Lesen und Schreiben im digitalen Raum - 36. Tagung der AG Medien

Die 36. Tagung der AG Medien im Symposium Deutschdidaktik e.V. findet in diesem Jahr im Mai an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe statt.

Freitag 20 Mai22Samstag 21 Mai
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Veranstalter:
AG Medien im Symposion Deutschdidaktik e.V.

Ort:
Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Die Entwicklung und Nutzung einer umfassenden literalen Kompetenz ist für die Teilhabe an einer modernen Medien- und Informationsgesellschaft unverzichtbar, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des digitalen Wandels der Gesellschaft, den es zu verstehen und analysieren und in fachliche Lehr- und Lernprozesse zu integrieren gilt (vgl. KMK 2017). Zahlreiche Konferenzen und deutschdidaktische Publikationen haben das Feld der Digitalität seither differenziert erschlossen. Jedoch hat die Covid 19-Pandemie wie im Brennglas gezeigt, dass der Impact der Digitalisierung weder  in den Ausstattungen der Schulen noch in den Lehr-Lernkonzeptionen des Unterrichts gegenwärtig hinreichend gesichert ist.

Dem digitalen Lesen und Schreiben kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, da sich digitale Lese- und Schreibprozesse nicht nur maßgeblich von analogen Lese- und Schreibprozessen unterscheiden, sondern die Digitalisierung neue mediale Formate des Lesens und Schreibens hervorgebracht hat. Dabei sind besonders zwei Aspekte zu nennen, die zu grundlegenden Veränderungen von Lese- und Schreibprozessen beitragen und die wir im Rahmen der Tagung der AG Medien fokussieren möchten: Automatisierung und Sozialität.

Mit dem Blick auf Automatisierung geht der Anspruch einher, die Bedeutung der Algorithmizität für Lesen und Schreiben ebenso zu reflektieren wie die didaktische Nutzung von Tools zur Lese- und Schreibunterstützung (z.B. Spracherkennungssoftware), die bereits jetzt so weit entwickelt sind, dass ihnen erhebliche Unterstützungsfunktion zukommt. Es ist anzunehmen, dass es durch den Einsatz dieser Tools zu einer kognitiven und motorischen Entlastung kommen kann und Kapazitäten für hierarchiehöhere Rezeptions- und Produktionsprozesse frei werden (vgl. Lehnen 2018). Zugleich sind die Produktionskontexte digitaler Texte (z.B. Suchfunktionen, KI oder automatische Übersetzungsprogramme) in didaktische Perspektiven einzurücken.

Daneben bietet der Einsatz digitaler Medien Formen des sozialen Austauschs und der Vernetzung, die im analogen Raum bislang so nicht möglich waren. Kollaborative Schreibprozesse und Textlektüren (Social Reading) schließen an außerschulische Paradigmen der Netzkultur an, generieren im modus operandi des Teilens und Kommentierens neue Formen von Anschlusskommunikation und können dazu beitragen, individuelle Lese- und Schreibprozesse gemeinsam zu reflektieren.

In einer dritten Perspektive wird es darum gehen, die aus der Pandemie hervorgehenden fachlichen Veränderungen digitaler Lehr-Lernkulturen online, offline und hybrid im Fokus von Lern-Lehrprozessen des Lesens und Schreibens zu erfassen, zu bewerten und weiterzuentwickeln.

Im Rahmen der Tagung der AG Medien sollen theoretisch-konzeptionelle Beiträge, evidenzbasierte Forschungsergebnisse und Best Practice-Beispiele zusammengeführt und diskutiert werden.

Weitere Informationen zu Programm, Anmeldung und anderem werden laufend auf der Tagungsseite eingestellt.

Organisationsteam:  Jun.-Prof. Dr. Nadine Anskeit; Prof. Dr. Ina Brendel-Kepser; Dominik Achtermeier, M.A.; Tina Neff, M.Ed.

Kontakt: agmedien2022(at)ph-karlsruhe.de