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Institut für Alltagskultur und Gesundheit

Kleidertauschbörse - Win-Win-Situation für Mensch und Umwelt

Am Montag, den 04.07.2016, haben Studierende des Instituts Alltagskultur und Gesundheit (Fakultät III) in Bau III 008 und 009 eine Kleidertauschbörse veranstaltet. Die Idee entsprang dem Seminar „Ökologische Aspekte zu Mode und Textil“, in dessen Rahmen immer wieder Fragen zu Alternativmaßnahmen zum schnelllebigen Modekonsum aufkamen. Aufgrund der billigen Preise und der schnell wechselnden Modetrends kaufen sich die Menschen in den Industrieländern viel mehr Kleidung als eigentlich nötig wäre. Dies wiederum führt dazu, dass viele dieser Kleidungsstücke nicht getragen oder vielleicht sogar weggeworfen werden. Über die Folgen für die Umwelt wird dabei nur wenig nachgedacht. Anstatt die Kleidung wegzuwerfen oder in einen Altkleidercontainer zu geben, kann durch eine Kleidertauschbörse unnötiger Müll vermieden und gut erhaltene Kleidung weiter benutzt werden.
Das Angebot der Kleidertauschbörse nahmen viele Studierende an und tauschten fleißig ihre Hosen, T-Shirts usw. Hierzu wurden die Kleiderschränke entrümpelt und Kleidung, die nicht mehr häufig getragen wurde, aber noch gut erhalten war, bekam die Chance auf ein zweites Leben und auf neue Besitzer. Mit Unterstützung des PH Umweltkreises (PHUKs), Musik, Snacks und Erfrischungsgetränken wurde die Kleidertauschbörse ein voller Erfolg; zufriedene und „neu“ eingekleidete Studierende verließen nachmittags die Veranstaltung.
Selbst die Kleidung, die nicht eingetauscht wurde, konnte wieder in den Kreislauf gebracht werden. Indem sie einem guten Zweck gespendet wurde, kam diese nun direkt Bedürftigen in der Umgebung zu Gute. So kann man also sagen, dass die Veranstaltung eine Win-Win-Situation für „Mensch und Umwelt“ war! Aufgrund des hohen Zuspruchs wurde angedacht, eine Kleidertauschbörse evtl. jedes Jahr an der Pädagogischen Hochschule stattfinden zu lassen. (C. Loesner)

Färben mit Pflanzen

Am Freitag, den 01. Juil 2016 verbrachten Studierende einen ganzen Tag im Waldklassenzimmer, um sich Kenntnisse im Färben von Wolle mit verschiedenen Pflanzen anzueignen.

Nach einer kurzen Einführung über verschiedene Färberpflanzen durch Frau Rösgen, einer Mitarbeiterin der Waldpädagogik Karlsruhe, mussten die Studierenden zunächst einmal auf dem Gelände des Waldklassenzimmers ausschwärmen und die benötigten Pflanzen sammeln.

Anschließend wurden diese zerkleinert und mit Wasser in große Töpfe gegeben. An zwei Feuerstellen musste über dem Feuer das Wasser zum Kochen gebracht werden, damit durch die Hitze die Farbstoffe aus den Pflanzen gelöst werden konnten.

Der so entstandene Farbsud musste abkühlen, bevor die mit Alaun gebeizte Rohwolle nun in das Farbbad gelegt werden konnte. Das ganze wurde dann über dem Feuer wieder langsam zum Kochen gebracht. Je nach Dauer des Färbevorganges und unter Zusatz von Eisensulfat als Entwickler, entstanden unterschiedliche Färbungen.

Nach dem Auswaschen der überschüssigen Farbe, lag die gefärbte Wolle noch einige Minuten zum Fixieren in Essigessenz.

Zum Abschluss konnten die Studierenden sich aus den Farbproben eine Färbetafel erstellen.

B.Nann

Aktionstag mit der Mobilen Spielaktion

Innerhalb des Seminares Anthropologische Grundlagen der Sinnesbildung fand am Mittwoch, den 29.06.2016 in Zusammenarbeit mit der Mobilen Spielaktion ein Aktionstag statt. Am Vormittag stellte Ralf Birkner die Leitgedanken und das didaktische Konzept der Mobilen Spielaktion vor.

Unter dem Motto "Das Leben - ein Kinderspiel" blieb es nicht aus, dass zwischen den theoretischen Grundlagen die Studierenden selbst aktiv wurden und im gemeinsamen Tun mit anderen sich selbst erfahren konnten.

Birkner nannte drei Aspekte, die in der Spielpädagogik eine wichtige Rolle einnehmen.

