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Institut für Physik und Technische Bildung

Nachruf

Herr Karl Heinz Gebhardt (Akademischer Oberrat) verstarb für uns alle überraschend am 21.03.2016 im Alter von nur 69 Jahren. Er war insgesamt 26 Jahre an der Pädagogischen Hochschule tätig.

Nach mehrjährigem Dienst bei der Bundeswehr, Lehramtsstudium für das Lehramt an Realschulen und entsprechendem Schuldienst kam er 1986, zuerst als abgeordneter Lehrer, dann nach seiner Übernahme 1992 als Fachschulrat in den Hochschuldienst endgültig an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe in die heutige Abteilung Technische Bildung. 1994 folgte die Ernennung zum Studienrat a. e. Hochschule, 1998 zum Oberstudienrat und 2008 zum Akademischen Oberrat. 2012 wurde Herr Gebhardt in den Ruhestand versetzt.

Der Schwerpunkt seiner fachlichen Tätigkeit lag von Anfang an auf den Gebieten der Elektrotechnik und Technischen Informatik, wo er nicht nur wichtige Impulse setzen konnte, sondern insbesondere für die Technische Informatik Pionierarbeit geleistet hat. So nahm er wichtige Funktionen im Zusammenhang mit der Multiplikatorenausbildung für Realschullehrer auf dem Gebiet der Informatik und im Erweiterungsstudium Informatik wahr. Seine Arbeit hat in verschiedenen Publikationen ihren Niederschlag gefunden. Daneben deckte seine Tätigkeit fast das gesamte Spektrum der fachlichen und fachdidaktischen Techniklehrerausbildung ab.

Herr Gebhardt war eng mit der Hochschule, dem Fach und seinen Aufgaben verbunden. Als Kollege haben wir ihn wegen seines Engagements, seine Gradlinigkeit und seiner ausgeprägten Kollegialität geschätzt. Wir gedenken seiner in kollegialer Verbundenheit und werden seine Leistungen für das Fach und die Technische Bildung in Ehren halten.

Das Kollegium in seiner Dienstzeit
Prof. W. Bienhaus
Prof. Dr. W. Schmayl
Prof. Dr. C. Wiesmüller

Nachruf

Die Abteilung Technische Bildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe trauert um den Verlust zweier verdienter und langjähriger Wegbegleiter unseres Faches, die kurz hintereinander von uns gegangen sind.

Herr Josef Wagner (Oberstudienrat a. e. Hochschule) verstarb am 21.01.2016 im Alter von 89 Jahren. Er war 17 Jahre an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe im Fach Technik tätig, nachdem er seinen Hochschuldienst 1972 als Fachschulrat an der Pädagogischen Hochschule Lörrach angetreten hatte. Seine berufliche Laufbahn begann er als Volksschullehrer und bildete sich am Werklehrerseminar in München weiter. Es folgten Abordnungen an das Pädagogische Fachinstitut bzw. Fachseminar in Gengenbach.

Nach der Schließung der Pädagogischen Hochschule Lörrach kam er 1984 nach Karlsruhe, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 2001 lehrte. Seine Haupttätigkeit als Hochschullehrer galt dem Sachunterricht mit technischem Schwerpunkt, den er in allen Belangen vertrat. Im gleichen fachlichen Kontext nahm er an zahlreichen fächerverbindenden Kooperationen teil, wobei ihm insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Fach Biologie und das darauf bezogene Karlsruher Schulgartenprojekt zu nennen sind.

Herr Wagner war in und neben seiner dienstlichen Tätigkeiten vielfältig kunsthandwerklich engagiert. Seine besondere Leidenschaft galt der Keramik und hier insbesondere der Beschäftigung mit der Rakutechnik, der japanischen Kultur und dem Zen-Buddhismus. Die Keramikabteilung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe trägt noch heute seine Handschrift und zahlreiche Studierende durchliefen seine Kurse.

Wir verlieren mit ihm einen liebenswürdigen, engagierten und loyalen Kollegen, der sich um die Technische Bildung in der Grundschule verdient gemacht hat. Wir werden Josef Wagner in würdiger Erinnerung bewahren.

