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Institut für Psychologie

Christine Schmalenbach

Abgeschlossene Dissertation:

"Kooperatives Lernen an Brennpunktschulen in El Salvador. Eine ethnographische Studie", Technische Universität Dortmund.

Ziel der Studie ist es, den sozialen Kontext und die lokale Kultur in Bezug auf Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe zu erfassen und daraus Hinweise abzuleiten für ein kultursensibles Konzept kooperativen Lernens an Schulen in sozialen Brennpunkten in El Salvador. Eingesetzte Forschungsmethoden waren vor allem teilnehmende Beobachtung, formelle und informelle Interviews mit Lehrern, Schülern, Eltern und anderen relevanten Akteuren, partizipative Schulungen mit Lehrern und Eltern und eine explorative Fragebogenerhebung in weiteren Schulen der Stadt. Als theoretischen Hintergrund wurde das Transformative Paradigma nach Mertens mit Elementen des Postcolonial Indigenous Research gewählt. Die zentralen Werte dieses Ansatzes sind „respect, connectivity, reciprocity, and a desire to see research contribute to a better future“ (Mertens et al. 2013).

Veröffentlichungen

Schmalenbach, C. (2018). Learning Cooperatively Under Challenging Circumstances. Springer VS.

Schmalenbach, C., & Kiegelmann, M. (2018, March). Juggling and Joining Perspectives and Relationships—Multicultural Researchers in Multilocal Frames of Reference. In Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research (Vol. 19, No. 2).

Schmalenbach, C. (2013). Learning Co-operatively under Challenging Circumstances: Ethnography of Cooperation Among Pupils in a High-Risk School in the Metropolitan Area of San Salvador. Journal of Co-operative Studies, 46(2), 15-23.

Franziska Müller

Arbeitstitel der Dissertation: "Internationales Service Learning: Und was kommt danach? - Die Bedeutung internationaler Freiwilligenaufenthalte während des Studiums aus der Retrospektive".

In Zeiten des zunehmenden bürgerschaftlichen Engagements gewinnen Konzepte wie beispielsweise Service Learning (das Lernen durch Engagement) auch an deutschen Hochschulen an Bedeutung. Im Hinblick auf die steigende Relevanz internationaler Vernetzung stehen in diesem Promotionsvorhaben gemeinnützige Projekte im Vordergrund, die Studierende während ihres Studiums im Ausland absolvieren. Dabei handelt es sich häufig um sogenannte Entwicklungshilfeprojekte. Auch in Studiengängen, die traditionell keinen sozialen Fokus haben, wird nicht selten damit geworben, dass die Teilnahme an einem solchen Projekt u.a. soziale Verantwortung und interkulturelle Kompetenzen der Studierenden fördert. Studien beschränken sich bisher überwiegend auf kurzfristige Evaluationen von Service Learning-Projekten. Ob die Studierenden dadurch nachhaltig geprägt werden, d.h. langfristige Auswirkungen erfahren, die bis in ihren (Berufs-)Alltag hineinreichen, ist nach jetzigem Kenntnisstand allerdings kaum erforscht. Ziel des Promotionsvorhabens ist es daher zu erfassen, wie ehemalige Teilnehmer_innen solcher gemeinnützigen Auslandsaufenthalte ihre Erfahrungen bewerten. Der Studie zugrunde liegt ein qualitativer, interpretativer Ansatz, mit dem Bedeutungen aus der retrospektiven Sicht der teilnehmenden Individuen erfasst werden.

Sasmita Rosari

Arbeitstitel der Dissertation: "Trauma in sozialen Kontexten aus klinisch-entwicklungspsychologischer Perspektive".

Kritische Lebensereignisse oder lebensbedrohliche Situationen - die möglicherweise in jedem Lebenslauf auftreten - können Spuren hinterlassen und negative Folgen für die gegenwärtige Lebenssituation und für die Zukunftsperspektiven der Betroffenen haben - sie können traumatiseren.

Jedoch können sie so verarbeitet werden, damit sie nicht zur langfristigen Erkrankungen (biologisch, psychisch) oder zur tiefgreifenden Störungen in der Persönlichkeit führen. Solche Faktoren wie individuelle Vulnerabilitätsfaktoren, Risikofaktoren, personale und soziale Ressourcen und der Prozess der Traumatisierung bestimmen die Bewältigungsstrategie und beeinflussen die Entwicklung von Resilienz einer Person. Im Rahmen meines Promotionsvorhabens wird die Lebenssituation der Kinder, die wegen des Krieges lebensbedrohliche Situationen erlebt haben, die ihre Heimat verlassen mussten und die in eine neue Gesellschaft zu integrieren gefordert werden, erforscht und kritisch diskutiert. Die oben genannten Faktoren im Zusammenhang mit ihrer Anpassungsfähigkeit im Rahmen des Integrationsprozesses stehen im Vordergrund der Studie. Dafür werde ich kombinierte und integrierte qualitative und quantitative Methoden einsetzen, um vollständige und detaillierte Daten zu erheben. Dazu gehören u.a. teilnehmende Beobachtungen, Interviews, Tagebuch und Befragungen (Fragebogen und standardisierte Skalen).

