StartseiteHochschuleFakultätenStudium & LehreForschungWeiterbildungEinrichtungenAktuelles
 

Institut für Chemie

Welchen Mehrwert hat fremdsprachlicher Sachfachunterricht?

Mehr didaktische Möglichkeiten
Die Mobilität der Menschen über Staatsgrenzen hinweg nimmt kontinuierlich zu. Auch die Schülerschaft deutscher Schulen ist eine sprachlich heterogene Gruppe. Viele SchülerInnen haben eine nicht-deutsche Erstsprache oder sind bilingual aufgewachsen. Diese zusätzlichen sprachlichen Kompetenzen bringen sie mit in den Unterricht, wo sie zugleich Potential und Herausforderung für das Lernen sein können. Im „herkömmlichen“ Unterricht wird der Einfluss der Sprache als Medium schulischer Vermittlung häufig nicht ausreichend beachtet, beziehungsweise besitzen die Lehrkräfte nicht die nötige Ausbildung, um die Sprache(n) gewinnbringend einzusetzen. Besonders in mehrsprachigen Klassen – der großen Mehrheit an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I – sind aber eben genau diese Lehrkompetenzen gefragt. Die Lehrkraft muss sich der Chancen und Schwierigkeiten von Mehrsprachigkeit bewusst sein und über die methodisch-didaktischen Kompetenzen verfügen, um die SchülerInnen angemessen in ihrem Lernprozess zu unterstützen. Diese Kompetenzen zu erreichen ist ein Ziel des Europalehramt-Studiums.

Mehr fachliche Tiefe
Ein weiterer Fokus liegt auf dem fremdsprachlichen Sachfachunterricht, häufig auch als bilingualer Unterricht bezeichnet. Hier geht es darum, die Synergieeffekte zwischen sprachlichem und fachlichem Lernen zu nutzen, um am Ende ein tieferes Verständnis der Sache zu erreichen. Manche Themen werden in unterschiedlichen Ländern ganz unterschiedlich verstanden, bei anderen liefert allein der Blick durch die Fremdsprache eine erweiterte Perspektive.

Mehr Zukunftschancen
Der Mehrwert bilingualen Unterrichts wird heute auch schulpolitisch anerkannt. Immer mehr Schulen wählen eine Profilierung im Bereich des bilingualen Unterrichts, und es ist ausgesprochenes Ziel der Landesregierung Baden-Württembergs bis zum Jahre 2018 20% aller Realschulen in Baden-Württemberg zu Realschulen mit Bilingualem Zug auszubauen (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, 2011). Für dieses Vorhaben werden qualifizierte Lehrkräfte benötigt – eben solche, die Europalehramt studiert haben!