Das Kollegium in seiner Dienstzeit
Prof. W. Bienhaus
Prof. Dr. W. Schmayl
Prof. Dr. C. Wiesmüller

Mach MINT – Kooperatives Projekt der Technischen Bildung mit der Leopoldschule

Pressemeldung, Technische Bildung, 12.02.2015; Löhr

Bereits im Mai 2014 startete ein gemeinsames Projekt zwischen der Leopoldschule Karlsruhe (GS) und dem Fachbereich Technische Bildung. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Stärkung der technischen Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler der Grundschule sowie die Heranführung zukünftiger Lehrer an die praktische Umsetzung von Themen und Inhalten der technischen Bildung.
Die Leopoldschule Karlsruhe ist eine der landesweit wenigen Grundschule, die als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet wurde. Sie profiliert sich durch das Setzen von Schwerpunkten bei der Vermittlung von Inhalten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften als fester Bestandteil in einem Unterrichtsband sowie durch Wettbewerbsteilnahmen und außerschulische Kooperationen in diesen Themenfeldern.
Seit dem Schuljahr 2013/2014 findet die MINT-Unterrichtsschiene immer freitags statt. Alle Klassen experimentieren und erkunden abwechselnd im Forscherraum zu verschiedenen Themen, mit entsprechender Vor- und Nachbereitung. Themen der technischen Bildung kamen aber leider zu kurz, was sich durch eine Kooperation mit dem Fachbereich Technische Bildung der PH ändern sollte.
Beginnend mit dem Sommersemester 2014 konnten für die Grundschüler schon verschiedene Projekte angeboten werden. Was mit zwei Studierenden begann (Bau eines SOMA-Würfels, selbstangetriebene Fahrzeuge aus Fischertechnik-Elementen), ist mittlerweile auf zwei Gruppen mit je fünf Studierenden gewachsen, die bereits vor Weihnachten mit den Schülern Futterhäuschen und Nistkästen für Vögel bauten und im Januar 2015 verschiedene Antriebsmöglichkeiten von Wasserfahrzeugen testeten und diese dann auch aus Holz nach-bauten.
Möglich gemacht haben diese Kooperation Herr Schöner, der lange an der Leopoldschule als Erzieher in der Betreuung arbeitete und Student der PH ist sowie Herr Löhr, Dozent an der PH, der den Studierenden die Möglichkeit der praktischen Umsetzung von Veranstaltungsinhalten geben möchte und sich für eine allgemeine technische Bildung auch in der Grundschule einsetzt.
Im Sommersemester 2015 wird das kooperative Projekt aufgrund der positiven Resonanz seitens der Schüler, der Schulleitung und der Studierenden weitergeführt.

 

Technische Bildung der PH kooperiert mit Audi bei Lehrerfortbildung

Pressemeldung, Technische Bildung, 1.7.2014; CW

Folgende Wahrnehmung teilen inzwischen viele: Trotzdem die Technik aus Beruf und Alltag nicht wegzudenken ist, spielt sie in der Schule eine geringe oder gar keine Rolle. In der Grundschule hängen technische Inhalte von Ausbildung und Neigung der Lehrkraft ab. Mit dem Staatlichen Schulamt Heilbronn, dem Audi Konzern am Standort Neckarsulm und dem Fachbereich Technische Bildung der PH Karlsruhe haben sich im Frühjahr 2014 drei Akteure zusammengefunden, um dem gezielt abzuhelfen. Unter Führung von Frau Dr. Jeretin-Kopf, Leiterin der Initiative Technische Bildung, eine Gründung des Fachbereichs, wurde eine vierteilige Lehrerfortbildung mit Grundschullehrerinnen konzipiert und durchgeführt, bei der Lehrerinnen, die in ihrem beruflichen Werdegang kaum oder gar keine Ausbildung im Fach Technik erfahren haben, mehrere didaktische und fachpraktische Bausteine vermittelt bekamen: vom Vogelhäuschen über das Windrad bis hin zu einem Rollflitzer bauten die Teilnehmerinnen verschiedene Artefakte, die auch in der Primarstufe zu verwirklichen sind. Weil die Maßnahme so viel Anklang fand, denken die drei Akteure darüber nach, das zunächst als Pilot gedachte Projekt fortzuführen und weiterzuentwickeln.

