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Hochschule

Zweiter Queer-Abend an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

Veranstaltung zum Umgang mit sexueller Vielfalt im Kontext Schule findet große Resonanz

 


Aktive beim Queer-Abend: Gleichstellungsbeauftragte Britta Nann, Veronika Helbling, Christian Moritz (beide Queer-Referat in der StuVe) sowie die Referentinnen Claudia Dewald und Miriam Schwär

(kb) „Ich freue mich, dass zu unserem zweiten Queer-Abend an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe so viele Interessierte erschienen sind“, zeigte sich Rektor Prof. Dr. Klaus Peter Rippe bei der Begrüßung ob des vollen Hörsaals 2.A020 beeindruckt. Hier fand am 26. November 2018 unter dem Titel „WENN EMIL IM INNERN EMMA IST, KIM SICH NICHT FESTLEGT UND MARIE ZWEI PAPAS HAT“ mit den Referentinnen Miriam Schwär und Claudia Dewald von profamilia eine Veranstaltung zum Umgang mit Sexualität und sexueller Vielfalt im Kontext Schule statt. Eingeladen hatten das Gleichstellungsbüro und das Queer-Referat der Studierendenvertretung.

So begrüßte auch Queer-Referent Christian Moritz seine zahlreich erschienenen Kommiliton*innen, Lehrkräfte aus Karlsruhen und Umgebung, PH Lehrende und weitere Interessierte. Anschließend führte Gleichstellungsbeauftragte Britta Nann in die Veranstaltung ein und stellte kurz die beiden Referentinnen vor. Die Sozialpädagogin Claudia Dewald ist in der Schwangerschaftsberatung und Sexualberatung für Paare und Frauen tätig, berät zudem Eltern bei Transidentität des Kindes. Die Erziehungswissenschaftlerin Miriam Schwär ist im Fachbereich Sexuelle Bildung als Beraterin für Jugendliche, Schwerpunkt „Mädchen“, sowie von Lehrkräften, Erzieher*innen und Multiplikator*innen tätig. Sie organisiert auch Veranstaltungen zur sexuellen Bildung und lehrt an der Hochschule RheinMain.

Aufmerksames Publikum beim Vortrag

Die beiden Referentinnen hielten den Vortrag gemeinsam. Miriam Schwär gab eine Einführung in die Begrifflichkeiten und aktuelle Studien und Umfragen zur Transidentität. Diese machen u.a. deutlich, dass nicht nur Ablehnung und Diskriminierung, sondern auch die Überbetonung der Thematik an einer Schule von den Betroffenen als unangenehm empfunden werden kann. Claudia Dewald ergänzte dies durch (vorsichtige) Einblicke in ihre Beratungstätigkeit. Sie versuchte den Blick des Publikums auf die verschiedenen „Zeitschienen“ in der Beratung zu schärfen: Die Kinder und Jugendlichen haben sich vor einem Outing bereits lange mit der eigenen Identität und der Transthematik beschäftigt, während für die Eltern die Konfrontation mit der Tatsache noch frisch ist, und sie somit in Kenntnis und auch der Auseinandersetzung mit dem eigenen Befinden ihren Kindern immer hinterher sind.

Fragen aus dem Publikum kamen zu Handlungsmöglichkeiten bei Situationen wie im Schwimmunterricht, Landschulheimaufenthalten, gewünschten Namensänderungen sowie einem angemessenen diskriminierungsfreien Umgang mit Transidentität im Kontext Schule allgemein. Hier zeigte sich, dass es die generell richtige Antwort, das generell richtige Handeln nicht gibt, immer müsse abgewogen werden, so Schwär wie Dewald, was genau in diesem Umfeld, in dieser Situation möglich ist. Wichtig seien die eigene Haltung und deren Reflektion.

Nicht alles konnte im großen Plenum geklärt werden, so dass die Besucher*innen dankbar für den möglichen Austausch bei Getränken und Snacks im Foyer des Gebäudes 2 waren, wo der Abend bei Gesprächen in kleiner Runde ausklang.