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Zu differenzierter Wahrnehmung von Muslimen beitragen

Wie Religion die Bereitschaft muslimischer Jugendlicher beeinflusst, sich sozial zu engagieren, untersucht ein Forschungsprojekt an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe


Wie beeinflusst der Faktor Religion die Bereitschaft muslimischer Jugendlicher in Deutschland, sich sozial zu engagieren? Welche Bedeutungsdimension hat ihre religiöse Haltung und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Gesellschaft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts „Religiöse Einstellung und soziale Engagementbereitschaft muslimischer Jugendlicher und junger Erwachsener“, das Juniorprofessor Dr. Jörg Imran Schröter, Leiter des Instituts für Islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, durchführt.

Die Online-Befragung unter muslimischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist kürzlich angelaufen und nimmt auch Herkunftsmilieu und Bildungsgrad der 14- bis 34-Jährigen in den Blick. Ergebnisse sollen bis Herbst 2019 vorliegen und im Frühjahr 2020 veröffentlicht werden. Gefördert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung.

 

Noch mehr Bereitschaft zu sozialem Engagement wecken
„Durch das Erheben tragfähiger empirischer Daten möchte ich zu einer differenzierten Wahrnehmung von Muslimen und ihrer religiösen Einstellung beitragen“, erläutert Schröter. Angesichts Tendenzen zunehmender Polarisierung zwischen Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft gelte es, einer Eskalation vorzubeugen, indem Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut werden.

„Außerdem besteht die Hoffnung, dass es durch das Projekt zu einer positiven Verstärkung des sozialen Engagements bei muslimischen Jugendlichen kommt und noch mehr Bereitschaft dazu geweckt wird“, so der Islamische Religionspädagoge. Auch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Akteure in der Jugendarbeit sollen durch die Forschungsergebnisse unterstützt werden. Eine Tagung für diese Zielgruppe ist für den 15. Juli 2020 an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Hohenheim geplant.

 

Niveau der religiösen Entwicklung erheben
„Die bisherige religionssoziologische Forschung hatte in ihren Voraussetzungen fast ausschließlich christliche Religiosität im Blick. Studien zu Muslimen in Deutschland wurden zwar in jüngster Zeit auch vielfach erstellt, aber die Frage nach islamischer Religiosität dabei oftmals kultur-/religions-unsensibel erhoben“, erklärt Schröter. Es sei jedoch wichtig, nicht nur nach der Zentralität oder dem Inhalt von Religiosität zu fragen, sondern auch das Niveau der religiösen Entwicklung zu erheben. Denn nicht zuletzt davon könne es abhängen, ob religiöse Einstellungen und Haltungen für die Gesamtgesellschaft schädlich sind oder einen durchaus wünschenswerten Effekt haben – indem daraus beispielsweise eine hohe Bereitschaft zu sozialem Engagement resultiert.


Zur Person

Dr. Jörg Imran Schröter hat Islamwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg studiert und ein Lehramtsstudium für Grund- und Hauptschule an der Pädagogischen Hochschule Freiburg absolviert. Dort hat er auch promoviert. Thema seiner Doktorarbeit war „Die Einführung des islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg“. Im Jahr 2015 wurde er zum Juniorprofessor für Islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe berufen und war Mitglied des baden-württembergischen Projektbeirats Islamischer Religionsunterricht.

Weitere Informationen auf www.ph-karlsruhe.de/institute/ph/institut-fuer-islamische-theologiereligionspaedagogik/

Dateien:
19_03_PH_KA_Muslimische_Jugendliche.pdf138 K
Kategorie: Pressemitteilungen, Sondermeldung
Donnerstag 14 März 2019
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