 

Architekturseminar Wiener Art

Pressemeldung, Technische Bildung, 21.06.2014; CW

Eine beträchtliche Anzahl von Studierenden fand sich am 20. und 21. Juni 2014 zum Wochenendseminar von Prof. Rainer Sturm von der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien und Krems ein. In didaktischer Perspektive zeigte der Wiener Professor im Ruhestand die Entwicklung der Architektur von den ersten Versuchen bis zur Gegenwart auf. Nicht nur theoretisch, sondern immer verbunden mit praktischen Aufgabenstellungen, erarbeiteten sich die Studierenden wichtige Epochen der Baugeschichte.

Dabei begegneten sie den bautechnischen Herausforderungen im konkreten Tun. Die Problemlösungen, wie Elemente fachgerecht verbunden und wie Baukörper stabil ausgeführt werden können, ist ablesbar an den vielen Lösungsgestalten, die die Studierenden gefunden haben. Sturm ging es bei seinem 28stündigen Seminar insbesondere darum zu zeigen, dass Architektur und Bautechnik einen Inhalt darstellen, der in der Schule ideal umzusetzen ist und für Schülerinnen und Schüler gut fassbar ist.

Dozent und Studentin, stellvertretend für alle, sind gleichermaßen fasziniert vom Können früher Generationen des sesshaft werdenden Menschen. Maaike Hermans und Prof. Rainer Sturm vor der Projektion eines Zweipfostenhauses.

 

Wilkenings wissenschaftlicher Nachlass jetzt in Karlsruhe

Pressemeldung, Technische Bildung, Juni 2014; CW

Mit 88 Jahren hochbetagt, aber voller Interesse an den Entwicklungen in der Technischen Bildung ordnete Fritz Wilkening in den letzten Wochen seinen wissenschaftlichen Nachlass und übergab ihn dem Fachbereich Technische Bildung an der PH Karlsruhe.

Wilkening vertrat das Fach Technik und seine Didaktik schon in einer Zeit, als es begann, sich aus dem Werken heraus zu konstituieren. Seit den 70er Jahren des 20. Jhs hat er das Werden dieses neuen Unterrichtsgebietes maßgeblich mitgestaltet und mit epochalen Veröffentlichungen dessen Profil geprägt. Wilkenings Untersuchungen zur Technischen Bildung im Werkunterricht, zu den Unterrichtsverfahren und zum Technikunterricht gehören bis heute zur Standardliteratur, auf die man verwiesen ist, wenn man den Dingen auf den Grund gehen will.

Bei der Übergabe der vielen Ordner, Originaldokumente von großem Wert für die fachhistorische Forschung, zeigte sich Wilkening am 10. Mai 2014 in Hamburg bei bester Laune. Das anberaumte Interview in den Räumen der ersten Gewerbeschule G1 der Hansestadt erwies sich als Quell von Daten und Geschichten, die ein erfülltes Arbeitsleben für Wissenschaft, Forschung und Lehre anschaulich werden ließen. Nicht oft noch wird es möglich sein, dass drei Generationen einer gut 40 jährigen wissenschaftlichen Traditionslinie sich zu einem Gespräch zusammenfinden können: Wilkening als Begründer, Winfried Schmayl als zweite Generation, von der Universität Hamburg an die PH nach Karlsruhe gewechselt, und Christian Wiesmüller, der jetzt den Nachlass verwaltet und ihn der Forschung zugänglich machen will.

Der Blick des Drei-Generationengesprächs war keineswegs nur in die Vergangenheit gerichtet. Alle drei Professoren entwickelten auch Gedanken zur Zukunft der Technischen Bildung, deren Verwirklichung in einer Zeit dynamischer technischer Entwicklung paradoxer Weise immer wieder in Frage gestellt wird, weil Gründe und Beschaffenheit der Technik falsch interpretiert werden.

