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Pressemitteilung vom 22.01.2018



 

Koalitionsverhandlungen:
Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft ernst nehmen!


Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft hat in den Sondierungsgesprächen von CDU/CSU und SPD keine Rolle gespielt – so legen es die Ergebnisse nahe. Vor diesem Hintergrund fordert die Bundeskonferenz der Frauen‐ und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) die beteiligten Parteien nachdrücklich auf, das Thema in den anstehenden Koalitionsverhandlungen ernst zu nehmen und sich hier für die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit in Hochschulen auf Basis des gesetzlichen Auftrages einzusetzen.

Die geringen Anteile von Wissenschaftlerinnen auf hochdotierten Professuren und in Leitungsfunktionen sind hinlänglich bekannt. Zu den Ursachen des Gender‐Bias in der Wissenschaft liegen diverse Analysen vor. Ebenso viele Vorschläge für Maßnahmen und Instrumente stehen zur Verfügung. Es ist einiges passiert in den letzten Jahren. Doch nun muss es entschieden weitergehen, um das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit an Hochschulen tatsächlich zu verwirklichen.(1)

Förderprogramme für Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellungsarbeit dauerhaft und umfänglich finanzieren

Wir fordern die an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien auf, eigenständige gut ausgestattete Programme zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellungsarbeit in den Hochschulen dauerhaft fortzuführen und neu aufzulegen.

Hierzu gehören beispielsweise das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder und die Förderlinie des BMBF „Frauen an die Spitze“. Das Professorinnenprogramm trägt maßgeblich dazu bei, den Anteil von Wissenschaftlerinnen auf W3‐Professuren zu erhöhen und eine geschlechtergerechte Hochschulkultur zu etablieren. Die Ergebnisse der geförderten Projekte aus der Förderlinie „Frauen an die Spitze“ liefern wertvolle Ansatzpunkte für innovative und wirksame geschlechterpolitische Maßnahmen in den Hochschulen. Das Wissenschaftsministerium sollte zudem ein eigenes Programm zur Förderung der Geschlechterforschung auflegen.

(1) Siehe hierzu ausführlich die Stellungnahme der bukof im Rahmen des Öffentlichen Fachgesprächs im Bundestag zum Thema „Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem“ am 19.10.2016 (Ausschussdrucksache 18(18)270).

Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthema in alle Bund‐/Länderprogramme sowie bundesfinanzierte Forschungsförderung integrieren

Der Bund muss mit gutem Beispiel vorangehen und Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthema in alle Bund‐/Länderprogramme, die die Hochschulen adressieren, sowie in die bundesfinanzierte Forschungsförderung aufnehmen. Es liegt in der Verantwortung der neuen Regierung, Qualitätsstandards für die bundeseigenen Aktivitäten zu definieren und umzusetzen. Wir fordern: Geschlechtergerechtigkeit muss integraler Bestandteil der Förderziele, Förderkriterien und Begutachtungsleitlinien aller Programme und Förderlinien sein.

Allgemeine Gleichstellungsstandards für alle Hochschultypen und Statusgruppen einführen

In Anlehnung an die Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft sprechen wir uns nachdrücklich dafür aus, „Allgemeine Gleichstellungsstandards“ für die Wissenschaft einzuführen. Als Vorgaben von Bund und Ländern beziehen die Allgemeinen Standards alle Hochschultypen, alle Handlungsfelder und alle Mitgliedsgruppen an Hochschulen ein. Die bisher für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen selbstverpflichtenden Zielquoten werden in die Allgemeinen Gleichstellungsstandards überführt und dort integriert. Die verbindliche Einführung Allgemeiner Gleichstellungsstandards muss von Seiten des Bundes und der Länder mit finanziellen Ressourcen unterlegt werden, so dass alle Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen – unabhängig von ihrer Größe, dem Sitzbundesland, ihrem Grundhaushalt und Drittmittelaufkommen – in die Lage versetzt werden, diese nachhaltig umzusetzen.

Bundesweiten Gleichstellungsrat einrichten

Vor dem Hintergrund der wenig synchronisierten Steuerung und Verbindlichkeit von Geschlechterpolitik in der Wissenschaft halten wir die Einrichtung eines hochrangig mit nationaler und internationaler Expertise besetzten Gleichstellungsrats für zukunftsweisend.
Seine Aufgabe wäre es, geschlechterpolitische Entwicklungen in Hochschulen und außeruniversitären Forschungsorganisationen zu beobachten, Empfehlungen für Programme und Maßnahmen auszusprechen und deren themen‐ und sachgerechte Umsetzung zu gewährleisten.