1. Der Raum

2. Das Zeug (das zur Verfügung stehende Material)

3. Die Begegnung

Um diese drei Bereiche in ihrer komplexen Vielfältigkeit erleben zu können, durften die Studierenden am Nachmittag im Wald an verschiedenen Stationen sich selbst ausprobieren und dabei auf ganz unterschiedliche Weise ihre Sinne schulen.

An Bewegungsparcours konnten Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer erprobt werden und beim Darstellen verschiedener Verben und Nomen im Waldtheater, beim Geschichten erzählen nach zufälligen Schlagwörtern, sowie beim Erstellen von Kunstwerken mit Naturmaterialien war Kreativität gefragt. An weiteren Stationen konnten Muster in Stöcke geschnitzt werden oder mit Klanghölzern Rhythmen geklopft.

Zu Beginn und als Abschluss gab es einen großen Kreis um das Feuer. Die Studierenden konnten ihre Eindrücke und Erfahrungen mitteilen und so noch einmal Theorie und Praxis miteinander verbinden.

Ein großes und herzliches Dankeschön an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobilen Spielaktion, die den Aktionstag ermöglicht haben.

B.Nann

Gruppenaktion im Seminarraum
Gleichgewicht schulen
Hängepartie
Stegreiftheater
Fortsetzungsgeschichte erzählen
Bilder mit Naturmaterialien legen
Abschlussrunde

FEMNET an der PH Karlsruhe

Ein Vortrag von FEMNET an der pädagogischen Hochschule Karlsruhe

Am Montag, den 13.06.2016, besuchte Claudia Lehel-Slepica von FEMNET (Feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft & Gesellschaft) die pädagogische Hochschule Karlsruhe für einen Vortrag im Fach Alltagskultur und Gesundheit, um die Studierenden über das Thema "Einkaufspraxis großer Unternehmen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen " zu informieren.

Das primäre Ziel von FEMNET ist menschenwürdige, sichere Arbeitsbedingungen weltweit für Frauen und Mädchen zu schaffen. Außerdem werden durch FEMNET feministische Perspektiven in Bezug zur Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beleuchtet und lokale Frauenorganisationen und Gesellschaften in Indien und Bangladesch unterstützt.
Durch Kampagnen und Protestaktionen werden Missstände aufgedeckt, wodurch die Aufmerksamkeit der Presse geweckt wird. FEMNET kaufte sich zum Beispiel mithilfe von Aktien in die Aktionärsversammlung von Hugo Boss ein, um Missstände anzuprangern und in den Fokus der Presse zu gelangen.
Durch das Projekt "Fairschnitt" werden vermehrt Veranstaltungen an Hochschulen gehalten, bei denen Studierende insbesondere im Bereich Mode und Textil über Nachhaltigkeit, Arbeitsrechtverletzungen und faire Herstellungsbedingungen informiert werden.

Shoppen im Trend
Frau Lehel-Slepica berichtete an der PH Karlsruhe über die Einkaufspraxen großer Unternehmen und die Problematik des Einzelhandels, der im Gegensatz zur Vergangenheit heute selbst zum Einkäufer wird und sich so die billigsten Produkte zusammenstellt. Kurzfristige Planungsziele stehen inzwischen im Fokus. Shoppen wurde in den letzten Jahren zu einer Freizeitbeschäftigung wie Kaffee trinken oder Freunde treffen. Deshalb rüsten Textileinzelhändler durch billige Preise und ständig wechselnde Angebote auf und Textildiscounter wie H&M, Otto oder C&A buhlen um die Kunden.
Alleine Lidl hat einen jährlichen Textilumsatz von 1,1 Mrd. Euro.

Trend: Immer billiger! Immer schneller!
Die Ware wird in Asien und Osteuropa produziert, da es dort keine Zölle auf Textilien gibt. Immer kürzere Lieferzeiten und bis zu 25 Kollektionen im Jahr verdeutlichen die Schnelllebigkeit der Mode. Die Auswirkungen sind sinkende Löhne für die ArbeiterInnen in den Fabriken, viele Überstunden und kleinere Aufträge.

Discounter, die in der Textilbranche mitmischen
Das Konzept ist einfach. Ein begrenztes Sortiment, schnell drehende Produkte, Eigenmarken, wenig Kundenservice, wenig Personal und keine Möglichkeit, die Kleidung anzuprobieren. Über 70% der Beschäftigten sind Frauen, davon viele in geringfügigem Arbeitsverhältnis. 52% der Deutschen kaufen häufig bei einem Textildiscounter ein.

Was kann man als Verbraucher tun?
Frau Lehel-Slepica empfiehlt sich über die Geschäfte zu informieren, Homepages zu lesen und kritisch zu hinterfragen: Sind die Lieferanten transparent? Legt die Marke/ das Geschäft ihren Produktionsstandort offen? Was wird für einen fairen Lohn getan?