Gruppenfoto vor der ersten Gewerbeschule in Hamburg: (v.l.n.r.) Roger Schlicht, der das Treffen organisierte, Prof. Dr. Wilkening, Prof. Dr. Schmayl, Prof. Dr. Wiesmüller

 

Marine Exkursion nach Wilhelmshaven

Pressemeldung, Technische Bildung, April 2014;  Raphael Friedel

Vom 17. – 21.03.2014 nahmen insgesamt 17 Studierende der Technischen Bildung unter der Leitung von Prof. Dr. Wiesmüller an der Exkursion zur Marine in Wilhelmshaven teil. Während des Seminars wurde die Delegation der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe hierbei vom Karriereberatungsoffizier Raphael Friedel und Hauptbootsmann Matthias Günther betreut. Während des abwechslungsreichen Programms bekamen die Studenten Einblicke in die Auslandseinsätze der Bundeswehr, Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr sowie in die Militärtechnik der Marine.

Beim Marinefliegergeschwader in Nordholz wurden durch erfahrene Piloten technische Details der Transporthubschrauber "Sea King Mk 41" und "Sea Lynx Mk 88A" sowie des Seefernaufklärers " Orion P-3C" erklärt. Zudem wurde ein Einblick in die aufwendige Instandsetzungstechnik der Flugzeugmuster ermöglicht.  Einen besonderen Charme hatte zweifellos der Besuch der Fregatte Karlsruhe, welche in Wilhelmshaven vor Anker lag (s. Foto). Mit einer Länge von 130 m und einer Breite von 15 m war das Schiff der Bremen Klasse schon auf den ersten Blick beeindruckend. Durch Besatzungsmitglieder wurden in der Folge die Bereiche der Antriebstechnik, Radartechnik, Kommunikationstechnik, Steuerungstechnik und Waffentechnik an Bord erklärt. Von zahlreichen Studenten wurde hierbei vor allem auch die Offenheit der Soldaten geschätzt, welche die Probleme mit den in die Jahre gekommenen Waffensystemen und die persönliche Belastung durch Auslandseinsätze ehrlich ansprachen.

Betrachtet man abschließend die Exkursion nach Wilhelmshaven, so darf man sagen, dass sie eine optimale Gelegenheit darstellte, die Bundeswehr als elementaren Teil unserer Gesellschaft hautnah kennen zu lernen. Die Erfahrungen während des Seminars sind weiterhin ein Beleg dafür, das Fach Technik als Exkursionsfach zu etablieren. In einer zunehmend technisierten Welt ist eine technische Grundbildung ohne Zweifel erforderlich. Der Bezug der Lehre zu realen Bereichen unserer Gesellschaft ist dabei mit Sicherheit zielführend.

Die Karlsruher Studierenden mit Raphael Friedel vor der Kaserne, die für vier Nächte Ihr Zuhause wurde.
Eindeutig Karlsruhe zuzuordnen: Die Fregatte, die gerade für ihren nächsten Einsatz am Horn von Afrika zur Piratenabwehr vorbereitet wird und die die Studierenden erkunden durften.

 

Wolf Bienhaus‘ Blick auf Venedig

Pressemeldung, Technische Bildung, November 2013

Am 11.11.2013 stand für die Technische Bildung ein Glanzlicht auf dem Programm: Wolf Bienhaus, ehemals Professor und über viele Jahre Leiter der Abteilung Technik an der PH, hielt einen Vortrag zur architektonisch einzigartigen Perle an der Adriaküste, zu Venedig. Die Studierenden und auswärtigen Gäste erlebten einen reichbebilderten, schöngeistige - und technische Kultur einbeziehenden Vortrag aus dem Blickwinkel eines Architekten und Ästheten sowie eines Professors der Technischen Bildung. Bautechnik und Architektur sind wesentliche Inhalte des Faches Technik. Bienhaus sammelte und dokumentierte seine Eindrücke während eines mehrwöchigen Aufenthalts in der Lagunenstadt. Er ging zwar auch auf touristische Glanzlichter ein, das Besondere aber waren Ansichten, wie sie sich nur dem zeigen, der sich auf Lebensart und Rhythmus der Stadt einlässt.

Bienhaus feierte kurz vor seinem Vortrag seinen 70sten Geburtstag. Wozu ihm Prof. Dr. Christian Wiesmüller und Prof. Dr. Winfried Schmayl herzlich gratulierten; Schmayl, von 1991 bis 2006 mit Bienhaus im Fach an der PH tätig, mit einer Würdigung seines beruflichen Wirkens. Eine Erinnerung aus studentischer Sicht trug Jean Paul Löhr bei, der bei Bienhaus studierte und jetzt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der PH fungiert.