Kontakt: bukof Geschäftsstelle, Caren Kunze: geschaeftsstelle(at)bukof.de

Pressemitteilung bukof vom 22.01.2018


Pressemitteilung vom 27. Dezember 2017


Novelliertes Mutterschutzgesetz tritt zum Jahresanfang in Kraft

Eine Mutter küsst ihr Baby auf den Kopf (Bild: © dpa).

Das novellierte Mutterschutzgesetz tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Eine Reform des Mutterschutzgesetzes war nötig, um neue Rechtsvorschriften, Vorgaben und Standards auf EU-Ebene umzusetzen.

„Das neue Mutterschutzrecht wurde zeitgemäß an die Arbeitswelt von heute und nicht zuletzt an die in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen angepasst. Dabei wurden unterschiedliche Interessen ausgewogen berücksichtigt: Zum einen werden besonders belastende Lebenslagen für schwangere Frauen und ihre Familien stärker einbezogen. Zum anderen wurden die Regelungen zu betrieblichen Beschäftigungsverboten zeitgemäß und übersichtlich gestaltet, womit die Rechtssicherheit der Unternehmen verbessert und Frauen die Fortführung ihrer Erwerbstätigkeit ermöglicht wird“, sagte Arbeits- und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Regelungen im früheren Mutterschutzgesetz mussten dringend novelliert und neue Rechtsvorschriften, Vorgaben und Standards auf EU-Ebene umgesetzt werden, da sie vielfach noch aus dem Jahr 1952 stammten.

Mit der Reform des Mutterschutzrechts werden auf der Grundlage bestehender Arbeitszeit- und Arbeitsschutzbestimmungen neuere gesundheitswissenschaftliche Erkenntnisse umgesetzt und gesellschaftliche Entwicklungen zum Schutz schwangerer und stillender Frauen berücksichtigt. Die Schutzfrist für die Frau nach der Entbindung von einem Kind mit Behinderung wird verlängert. Der Kündigungsschutz bei einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche wird erweitert.

Mutterschutz auch in Ausbildung und Studium

Die Pflichten der Arbeitgeber zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen für schwangere oder stillende Frauen sowie für die im Einzelfall notwendige Umgestaltung dieser Arbeitsbedingungen werden neu strukturiert und neu gefasst. Weiterhin wird der gesundheitliche Mutterschutz auf alle Frauen in betrieblicher Berufsausbildung, Studium und Beschäftigung ausgeweitet. Damit fallen von nun an beispielsweise auch Schülerinnen und Studentinnen bei verpflichtend vorgegebenen Ausbildungsveranstaltungen oder Frauen im Bundesfreiwilligendienst unter das Mutterschutzgesetz.

Das Verbot der Nacht- und Sonntagsarbeit wird ab sofort branchenunabhängig geregelt und für die Beschäftigung nach 20 Uhr wird ein behördliches Genehmigungsverfahren eingeführt.

Wie bisher muss der Arbeitgeber die Schwangerschaft einer Frau der zuständigen Überwachungsbehörde melden. In Baden-Württemberg ist dies das für den Sitz der Firma jeweils zuständige Regierungspräsidium.

 

 

 

Pressemitteilung vom 18. Mai 2017

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Anteil der Professorinnen von 2005 bis 2015
von 12,7 auf 20 Prozent gestiegen

Wissenschaftsministerin Bauer: „Obwohl unser Wissenschaftssystem hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen ausbildet, sind auf der Ebene der Professur noch immer zu wenig Frauen repräsentiert. Wir wollen alle wissenschaftliche Talente erfolgreich aufsteigen lassen.“

Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen ausgeschrieben - Bewerbungsfrist 30. Juni 2017

Der Anteil der Professorinnen an den Landeshochschulen ist im Zeitraum von 2005 bis 2015 von 12,7 auf 20 Prozent gestiegen. „Gleichstellung ist der Landesregierung ein großes Anliegen, denn Fortschritte in diesem Bereich sind ein klares Qualitätsmerkmal. Die Zahl der Professorinnen steigt in Baden-Württemberg seit Jahren langsam, aber kontinuierlich. Diesen Trend wollen wir weiter unterstützen. 20 Prozent Frauen sind auf der Ebene der Professur immer noch deutlich zu wenig. Wir können es uns nicht leisten, dauerhaft auf einen Großteil wissenschaftlicher Talente zu verzichten. Dafür steht die lange Tradition des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms. Wir wollen den Anteil der Professorinnen an den Hochschulen signifikant steigern und zugleich den Wettbewerb um die besten Köpfe in Wissenschaft und Forschung stärken,“ sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Donnerstag (18. Mai) in Stuttgart.