Asian floor wage (existenzsicherndes Grundeinkommen)
Was macht einen existenzsicheren Lohn aus? Viele ArbeiterInnen arbeiten 80 Stunden pro Woche und können nicht einmal sich, geschweige denn ihre Familie ernähren.
Die "asian floor wage" berechnet ein existenzsicherndes Grundeinkommen, das alle lebensnotwendigen Kosten decken soll, gemessen an den Lebenserhaltungskosten des jeweiligen Landes.
Durch dieses existenzsichernde Grundeinkommen sollen die Kosten einer Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, für Kleidung, Wohnraum, ausreichende Ernährung und medizinische Versorgungssicherheit gedeckt werden.
 
Forderungen von FEMNET an die Politik
FEMNET fordert gesetzliche Regelungen, wie die gesetzlich festgelegte Sorgfaltspflicht, Mindeststandards, Verbote bezüglich des Sozial- und Umweltstandards und eine genauere Kontrolle der Unternehmen.

Danke an Frau Lehel-Slepica für einen sehr spannenden Vortrag, der definitiv zum Nachdenken angeregt und ein Umdenken angebahnt hat.
Für mehr Informationen : www.femnet-ev.de/index.php/de/
https://www.youtube.com/watch?v=aHFKeBB5DQg (asian floor wage)

Von Clarissa Dietrich

Lernen im Museum

Innerhalb des Seminares Kulturhistorische Aspekte zu Ernähren, Kleiden und Wohnen mit dem Schwerpunkt Ur- und Frühgeschichte besuchten Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe am 03.06.2016 die Abteilung zur Ur- und Frühgeschichte des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe.

Durch die kompetente Führung von Frau Kokoska konnten sich die Studierenden einen ersten Einblick in das Leben unserer Vorfahren verschaffen. Neben allgemeinen Aspekte wie die Einteilung in bestimmte Epochen, Klimatische Verhältnisse und allgemeine Lebens- und Siedlungsformen wurden besonders die Bereiche der Nahrungszubereitung, der Kleidung und der Wohnformen besprochen.

Anhand verschiedener Exponate wurde schnell deutlich, dass unsere Vorfahren keine einfachen Primaten waren, sondern über differenzierte Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügten. Sie waren in der Lage Werkzeuge herzustellen (siehe Knochennadel und Sense), mit einem Feuerbohrer Feuer zu machen, aus Fasern Fäden zu spinnen und aus diesen widerum Gewebe und Kleidung zu entwickeln. Aus Jägern und Sammlern wurden Siedler, die Ackerbau betrieben und Tiere domestizierten.

Neben den inhaltlichen Schwerpunkten konnten sich die Studierenden bei Frau Kokoska auch erkundigen, welche Möglichkeiten die Museumspädagogik bietet, um mit Kindern die Steinzeit zu entdecken.

 B.Nann

Steinzeitliche Sense

Riaz Dan – Fashion und Design an der PH Karlsruhe

Textiler kann ein Semester nicht beginnen!

Riaz Dan, Jungdesigner aus Karlsruhe, präsentierte am Donnerstag, 14.4.2016, seine Fashion Kollektion vor Studentinnen und Studenten des Faches Alltagskultur und Gesundheit im Rahmen eines Textilseminars.

Mit kreativen unifarbenen aber dennoch straighten Schnitten erläuterte er die Entstehung eines Kleidungsstückes. Von der Idee über die schnelle Skizze, den Prototypen hin zum fertigen Prêt-à-porter-Kleidungsstück demonstrierte er sehr anschaulich, dass die Nähkunst alleine nicht ausreicht, um erfolgreich Mode an die Kundin oder den Kunden zu verkaufen. Fleißiges und beständiges Suchen nach neuen Stoffen, Schnitten und Wegen der Präsentation für seine Kollektionen machte Riaz Dan deutschlandweit bekannt. Mit eigenem Concept Store und Parfüm, dass er zusammen mit einem berühmten Parfümeur kreiert hat, ist Riaz Dan kein unbekannter in der Jungdesigner Modeszene.
Sehr offen und sehr freundlich beantwortete er Fragen der Zuhörer.
...die Zeit ging zu schnell vorbei und es wäre noch viel zu zeigen gewesen.

Wünschen wir Riaz Dan, weiterhin Erfolg in seinem Unternehmen und ein Anwachsen seiner Fashionliebhaber.

„Einfachheit ist der ultimative Luxus“      Parfümeur Mark Buxton

C. Müller-Zilm

Riaz Dan (in der Mitte stehend) mit einer Gruppe Studierender im Seminarraum