Hedwig Kettler-Lecture 2019 mit Prof. Dr. Burkhard Priemer von der Humboldt-Universität zu Berlin. Foto: Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Hedwig Kettler-Lecture

Die Hedwig Kettler-Lecture der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ist ein öffentliches Veranstaltungsformat, das sich seit 2018 einmal jährlich allgemeinen Fragen der Lehr-Lern-Forschung widmet. Das Thema ihres Vortrags wählen die eingeladenen Referentinnen und Referenten selbst. Die Lecture erinnert an Hedwig Kettler, eine Frauenrechtlerin und Pionierin der Mädchenbildung, die 1893 in Karlsruhe das erste deutsche Mädchengymnasium gründete.

Hedwig Kettler-Lecture 2020

Bildungsgerechtigkeit heute. Aktuelle Herausforderungen und Aufgaben

Bildungsgerechtigkeit ist entscheidend, um eine demokratische Gesellschaft gelingen zu lassen.
Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Susanne Baer

Referentin der Hedwig Kettler-Lecture 2020 ist Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Susanne Baer. Sie spricht über „Bildungsgerechtigkeit heute. Aktuelle Herausforderungen und Aufgaben“. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Vortrag der Juristin ohne Publikum aufgezeichnet und steht hier als Video zur Verfügung.

Prof. Dr. Susanne Baer wirft unter der Leitfrage„Was ist gerecht?“ unter anderem einen Blick auf den Kopftuchstreit, das Thema Inklusion oder die so genannten Lehrerpranger und begrüßt, dass Corona und Homeschooling die immer aktuelle Frage nach der Integration ärmerer Kinder aufgeworfen haben. Zwar komme der Begriff Bildungsgerechtigkeit im Grundgesetz nicht vor, „aber Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit gelten auch in der Bildung“, sagt die Verfassungsrichterin. Bildungsgerechtigkeit sei entscheidend, um eine demokratische Gesellschaft gelingen zu lassen. Ja, eine demokratische Gesellschaft der Freien und Gleichen sei ohne Bildung nicht möglich.

„Gewinnbringend für die Zukunft“ und ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit sei es deshalb auch, über Menschenrechte zu bilden, Wissen über die Menschenrechte zu vermitteln. Dabei sei europäisch und mit internationaler Perspektive zu denken. „Das müssen wir ausbauen“, sagt Prof. Dr. Susanne Baer. Bildung sei ein Schlüsselrecht – und jeder Mensch solle wissen, dass er das Recht hat, Bildungsgerechtigkeit einzufordern.

Pressemitteilung vom 27. Mai 2020

„Bildungsgerechtigkeit heute. Aktuelle Herausforderungen und Aufgaben“, Vortrag von Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Susanne Baer
Hedwig Kettler-Lecture 2019

Wie wirksam sind Lehr-Lern-Labore?

Lehr-Lern-Labore motivieren Studierende und können Selbstwirksamkeitserfahrungen steigern.
Prof. Dr. Burkhard Priemer

Referent der Hedwig Kettler-Lecture am 3. April 2019 war Prof. Dr. Burkhard Priemer. Der Professor für Didaktik der Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin sprach über „Lehr-Lern-Labore – Konzepte und Forschung aus dem Blickwinkel der MINT-Fächer“.

In Lehr-Lern-Laboren sollen Studierende in komplexitätsreduzierten Lernumgebungen mit Schülerinnen und Schülern Kompetenzen erwerben, die für ihren späteren Beruf wichtig sind: etwa Planen, Handeln, Wahrnehmen, Analysieren und Reflektieren. Diese Theorie-Praxis-Verzahnung in der Lehre soll außerdem fachdidaktisches Wissen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Studieninteressen und Selbstkonzepte fördern. Der Vortrag von Prof. Dr. Burkhard Priemer gab einen Überblick, inwieweit das gelingt – auf Basis naturwissenschaftsdidaktischer Forschung überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum.

Pressemitteilung vom 25. März 2019

Videomitschnitt des Vortrags
Hedwig Kettler-Lecture 2018

Warum bleibt MINT eine männliche Domäne?

Seit längerer Zeit bemüht man sich weltweit darum, mehr Mädchen und Frauen für mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Fächer und Berufe zu gewinnen. Der Erfolg bleibt mässig, und wir sind weit von Patentrezepten entfernt.
Prof. Dr. Elsbeth Stern

Die erste Hedwig-Kettler-Lecture hielt am 13. Juni 2018 Prof. Dr. Elsbeth Stern von der ETH Zürich. Die Psychologin widmete sich der Frage „Warum bleibt MINT eine männliche Domäne?“. Prof. Dr. Stern, die zu den führenden Intelligenzforscherinnen zählt, stellte neuere Forschung zu Geschlechtsunterschieden vor und zeigte evidenzbasierte Wege auf, wie Schulen die Kompetenzen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bei Mädchen und Jungen stärken können.

Pressemitteilung vom 6. Juni 2018

Videomitschnitt des Vortrags
Letzte Änderung: 07.10.2020
Für den Inhalt verantwortlich: regina.schneider@vw.ph-karlsruhe.de