Insgesamt stellt das Land rund 4 Mio. Euro jährlich für die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wissenschaft und Kunst bereit. Strukturelle Grundlagen für Chancengleichheit verbessern und Frauen in der Wissenschaft individuell fördern - so lautet die Strategie des Landes, um Frauen in der Wissenschaft gute berufliche Perspektiven auf dem Weg zur Professur zu eröffnen.

Mit dem Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm unterstützt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst herausragende Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur. Es ermöglicht eine mittelfristige Beschäftigung von Wissenschaftlerinnen an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen im Land. Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.

Förderanträge können über die Fakultät und Zentrale Verwaltung der Hochschulen bis 30. Juni 2017 (Ausschlussfrist) an das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eingereicht werden. Die Förderung der ausgewählten Habilitandinnen beginnt im ersten Quartal 2018.

Weitere Informationen
Mit dem Margarete von Wrangell- Habilitationsprogramm fördert das Land gezielt Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur. Die Unterstützung erfolgt über Mittel für TV-L 13-Stellen, im medizinisch-klinischem Bereich nach TV-Ä <acronym title="Europäische Gemeinschaft">EG</acronym> 1 (50 %-Stelle). Dies gewährleistet eine vollständige soziale Sicherung der Frauen. Die Stellen werden in die Hochschulen integriert. Neben ihren Forschungsleistungen haben die Geförderten daher Gelegenheit und Verpflichtung, vier Stunden Lehre in der Woche zu halten.

Zur Förderung weiblicher Hochschullehrer schreibt die Landesregierung seit 1997 das „Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen“ aus. In den bislang 14 Ausschreibungsrunden konnten insgesamt 184 Habilitandinnen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften in die Förderung aufgenommen werden. Seit dem Jahr 2008 wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Über diese Mittel können bis zu zehn Habilitandinnen des Wrangell-Habilitationsprogramms pro Ausschreibungsrunde gefördert werden. Einschließlich der ESF- Mittel wurden bisher insgesamt rund 32 Millionen Euro für das Programm bereitgestellt.

Das Förderprogramm ist nach der ersten Professorin an einer deutschen Universität benannt. Margarete von Wrangell (1877-1932) wurde 1923 nach ihrer Habilitierung an der Universität Hohenheim auf die dortige Professur für Pflanzenernährung berufen und leitete bis zu ihrem Tod das gleichnamige Institut.

Informationen und Bewerbungsunterlagen
www.mwk.baden-wuerttemberg.de/service/aktuelle-ausschreibungen
und www.margarete-von-wrangell.de

Einen Überblick über die Chancengleichheitsstrategie des Landes im Bereich der Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie weitere Einzelförderprogramme finden Sie unter: www.mwk.baden-wuerttemberg.de/chancengleichheit

Pressemitteilung MWK Baden-Württemberg vom 18.05.2017

 

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 19. April 2017

Logo Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Pressemitteilung 93/2017             

Stuttgart, 19. April 2017

MINT-Fächer bleiben weiterhin eine Männer-Domäne

Maschinenbau/Verfahrenstechnik und Informatik sind die beliebtesten MINT-Studienbereiche

Nach Feststellungen des Statistischen Landesamtes begannen im Wintersemester 2015/16 rund 41 500 Studierende an baden‑württembergischen Hochschulen ein Studium in einem der MINT-Fächer1. Gegenüber dem Wintersemester 2014/15 war dies ein Anstieg um 3,2 Prozent. Die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger aller Fachrichtungen stieg dagegen im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,8 Prozent.

