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Weiße Rauchringe und brennende Diamanten

Schülerinnen und Schüler des Hector Seminars experimentieren am Institut für Chemie


Seit 2008 kooperiert die Pädagogische Hochschule Karlsruhe mit dem Hector Seminar, das von Heidelberg über Karlsruhe bis Pforzheim hochbegabte Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fördert. Kern dieser Kooperation sind Experimentiernachmittage im Lehr-Lern-Labor des Instituts für Chemie. So kamen diese und vergangene Woche rund 40 Schülerinnen und Schüler der Hector Seminare Karlsruhe und Pforzheim an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe, um hier Experimente zum sogenannten Teilchenmodell und dem Aufbau der Materie durchzuführen.

 

Die Welt unter der Lupe
An der Station „Die Welt unter der Lupe“ etwa konnten die wissbegierigen Siebtklässler die sogenannte Brown’sche Molekularbewegung unter dem Mikroskop beobachten. Der schottische Botaniker Robert Brown hatte 1827 entdeckt, dass es in Flüssigkeiten und Gasen unregelmäßige und ruckartige Bewegungen kleiner, aber mikroskopisch sichtbarer Teilchen gibt. Diese Bewegung ist umso rascher, je kleiner die Partikel sind und je höher die Temperatur ist. Als die Schülerinnen und Schüler die Molekularbewegung von Ammoniak- und Chlorwasserstoff-Gas im Experiment untersuchten, erklärte ein Mädchen souverän: „Oh, ich weiß, warum sich der weiße Rauchring auf der rechten Seite befindet. Das ist doch logisch: Die Ammoniak-Teilchen sind leichter und deshalb schneller als die Chlorwasserstoff-Teilchen.“

 

Auch ein Diamant ist nur Kohlenstoff
Erstaunte Blicke ernteten Dr. Wolfgang Schmitz (Institut für Chemie) und Tutorin Ariane Ros, als sie den Versuch „Verbrennung eines Diamanten“ ankündigten. „Darf ich den mal anfassen, der war bestimmt teuer“, meinte prompt eine Schülerin. Doch verbrannt wurden natürlich keine funkelnden Kostbarkeiten, sondern kleinste Stückchen Diamantbruch, die nur wenige Euro kosten. Und warum? Weil das Reaktionsprodukt der Verbrennung von Diamant und Graphit dasselbe ist: Kohlenstoffdioxid. Und so folgerten die jungen Forscherinnen und Forscher richtig, dass es sich auch bei Diamanten „nur“ um Kohlenstoff handelt - allerdings in einer besonders faszinierenden Erscheinungsform.

 

Labore als außerschulischer Lernort
„Zu sehen, wie die Begeisterung der Mädchen und Jungen für das Fach Chemie durch diese Experimentiernachmittage gestärkt und gefördert wird, freut mich jedes Mal aufs Neue“, sagt Dr. Schmitz, der diese erfolgreiche Kooperation schon seit vielen Jahren durchführt. Und weiter: „Unsere Labore bieten als außerschulischer Lernort die ideale Möglichkeit, Experimente über den 45-Minuten-Unterrichtstakt der Schulen hinaus durchzuführen.“ Betreut werden die Mädchen und Jungen bei ihren Experimenten an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe auch von Lehrkräften ihrer jeweiligen Schulen. Für das Hector Seminar Karlsruhe koordinieren Thomas Knecht (Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe) und Anke Richert (Edith-Stein-Gymnasium Bretten) die Versuchsnachmittage, für das Hector Seminar Pforzheim Christian Demter (Hermann-Hesse-Gymnasium Calw) und Dr. Martin Eschbach (Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe).

Hector Seminar
Das Hector Seminar hat die Förderung junger hochbegabter Menschen mit einem vertiefenden Angebot im MINT-Bereich zum Ziel. Es bietet eine Ergänzung zum schulischen Angebot der Gymnasien, beginnend von der Klassenstufe 6 bis zur gymnasialen Oberstufe. Weitere Infos: hector-seminar.de

Dateien:
18_03__PM_Experimentiernachmittag_Chemie.pdf57 K
Kategorie: Pressemitteilungen, Sondermeldung
Dienstag 20 März 2018
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