Institut für Politikwissenschaft

Das Fach Politikwissenschaft ist zur Zeit mit einem Professor und zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Fakultät für Natur- und Sozialwissenschaften angesiedelt. Wir haben den Anspruch, unseren Fachstudierenden ein ausgewogenes Verhältnis von fachlicher Breite und Spezialisierung anzubieten.

Das Fach ist interdisziplinär breit in andere Studiengänge und Studienabschlüsse eingebunden. Mit dem Studium der Politikwissenschaft lassen sich dementsprechend verschiedene Studienabschlüsse erreichen: Bachelor und Master Lehramt Grundschule, Bachelor und Master Lehramt Sekundarstufe I, Bachelor und Master Ingenieurspädagogik in Kooperation mit dem KIT, Europa-Lehramt, Promotion und Habilitation. Politikwissenschaft kann auch im Modul 4 (politikwissenschaftliche Grundfragen der Bildung) der Bildungswissenschaften im Bachelor gewählt werden. Hierfür werden spezielle Lehrveranstaltungen angeboten, die interdisziplinär zur kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Grundlegung beitragen sollen. 

Forschung

Einen besonderen Forschungsschwerpunkt legt das Fach Politikwissenschaft auf empirische Lehr-Lern-Forschung. Es hat dazu das politikdidaktische Zentrum etabliert, das mit systematischen Untersuchungen der Unterrichtspraxis und der individuellen Lernvoraussetzungen von Schüler/innen Befunde über die Lernmöglichkeiten im Politikunterricht liefert. Tests geben Aufschluss über das Lernverhalten und die Faktoren für den Lernerfolg. Es entstehen Unterrichtskonzepte, die zielgerichtet und effektiv das Lernen im Politikunterricht verbessern können. Die Ergebnisse sollen neue Impulse für die Unterrichtspraxis geben. Das Wissen über die Bedingungen des Lehrens und Lernens kann zur Ausarbeitung und Evaluation von Kerncurricula und Bildungsstandards beitragen. Die Arbeit erfolgt interdisziplinär mit der Psychologie. Eine enge Kooperation besteht zum Arbeitskreis Empirische Unterrichtsforschung Politik der Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (GPJE).

Aktuell liegt ein Themenschwerpunkt auf der empirischen Erhebung von Politikkonzepten bei Schüler/innen der Sekundarstufen. Fachliche Begriffsvorstellungen und die damit verbundenen Denkoperationen, z.B. zu Fachkonzepten wie Macht, Freiheit, Menschenwürde oder Interessen, sollen Aufschluss darüber geben, wie das politische Wissen bei Schüler/innen strukturiert ist. Schüler/innen müssen durch den Politikunterricht alternative Modelle zu ihren intuitiven, alltäglichen (Fehl-)Konzepten entdecken; der domänenspezifische Kompetenzerwerb ist durch fachliche Wissens- und Strukturierungsangebote zu fördern. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Lehrerkompetenz.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts

Institutsleitung und -sekretariat

apl. Prof. Dr. Wolfgang Bergem
Institut für Politikwissenschaft
Raum 4.411

Sprechstunde: Montag 12-13 Uhr

Das Sekretariat ist freitags nicht besetzt.

Akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Dr. Hans-Ludwig Buchholz
Institut für Politikwissenschaft
Raum 4.415

Sprechstunde: Mittwoch 10:00 - 10:30 Uhr
Sprechstunde am 4.12.2019 abweichend 14:00-14:30 Uhr
Natalie Grobshäuser
Institut für Politikwissenschaft

Lehrbeauftragte

Dr. Udo Götschel
Institut für Politikwissenschaft

Dr. Anke Götzmann
Institut für Politikwissenschaft

Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Prof. Dr. Georg Weißeno, i. R.
Institut für Politikwissenschaft

Prof. Dr. Georg Weißeno ist im Ruhestand. Bei Anfragen schreiben Sie bitte eine E-Mail .

Geschichte des Instituts

Die Politikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ist ein bedeutendes wissenschaftliches Zentrum für die Weiterentwicklung der Politischen Bildung und Fachdidaktik in Baden-Württemberg und in der Bundesrepublik Deutschland. Seit Ende der 60er Jahre werden an der PH Karlsruhe Lehrer/innen und Berufsbildner/ innen im Fach Politikwissenschaft und ihre Didaktik umfassend ausgebildet. In den 80er Jahren erhielt die Hochschule das eigenständige Promotions- und später das Habilitationsrecht. Enge Kontakte bestehen zur Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart und zur Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn.

In der Vergangenheit lehrten und forschten die folgenden drei Didaktiker als Professoren am Institut für Politikwissenschaft:

  • Prof. Dr. Wolfgang W. Mickel wurde 1972 als einer der bedeutendsten Politikdidaktiker in der Bundesrepublik Deutschland auf die neue Professur berufen. Bis zu seiner Emeritierung und darüber hinaus wirkte er als ambitionierter Theoretiker und Anreger der Praxis.
  • Der Nachfolger, Prof. Dr. Joachim Detjen, war von 1995 bis 1997 in Karlsruhe, bevor er zur Universität Eichstätt-Ingolstadt wechselte.
  • Prof. Dr. Georg Weißeno war von 1999 bis zu seiner Emerittierung 2019 am Institut tätig.

Alle drei Didaktiker haben eine politikdidaktische Tradition praxisorientierter Lehre und Forschung ausgebildet. Sie haben selbst langjährige Schulerfahrung und einen engen Bezug zur Unterrichtspraxis. Der Fokus richtet sich auf das Handeln von Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht und nimmt das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Blick.

Allerdings hat sich über die einzelnen Professuren auch ein Wandel in der Akzentsetzung von der Unterrichtsmethodik und Politikdidaktik als Vermittlungswissenschaft hin zu einer empirisch ausgerichteten Forschungsdisziplin vollzogen. Während Wolfgang W. Mickel sich schwerpunktmäßig mit Lehrplänen und Methodik beschäftigte, setzte Joachim Detjen neben der Grundlagenreflexion einen Schwerpunkt auf normative Fragen zur Urteilsbildung. Beide Didaktiker haben eigene Schulbücher herausgegeben.

Georg Weißeno ist stärker in der empirischen Lehr-Lern-Forschung engagiert und fokussiert seine Forschungsprojekte auf die theoretische Beschreibung und empirische Überprüfung von Fachkonzepten. Darüber hinaus beteiligt er sich an aktuellen Bildungsdiagnosen speziell für das Unterrichtsfach Politik/Gemeinschaftskunde. Er ist Herausgeber eines einschlägigen Lexikons zur Politischen Bildung (1999, Schwalbach/Ts.) sowie des Nachfolgewerkes Wörterbuch Politische Bildung (2007) und Autor zahlreicher Publikationen, engagiert sich in den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und war von 2002 bis 2006 Sprecher der Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (GPJE).

Letzte Änderung: 10.12.2019