Wolf Bienhaus beim Vortrag (li.) und das Festplakat (Photo: Thomas Beck)

 

Ein Karlsruher jetzt 1. Vorsitzender der DGTB

Pressemeldung, Technische Bildung, September 2013

Der fachliche Leiter der Technischen Bildung der PH Karlsruhe, Prof. Dr. Christian Wiesmüller, wurde im Zusammenhang der großen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für technische Bildung in Berlin, die mit der Stiftung Haus der kleinen Forscher kooperativ durchgeführt wurde, durch die Mitgliederversammlung am 13.9.2013 zum 1. Vorsitzenden der deutschlandweit agierenden Fachvereinigung gewählt. Er folgt auf Prof. Dr. Wilfried Schlagenhauf, der nun die Aufgaben des 2. Vorsitzenden übernommen hat. Dem Vorstand gehört wie schon seit vielen Jahren ein weiterer Karlsruher Fachvertreter an:  Wolf Bienhaus, Professor i.R. der PH Karlsruhe. Damit kann Karlsruhe einerseits auf eine lange Tradition beim Engagement für ein Schulfach Technik blicken und nimmt nun auch eine maßgebliche Position in dieser Gesellschaft ein, die als Fachgesellschaft Wissenschaftler und Lehrer zusammenführt. Über seine Funktion bei der DGTB hinaus engagiert sich Wiesmüller auch in der Landesfachschaft Technikdidaktik der PHn Baden-Württembergs als Vorsitzender. Des weiteren arbeitet er im Forschungslenkungskreis der Bundesstiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit. „Die Bemühungen um eine technische Bildung in allen Schularten auf allen Alterstufen dürfen in einer Zeit stetig zunehmender Technisierung nicht nachlassen“, so Wiesmüller nach seiner Wahl zum DGTB-Vorsitzenden.

v.li.n.re.: Dr. Rösner, Vorstand der Stiftung Haus der kleinen Forscher, Prof. Dr. Wiesmüller, 1. Vorsitzender der DGTB, Prof. Dr. Schlagenhauf, 2. Vorsitzender der DGTB

 

Beachtlicher Auftritt der Technischen Bildung in Berlin

Pressemeldung, Technische Bildung, September 2013

„Technische Bildung von Anfang an“ lautete das Tagungsthema der Deutschen Gesellschaft für Technische Bildung DGTB bei ihrer Jahrestagung in Berlin am 13. und 14. September 2013 im Technikmuseum. Die Veranstaltung wurde kooperativ mit der Bundesstiftung „Haus der kleinen Forscher“ durchgeführt. Die PH Karlsruhe war mit drei Beiträgen vertreten: Prof. Dr. Walter Kosack führte allgemein in das Thema ein, indem er die bundesdeutschen Bildungspläne nach technischen Inhalten verglich. Frau Dr. Maja Jeretin-Kopf stellte Ergebnisse der großen empirischen Untersuchung zum Erfinden und Konstruieren vor, die die Technische Bildung der PH Karlsruhe für die Stiftung Haus der kleinen Forscher durchgeführt hat. Den Schlusspunkt setzte Prof. Dr. Christian Wiesmüller mit seinem Thema „Frühe technische Bildung als Kulturaneignung“. Die Jahrestagung der DGTB zeigte mit den Beiträgen vieler Hochschulen, wie wichtig eine früh ansetzende allgemeine technische Bildung ist. Dr. Peter Rösner dankte am Ende u.a. den Karlsruher Wissenschaftlern für die geleistete Arbeit der letzten beiden Jahre beim Forschungsprojekt, das eindeutige Ergebnisse erbrachte: Schon kleine Kinder verstehen es, variantenreich technische Problemstellungen konkret und kreativ anzugehen und können bemerkenswerte Objekte herstellen. Dies muss noch mehr Berücksichtigung in der Primarstufe finden. Darüber waren sich alle einig.