29,4 Prozent der MINT-Studierenden im 1. Fachsemester waren Frauen. Gegenüber dem Vorjahr wurde eine leichte Steigerung um 0,4 Prozentpunkte verzeichnet (Wintersemester 2014/15: 29,0 Prozent). Der Frauenanteil unter den MINT-Erstsemestern liegt damit genauso hoch wie vor einem Jahrzehnt. Seit über 10 Jahren schwankt dieser Wert zwischen 27 und 30 Prozent. Der Anteil der Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern liegt auch weiterhin deutlich unter dem Anteil der Studienanfängerinnen aller Fachrichtungen von knapp 47 Prozent. Sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen MINT-Studierenden im 1. Fachsemester waren die Studienbereiche Maschinenbau/Verfahrenstechnik und Informatik am stärksten gefragt. Auf Rang 3 und 4 landeten bei den Frauen Biologie und Mathematik, bei den Männern folgten hingegen Elektrotechnik/Informationstechnik und das Ingenieurwesen.

Unter allen 158 800 MINT-Studierenden an baden‑württembergischen Hochschulen lag der Frauenanteil im Wintersemester 2015/16 insgesamt bei knapp 29 Prozent. Der Anteil an Frauen an den gesamten MINT-Studierenden variierte deutlich je nach Studienbereich. In den Bereichen Elektrotechnik/Informationstechnik (Frauenanteil: 13 Prozent) sowie Verkehrstechnik/Nautik (Frauenanteil: 10 Prozent) waren Frauen auch im Wintersemester 2015/16 noch die Ausnahme. Im Gegensatz dazu lag ihr Anteil in den Studienbereichen Pharmazie und Biologie bei über 63 Prozent.

34 500 Absolventinnen und Absolventen haben im Prüfungsjahr2 2015 ihr Studium in einem MINT-Bereich abgeschlossen. Das waren knapp 11 Prozent oder 3 400 Abgänger mehr als im Prüfungsjahr 20143. Der Anteil der Absolventinnen lag bei 27,2 Prozent und sank gegenüber dem Vorjahr um knapp einen Prozentpunkt. 40 Prozent der Absolventinnen und Absolventen beendeten ein Studium in den beliebtesten MINT-Studienbereichen Maschinenbau/Verfahrenstechnik oder Informatik.

1 MINT ist eine Abkürzung für die Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dieser Bereich wird in der amtlichen Statistik durch die Fächergruppen Ingenieurwissenschaften, Mathematik/Naturwissenschaften und die Studienbereiche zum Wirtschaftsingenieurwesen, die zum Teil unter die Fächergruppe der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fallen, abgebildet.

2 Sommersemester plus vorhergehendes Wintersemester.

3 Die Anteil der Absolventinnen und Absolventen aller Fachrichtungen stieg vom Wintersemester 2014/15 zum Wintersemester 215/16 um 8 Prozent oder 5 400 Abgänger.

Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 19.04.2017

 

 

 

Pressemitteilung GWK vom 07. April 2017

 

Pressemitteilung
Berlin/Bonn, 07. April 2017
PM 03/2017

Eindeutiges Votum für die Fortsetzung des Professorinnenprogramms

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat auf ihrer heutigen Sitzung einvernehm-lich entschieden, das „Professorinnenprogramm“ fortzuführen. Das Bund-Länder-Programm wirkt auf zwei Ebenen: Es erhöht die Anzahl der Professorinnen an deutschen Hochschulen und stärkt die Strukturen für die hochschulinterne Gleichstellung. Die Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem wird dadurch nachhaltig verbessert. Seit 2008 wurden Hochschulen hierfür auf der Grundlage zukunftsorientierter Gleichstellungskonzepte zusätzliche Mittel als Anschubfinanzierung für die Erstberufung von Frauen auf Professuren zur Verfügung gestellt. Insgesamt haben Bund und Länder in diesem Programm in den Jahren 2008 - 2017 in mehre-ren Ausschreibungsrunden 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Bund und das je-weilige Sitzland der Hochschule teilen sich die Kosten.

Die Ergebnisse einer aktuellen Evaluierung des Programms zeigen: Der Professorinnenanteil an Hochschulen in Deutschland stieg während der Laufzeit des Professorinnenprogramms stärker als nach dem Trend der Vorjahre zu erwarten gewesen wäre. Diese Steigerung geht wesentlich auf die Hochschulen zurück, die sich am Professorinnenprogramm beteiligt haben. Insgesamt wurden im Rahmen des Programms bislang 524 Professorinnen berufen. Auch die Verankerung von Gleichstellungsstrukturen an den Hochschulen konnte deutlich verbessert werden. Das Programm hat eine hohe Akzeptanz erreicht, die weit über die 184 beteiligten Hochschulen hinausgeht.

