initiator Martin Pfeiffer, Akademischer Mitarbeiter am Institut für Kunst: „Uns geht es darum, ökologische Fragen und Formfragen zusammenzudenken, also Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität und künstlerische Gestaltung zu verbinden.“

Künstlerische Gestaltung nimmt Bezug auf Architektur
Mit Hacken und Spaten lockerten die Studierenden am Freitag zunächst den Boden 30 Zentimeter tief auf und reicherten ihn mit Humus und organischem Dünger an. Am Samstag setzen sie dann Rote und Grüne Berberitze, Heckenrosen und Lavendel in die Erde. „Unsere künstlerische Gestaltung nimmt Bezug auf die Architektur, nimmt Vorhandenes als Material“, erläutert Pfeiffer. So spiegelt der halbkreisförmige Staudenfächer die gegenüberliegende moderne Steinbank und berücksichtigt so die Achsensymmetrie der Fassade. Die Hecken wiederum nehmen die Gebäudelinien des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks auf.

Areal vielfältiger beleben
Mit ihren Blüten und Früchten tragen die Heckenpflanzen sowie der noch anzulegende Staudenfächer – mit Wiesensalbei, Rotklee oder Borretsch – nachhaltig dazu bei, dass Insekten und Vögel vor der Hochschule Nahrung finden und das Areal so vielfältiger beleben. Unter Leitung von Prof. Dr. Petra Lindemann-Matthies, Professorin für Biologie und ihre Didaktik, hatten die Studierenden festgestellt, dass die Rasenflächen vor dem historischen Hauptgebäude in der Bismarckstraße zwar 40 verschiedene Pflanzenarten aufweisen, aber kaum Insekten oder andere Tiere.

„Biodiversität betrifft jeden“, sagt Lehramtsstudentin Isabel Schiller, die seit dem Wintersemester 2018/2019 dabei ist und privat ebenfalls gerne gärtnert. Außerdem sei die Hochschule wie ein zweites Zuhause, da solle man sich auch wohlfühlen. Und ihre Freundin Stefanie Schaab ergänzt: „Mich hat die Kombination von Kunst und Biologie angesprochen. Und dass hier Theorie und Praxis zusammenkommen.“

Planungen für Open Air-Seminar
In kleineren Gruppen hatten die Studierenden zunächst Ideen für die Umgestaltung gesammelt, dann Konzepte entwickelt und sie der Hochschulöffentlichkeit präsentiert. „Auf Basis von Bewertungen haben wir dann ein Ranking erstellt und unsere Planungen weiterentwickelt“, berichtet Student Jonas Barth, der sich bereits seit dem Wintersemester 2017/2018 im Projekt engagiert. Nicht alle Ideen hätten umgesetzt werden können, aber das zuständige Amt für Vermögen und Bau habe die Option auf eine Zweitfläche eröffnet. „Die Planungen für diese Fläche in der Seminarstraße östlich von Gebäude 2 haben bereits begonnen“, erläutert Martin Pfeiffer. Hier soll eine „OASE“ entstehen, ein „Open Air-Seminar“ mit Sitzgelegenheiten, Sträuchern, einem Obstbaum und Urban Gardening-Elementen. Teile davon wollen die Studierenden noch dieses Jahr umsetzen.

Dateien:
19_04_PH_KA_Kunst_der_Biodiversitaet.pdf479 K
Kategorie: Pressemitteilungen, Sondermeldung
Mittwoch 03 April 2019
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