Stehend v.li.n.re.: Prof. Dr. Schulte als Moderator, Prof. Dr. Kosack, Prof. Dr. Schlagenhauf, sitzend v.re.n.li. Prof. Dr. Wiesmüller, Prof. Bienhaus

 

Technische Bildung als ganzheitlicher Ansatz

Pressemeldung, Technische Bildung, Ingolstadt, 12. August 2013

Der Bayerische Lehrerinnen und Lehrerverband BLLV veranstaltete am 12. August 2013 in Kooperation mit der Audi AG in Ingolstadt einen Kongress zur Technischen Bildung in Bayern. Auch in Bayern sieht man mit Sorge, dass es einerseits zu wenig Nachwuchs bei den technischen Berufen gibt und dass andererseits Defizite beim Verstehen von und Umgehen  mit Technik bei der ganzen Bevölkerung zu beklagen sind: Technik betrifft jeden Menschen. Das Hauptreferat mit dem Schwerpunkt Ganzheitlichkeit einer technischen Bildung hielt Prof. Dr. Christian Wiesmüller von der PH Karlsruhe. Er trug das Thema in dreifacher Funktion vor: als fachlicher Leiter der technischen Bildung an der PH Karlsruhe, als Vorsitzender der Landesfachschaft Technik der PHn Baden-Württembergs und als 2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für technische Bildung. Technik als Schulfach hat in Bayern keinen leichten Stand. Wiesmüllers Vortrag sollte Argumente beitragen, um dem Fach mehr Bedeutung im Ansehen der Kultus- und Wissenschaftsadministration und der Erziehungswissenschaften zu verschaffen. Die Karlsruher Interpretation der Ganzheitlichkeit wurde vom Auditorium mit großem Interesse aufgenommen, ein Großteil sah in dem systematischen theoretischen Ansatz eine gute Basis, wenn man nun daran gehen will, mehr schulpolitische Geltung für den Technikunterricht einzufordern. Die Audi AG, vertreten durch das Bildungswesen, hat dem BLLV dabei ihre Unterstützung zugesagt.

Prof. Wiesmüller beim Vortrag

 

Generationengespräch zur technischen Bildung

Pressemeldung, Technische Bildung, Juni 2013; CW

In Zeiten rasanter Entwicklungen mit nicht selten vorschnellen Wendungen – auch auf dem Bildungssektor, mag es nicht falsch sein, sich zu besinnen. Das Generationengespräch zur technischen Bildung an der PH Karlsruhe am 14. Juni 2013 diente diesem Zweck. Im Zentrum stand die auf 40 Jahre zurückblickende „Hamburgisch-Karlsruher Linie der Technikdidaktik“. Wäre der Professor der ersten Stunde, Dr. Fritz Wilkening (87) aus Hamburg, kurzfristig krankheitsbedingt nicht ausgefallen, wären drei Generationen dieser didaktischen Traditionslinie versammelt gewesen. Prof. Dr. Christian Wiesmüller konnte jedenfalls Prof. Dr. Winfried Schmayl (72), Verfasser einer vielbeachteten systematischen Technikdidaktik, in der Runde begrüßen. Er lehrte in Hamburg, dann in Kassel, schließlich in Karlsruhe. Die Karlsruher Aspekte wurden ergänzt durch Prof. Dr. Walter Kosack, viele Jahre für den Sachunterricht an der PH zuständig. Mit dabei waren mehrere Doktoranden des Fachgebiets aus Baden-Württemberg, einer aus Hamburg, die sich einiger Zusammenhänge der Fachgeschichte versichern wollten. Das Gespräch wurde nicht zuletzt deshalb realisiert, weil im Vorfeld die Studierendenschaft ihr großes Interesse bekundet hatte. Von den Studierenden wurde das Ereignis aufmerksam verfolgt, wie Nachfragen und intensive Gespräche bei der anschließenden Grillparty zeigten.

v.l.n.r. die Professoren Schmayl, Wiesmüller und Kosack
Links im Bild die drei Professoren Schmayl, Wiesmüller und Kosack
Aufmerksam von der ersten bis zur letzten Minute, Studierende aller Semester des Faches Technik

 

300 Zuhörer öffnen sich der Frage: Wie lernt man Technik?

Pressemeldung, Technische Bildung, September/Oktober 2012; CW

Wenn die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ Kitas und Grundschulen ihrer regionalen Netzwerke einlädt, dann sind die Säle voll. Daß am 28. September 2012 über 300 KITA-Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrkräfte zum Thema „Keine Angst vor Fragen“ am KIT zusammenkamen, ist ein weiterer Beleg dafür.