„Das Professorinnenprogramm ist das zentrale Instrument, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern. Deshalb werden wir es fortsetzen“, sagt die Vorsit-zende der GWK, Bremens Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Prof. Dr. Quante-Brandt. „Das Programm hat maßgebliche Anstöße gegeben: So werden die Hochschulen darin unterstützt, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern.“
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Wanka, stellvertretende Vorsitzende der GWK, sagt: „Das Professorinnenprogramm hat die Chancengerechtigkeit an deutschen Hochschulen nachhaltig verbessert. Gleichwohl besteht bei Hochschulen und außeruniversitären For-schungseinrichtungen weiter Handlungsbedarf. 2005 waren 14 % der Professuren mit Frauen besetzt, 2015 waren es 23 %. Das ist eine signifikante Verbesserung, kann uns aber nicht zufriedenstellen. Chancen für Frauen sind Chancen für Wissenschaft und Innovation in Deutschland.“

Pressemitteilung GWK vom 07.04.2017

 

 

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 23. Februar 2017

Logo Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Pressemitteilung 47/2017
Stuttgart, 23. Februar 2017

Anteil an Professorinnen zwischen 2002 und 2015 fast verdoppelt

Die Geschlechter-Lücke beim Hochschulpersonal wird geringer

Im Jahr 2015 lehrten insgesamt 7 284 Professorinnen und Professoren1 an den baden‑württembergischen Hochschulen. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Anstieg von rund 2 Prozent bzw. von 128 Professorenstellen. Obwohl die Mehrheit der Stelleninhaber weiterhin männlich ist (rund 80 Prozent), gehen Stellen in den letzten Jahren vermehrt an Professorinnen. Die Auswertung der Hochschulpersonalstatistik durch das Statistische Landesamt ergab, dass die Zahl der Professorinnen im Berichtsjahr 2015 um 80 auf insgesamt 1 455 (rund +6 Prozent) zunahm, wohingegen die Anzahl der Professoren im selben Zeitraum nur einen sehr geringen Zuwachs von 48 Personen
( knapp +1 Prozent) erfuhr. Damit setzte sich der seit längerem zu beobachtende Aufwärtstrend bei der Zahl der Professorinnen weiter fort, wodurch sich deren Anteil an den Professorenstellen zwischen den Jahren 2002 und 2015 beinahe verdoppelte. Dabei kann beobachtet werden, dass die Zunahme an den jeweiligen Hochschularten größtenteils ähnlich verläuft: Universitäten (von rund 7 Prozent auf knapp 20 Prozent), Pädagogische Hochschulen (von rund 18 Prozent auf etwa 39 Prozent), Kunsthochschulen (von knapp 22 Prozent auf rund 26 Prozent), Hochschulen für Angewandte Wissenschaften2 (von rund 10 Prozent auf knapp 18 Prozent), Duale Hochschule Baden‑Württemberg3 (von rund 12 Prozent im Jahr 2009 auf etwa 17 Prozent).

Gut drei Viertel (rund 76 Prozent) aller Professorinnen in Baden Württemberg arbeiteten im Berichtsjahr 2015 an Universitäten oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. So lehrten etwas mehr als 38 Prozent (555 Personen) aller Professorinnen in Baden‑Württemberg an den Universitäten und knapp 38 Prozent (548 Personen) an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. In den Pädagogischen Hochschulen und Kunsthochschulen unterrichteten jeweils 9 (137 Personen) bzw. 6 (94 Personen) Prozent. Bei der Dualen Hochschule Baden‑Württemberg waren die weiblichen Professorenkräfte mit einem Anteil von rund 8 Prozent (121 Personen) vertreten4.

Bis zum Jahr 2012 war der höchste Anteil an Professorinnen bei den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften beschäftigt. Im Jahr 2012 übertraf erstmalig die Anzahl der Professorinnen an den Universitäten die Anzahl der Professorinnen an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Der Unterschied ist zwar noch gering, aber in den letzten Jahren war der Anstieg an Universitäten deutlicher ausgeprägt als an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

1 Alle Angaben beziehen sich auf hauptberufliche Professorinnen und Professoren

2 Zu den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften wurden auch die Verwaltungsfachhochschulen zugeordnet

3 Die Duale Hochschule Baden‑Württemberg wird erst seit Berichtsjahr 2009 erfasst

4 Abweichungen in den Endsummen auf 100 Prozent sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen

Pressemitteilung Statisches Landesamt Baden-Württemberg vom 23.02.2017

 

 

 

Pressemitteilung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 15.12.2016

 

Für eine Berufs- und Studienwahl ohne Klischees

 

Drei Bundesministerinnen rufen zu vorurteilsfreier und Geschlechterklischees überwindender Berufs- und Studienwahl auf.


