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Technikgeschichte als ein Schlüssel zum Gegenwartsverständnis

Symposium der Abteilung Technische Bildung / Blick auf kulturgeschichtliche Wirkungen

 
Technik gehört zum Menschen wie sein aufrechter Gang. Denn hätten unsere Vorfahren nicht irgendwann eine Hand frei gehabt, hätten sie Werkzeuge nicht so gut nutzen können. Etwa das Urwerkzeug Messer, mit dem alle Technik und Kultur begann. Und weil schon Kinder und Jugendliche lernen sollten, wie und in welchem Maß Technik unser Zeitalter geprägt und unsere Gesellschaft verändert hat, gehört Technikgeschichte auch in den Schulunterricht. Um diese Zusammenhänge in den Blick zu nehmen, hat die Abteilung Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe kürzlich ein Symposium veranstaltet zum Thema „Technikgeschichte als ein Schlüssel zum Gegenwartsverständnis“. Rund 30 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Studierende und Interessierte – vor allem aus Baden-Württemberg, aber auch aus Hamburg, München oder Paderborn – nutzten die Gelegenheit sich zu informieren und auszutauschen

Gegenwart besser verstehen
„Phänomene und Ereignisse der Technikgeschichte sollten Bestandteil eines zeitgemäßen Technikunterrichts sein“, unterstrich Prof. Dr. Christian Wiesmüller. Denn „Technik ist stets mit dem Menschen, mit seiner Umwelt und seiner Gesellschaft verknüpft“, so der Leiter des Instituts für Physik und Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Wer sich diese Zusammenhänge verdeutliche, könne die maßgeblich von Technik geprägte Gegenwart besser verstehen. Und finde auch Orientierung im Hinblick auf die Entwicklung von Technik in der Zukunft.

Schubkarre, Feuerwaffen und Eisenbahn
„Nehmen wir als Beispiel die Eisenbahn, sie hat im 19. Jahrhundert den exakten Zeittakt in unser Leben gebracht“, berichtete Prof. Dr. Wiesmüller. Oder die Schubkarre, die sich aus der Trage entwickelte und ab dem 13. Jahrhundert nachgewiesen werden kann. Durch sie waren die Menschen auf einmal in der Lage, ihre Leistungen beim ebenerdigen Transport um das Doppelte zu steigern. Ein Jahrhundert später setzte dann die Entwicklung von Feuerwaffen ein. Durch sie verloren schließlich Burgen und Stadtmauern ihren Sinn und der Untergang des Rittertums war vorgezeichnet.

Streifzüge durch die Technikgeschichte
Diese und über einhundert weitere technikgeschichtliche Themen versammelt das Buch „Streifzüge durch die Technikgeschichte“ von Winfried Schmayl, das die Abteilung Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe 2017 in zweiter Auflage herausgegeben hat. Der Autor, der bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 Professor in der Abteilung Technische Bildung war, stellte das Buch im Rahmen des Symposium vor und schilderte die Umstände seiner Entstehung. Chronologisch sowie thematisch geordnet finden sich in dem 300 fassenden Band sachtechnische und kulturgeschichtliche Informationen zu Erfindungen vom Altertum bis in die Gegenwart. Ebenfalls auf dem Programm des Symposiums standen die Antrittsvorlesung von PD Dr. phil. habil. Martin Binder („Verstehensrelevantes Wissen in technikhistorischen Begegnungen“) sowie Diskussion und Fragerunde zur Bedeutung von Technikgeschichte.

Zur Person
Prof. Dr. Christian Wiesmüller ist seit 2009 Leiter des Instituts für Physik und Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, Vorsitzender der Landesfachschaft Technik an den Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs und Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Technische Bildung DGTB. Außerdem ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, Berlin.

 

Weitere Infos zur Abteilung für Technische Bildung auf www.ph-karlsruhe.de/de/institute/ph/institut-fuer-physik-und-technische-bildung/technische-bildung

Dateien:
18_07__PM_Technikgeschichte.pdf104 K
Kategorie: Pressemitteilungen
Mittwoch 25 Juli 2018
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