Mathematische, naturwissenschaftliche und technische Bildung sind ein wichtiges gesamtgesellschaftliches  Anliegen. Einer der beiden Plenumsvorträge beschäftigte sich mit der Frage, wie man eigentlich Technik lernt - ohne Berührungsängste! Technik ist ein im Leben selbstverständliches Phänomen, nicht wegzudenken; bildungsseitig aber ist Technik kaum vertreten. Oftmals wird naturwissenschaftliche Bildung damit verwechselt, obwohl die Technik im Grunde ein Kultur- und Gestaltungsfach ist, das systematisch und fachlich strukturiert eigenständig unterrichtet werden müsste, so  Prof. Dr. Christian Wiesmüller, der einen Einblick in die Methodik und Inhaltlichkeit des Faches gab.

Eine allgemeine technische Bildung könne auch sehr früh ansetzen, weil Kinder von Beginn an und qua Menschsein kleine „Alltagstechniker“ wären.  Frau Dr. Maja Jeretin-Kopf belegte mit einer empirischen Studie, daß Kinder schon im Grundschulalter konstruktive Überlegungen anstellen und umsetzen können. Und wenn ein Kind mit Bauklötzen spielt, dann hat das „Stein auf Stein“ schon etwas mit der Bautechnik zu tun.  In welchem Alter nimmt ein Kind Bauklötze in die Hand?

Daß man als Erzieherin und Erzieher schon den Mut haben sollte, Technik zum Thema zu machen, zeigten Lisa Schmitt und Jens Shebetich auf, die ihren Zugang zur Technik und ihren Werdegang bis hin zum Technik- Lehramt schilderten.

Jens Shebetich (mitte), eben examinierter Techniklehrer und Absolvent der PH Karlsruhe, schildert, wie er dazu kam, Technik zu „seinem“ Fach in der Schule zu machen, rechts im Bild: Prof. Dr. Wiesmüller (Foto: Stiftung Haus der kleinen Forscher)

 

Karlsruher Technische Bildung gefragt bei Restaurierungsprojekt

Pressemeldung, Technische Bildung, 13. September 2012; CW

Im Futterhaus des Hamburger Tierparks Hagenbeck werden fünf Kleinwagen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckt. Es sind dies einmalige Autos, die Cuno Bistram konstruiert hat. Bis 1972 wurden von Rennwagenbegeisterten mit diesen Fahrzeugen auf dem Rennoval des berühmten Zoos Runden gedreht,  waren dann aber verschwunden.

Nikolas Aichele startet mit diesem aufsehenerregenden Fund in Zusammenarbeit mit dem Museum für Arbeit in Hamburg nun ein einmaliges mehrjähriges Restaurierungsprojekt. Mit dabei, die Technische Bildung der PH Karlsruhe, die dazu ein didaktisches Konzept erarbeitet . Einerseits geht es um handwerklich-technische Lernanlässe, funktionale Details und technikhistorische Gesichtspunkte, andererseits werden ethische Fragestellungen aufzuwerfen sein. Studenten der PH Karlsruhe waren mit Professor Dr. Christian Wiesmüller zum Auftakt des Projekts auf der Automechanika in Frankfurt, wo die Fahrzeuge einen Höhepunkt der Leitmesse der KFZ-Industrie darstellten.

Die Wahl, ein didaktisches Konzept speziell mit den Karlsruhern zu entwickeln, ist darin begründet, dass Technikdidaktik hier schwerpunktmäßig außerschulische Anlässe und Phänomene einbezieht, neben aller modernen Technik auch den handwerklichen Wurzeln der Techniklehrerausbildung Wert beimisst und dass die didaktische Theoriebildung in Karlsruhe auf Hamburger Wurzeln zurückzuverfolgen ist. Letzteres ist eine bemerkenswerte Koinzidenz. Dabei ist das Projekt alles andere als rückwärtsgewandt. Vielmehr geht es darum, aus der Wertschätzung und produktiven Auseinandersetzung mit dem Vergangenen über zukünftig Mögliches nachzudenken. Kann man ein Fahrzeug mit ähnlich sympathischer Anmutung ganz neu aufbauen, vielleicht mit elektrischem Antrieb?