M. Sc. Marie-Luise Springmann

Arbeitstitel der Dissertation: Die Rolle von Geschlecht bei der Überwindung von Essstörungen: Was wir von ehemaligen Betroffenen lernen können.

Diese Studie nähert sich mittels qualitativer Interviews den Zusammenhängen zwischen den Essstörungen Bulimie und Anorexie und Geschlecht. Die hohe geschlechtsspezifische Prävalenz von Essstörungen wird meist mit Verweis auf das extreme Schlankheitsideal für Frauen* erklärt. Feministische und kulturtheoretische Ansätze der achtziger und neunziger Jahre haben dagegen tiefergehende gesellschaftliche und geschlechterspezifische Zusammenhänge herausgearbeitet, welche in der klinischen Psychologie jedoch wenig zur Kenntnis genommen werden. Diese Ansätze beziehen sich in der Regel ausschließlich auf junge Frauen* und bieten daher keine Erklärung für  Menschen, die sich nicht in einem zweigeschlechtlichen Spektrum verorten lassen können oder wollen, sowie für betroffene Männer*.

Diese Arbeit soll die Erkenntnisse der Geschlechterforschung für die klinische Psychologie nutzbar machen, indem die Zusammenhänge zwischen Geschlecht und Essstörungen vor dem Hintergrund eines Geschlechtermodells erforscht werden, das Zweigeschlechtlichkeit hinterfragt und die soziale Bedingtheit von Geschlecht in den Fokus rückt. Ehemalige Betroffene verschiedenen Geschlechts und verschiedener sexueller Orientierung berichten in Interviews über ihr Erleben der Essstörung und die Lösungswegen, die sie gefunden haben. Aus den Ergebnissen sollen lösungsrelevante Veränderungen in den subjektiven Bedeutungszuschreibungen zum eigenen Körper und Nahrung herausgearbeitet werden.

Damit soll diese Arbeit einen Beitrag zur Verbesserung des Verständnisses und der Behandlung von Essstörungen leisten. Die Betroffenenperspektive wird in den Fokus gerückt und dem wissenschaftlichen Diskurs zugänglich gemacht.

Judith Janschewski

Arbeitstitel der Dissertation: "Schulische Problemlagen psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher und ihre Folgen für die Bildungsbeteiligung unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten" bei Prof. Dr. Christoph Käppler, Technische Universität Dortmund und Prof. Dr. Mechthild Kiegelmann, Pädagogische Hochschule Karlsruhe.

Promotionsprojekt

Bei ca. jedem 5. Kind/Jugendlichen in Deutschland gilt die psychische Gesundheit als bedroht, in vielen Fällen muss von einer schweren psychischen Beeinträchtigung ausgegangen werden (KiGGS, 2014).

Da bisher besonders an Allgemeinen Schulen keine spezifischen Unterstützungssysteme für psychisch belastete Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen, untersuche ich in meiner Arbeit, welche Probleme im Lern-/Leistungsbereich und in der sozialen Interaktion im Kontext psychischer Belastung an Schulen entstehen und welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind. Darüber hinaus interessiert mich, ob sich psychisch belastete Kinder/Jugendliche an ihren Schulen unterstützt fühlen, welche Hilfen sie erhalten und wovon diese Unterstützung abhängt.

Im Rahmen der Studie wurden Schülerinnen und Schüler an 14 verschiedenen Schulen für Kranke in Baden-Württemberg mittels anonymer Fragebögen befragt. Eine Vergleichsstichprobe wurde an allgemeinen Schulen erhoben. Die Befragung erfolgte gendersensibel. Die Ergebnisse der Arbeit werden vor dem Hintergrund sich verändernder Schulstrukturen im Rahmen der Inklusion diskutiert.

Veröffentlichungen

2014     Janschewski, J., Berens, P. & Käppler, C.: Psychisch belastete Kinder und Jugendliche im Schulkontext. Eine empirische Analyse von Schulakten einer Klinikschule. Zeitschrift für Heilpädagogik 10/2014, 368-378

M. Sc. Carolin Neureuter

Thema der Dissertation: Das Konstrukt "Authentizität" soll im sozialpsychologischen Kontext untersucht werden. Wie authentisch jemand ist bzw. sich fühlt, wird oft durch Selbstauskunft via Fragebögen erfasst. Dabei bleibt die Frage offen, ob Untersuchungsteilnehmende wahrheitsgemäße Angaben machen, da Personen sich in verschiedenen sozialen Rollen unterschiedlich verhalten (z.B. unter Freunden versus am Arbeitsplatz). Dies soll durch eine indirekte Messung in einer Onlinestudie erfasst werden.

Betreuung: Prof. Dr. Mechthild Kiegelmann