Heute ist das neue Web-Portal www.klischee-frei.de online gegangen. Es informiert und unterstützt bei der Berufs- und Studienwahl ohne einschränkende Vorurteile. Im Mittelpunkt stehen dabei allein die Interessen und Fähigkeiten. Das neue Portal bietet gebündelte Informationen und praktische Hinweise für Bildungseinrichtungen, Arbeitgeber und auch Eltern, um eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung aufzubauen.


„Bildung ist der Weg zu mehr Chancengerechtigkeit“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Wir müssen es schaffen, dass Rollenklischees endlich abgelegt werden. Darum brauchen wir eine allein an den Interessen und Fähigkeiten der jungen Leute ausgerichtete Unterstützung bei der Berufs- und Studienwahl.“ Wanka hob hervor, dass das Bewusstwerden eigener Rollenbilder der Anfang vom Ende stereotyper Leitbilder ist. „Junge Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, sich frei und offen für ihren individuellen Berufsweg entscheiden zu können. Ich lade daher alle ein, das neue Portal zu nutzen“, sagte Wanka.


„Alle Berufe sollen Mädchen und Jungen offen stehen. Ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Praxis und Forschung macht sich stark für eine neuausgerichtete Berufs- und Studienwahl, in der Geschlechterklischees keine Rolle mehr spielen“, sagte Bundesministerin Manuela Schwesig anlässlich des Starts des Web-Portals www.klischee-frei.de im Internetauftritt des Bundesinstituts für Berufsbildung. „Die Aufteilung in Männer- und Frauenberufe mit unterschiedlicher Wertschätzung passt nicht mehr zu einer modernen Gesellschaft mit vielfältigen Potenzialen. Berufs- und Studienwahl ist individuelle Lebensplanung: Junge Frauen und Männer stellen wichtige Weichen im Hinblick auf Erwerbsbeteiligung, Partnerschaftlichkeit, Einkommen und Alterssicherung. Zur selbstbestimmten Gestaltung gehört das gesamte Berufswahlspektrum. Diese Chance wollen wir allen Jugendlichen eröffnen.“


„In den Köpfen vieler jungen Menschen ist immer noch ein starkes, von der Gesellschaft geprägtes, geschlechtsspezifisches Rollenverständnis präsent“, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. „Vor allem, welche Berufe ein Mann oder eine Frau nicht ergreifen sollen, darüber bestehen oft noch feste Vorstellungen. Wer sich aber solchen Beschränkungen unterwirft und diese nicht hinterfragt, läuft Gefahr, einen Beruf zu ergreifen, der nicht seinen oder ihren wahren Talenten und Interessen entspricht. Eine Klischee-gelenkte Berufswahl kann in berufliche Sackgassen führen. Das ist persönlich unbefriedigend, es ist aber auch für uns alle unbefriedigend, denn Wirtschaft und Gesellschaft brauchen junge Frauen und Männer dort, wo ihre persönlichen Talente und Neigungen liegen.“


Das unter dem Dach des Bundesinstituts für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit entwickelte Web-Portal ist die Kommunikationsplattform der Initiative „Nationale Kooperationen zur geschlechtergerechten Berufs- und Studienwahl“, die von den drei Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, für Bildung und Forschung sowie für Arbeit und Soziales initiiert wurde. Am Aufbau haben außerdem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die Bundesagentur für Arbeit, das Ministerium für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, der Deutsche Gewerkschaftsbund, das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland, das Bundesinstitut für Berufsbildung, das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V., die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen und das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut mitgewirkt. www.klischee-frei.de wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


Im Frühjahr 2017 ist die erste Fachtagung der „Nationalen Kooperationen zur geschlechtergerechten Berufs- und Studienwahl“ geplant. Dabei werden die Ansätze der Initiative diskutiert und die Inhalte der Öffentlichkeit ausführlich vorgestellt.


Mehr zu den Inhalten der Initiative und wie Sie sich beteiligen können erfahren Sie unter www.klischee-frei.de.