Sitzprobe (v.l.n.r.): Prof. Dr. Wiesmüller, Oliver Schmidt, Florian Hildenbrand (beide Studenten der Technikdidaktik, Dipl. Ing. Nikolas Aichele (Foto: Walser)

 

Quo vadis technische Bildung?

Pressemeldung, Technische Bildung (25.6.2012)

Bildungsfragen bewegen die Gesellschaft und führen zu mitunter heftigen, auch emotional geführten Auseinandersetzungen und spalten die Lager. Dabei wäre nüchterne Faktenanalyse angesagt. Wie zum Beispiel diese: In Deutschland fehlen Facharbeiter, Techniker und Ingenieure. Viele Heranwachsende wissen nicht, ob eine derartige Berufsrichtung für sie in Frage käme, weil sie sich in der Schule in dem Sektor nicht ausprobieren und weil sie keine Erfahrungen sammeln konnten. In Deutschland werden innovative technische Projekte in endlosen Diskussionen „zerrieben“, weil Bevölkerung und Politik zu wenig Sachkenntnis haben. Kurz: Es fehlt an allgemeiner technischer Bildung, die ein Land aber bräuchte, um den hohen handwerklichen und industriellen Stand halten zu können.

Dieser Problematik widmete sich ein Forum, zu dem die Abteilung Technische Bildung am 25.6.2012 eingeladen hat. Vertreter der Wirtschaft, der Schulen, der Wissenschaft sowie der Studentenschaft diskutierten über Wege, wie diesem „Bildungsmangel“ zu begegnen wäre. Weil man in kurzer Zeit Übereinstimmung erzielte, etwas unternehmen zu müssen und zu wollen, einigte man sich auf zukünftige enge Abstimmung zwischen den Akteuren und entwickelte Initiativ-Ideen, die in den kommenden Monaten konkretisiert werden sollen. Darüber soll auf der Abteilungshomepage demnächst berichtet werden.

Vertreter der Wirtschaft und der Schulen: (v.l.n.r.) Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe Joachim Wohlfeil, Geschäftsführer des IHK Bildungszentrums Rolf Barthold, Vertreter der Chemie-Verbände Dr. Tobias Pacher, Koordinatorin für wiss. Kinderbildung KIT-Süd Dr. Heike Puzicha-Martz und Dr. Wolfgang Wiegand, Schulleiter der Ludwig-Uhland-Schule Birkenfeld, die mit wertvollen Hintergrundinformationen und konkreten Vorschlägen die Diskussion bereicherten.
Studenten der Kinderwerkstatt und die studentische Fachschaft sind von Anfang an in die Initiative mit eingebunden: (v.l.n.r.) Lukas Finke, Sarah Kühner, Anja Hirn, Oliver Schmidt, Thomas Rademacher mit engagierten Wortmeldungen und Vorschlägen
Frau Dr. Maja Jeretin-Kopf erläutert das Primarstufenprojekt mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, an das in der Region Karlsruhe angeknüpft werden soll und das von den Professoren Dr. Walter Kosack und Dr. Christian Wiesmüller mitbetreut wird

 

Technischer Schönheit auf der Spur

Pressemeldung, C. Wiesmüller (01.06.2012)

Ein Forschungsschwerpunkt der Karlsruher Technikdidaktik ist die ästhetische Dimension der Technik. Grund genug für den außerschulischen Lernort Autostadt, den Abteilungsleiter der Technischen Bildung mit drei Studierenden für einen Workshop zu engagieren. Ungewöhnlich dabei: Das Karlsruher Team sollte sich in der historischen Automobilsammlung auf Spurensuche nach technischer Schönheit machen – und dies mit der Altersgruppe 55plus.

In der Ausschreibung las sich das so: Manche technische Lösungen, Details und Mechanismen erleichtern uns nicht nur den Alltag, sie faszinieren uns durch ihre Raffinesse und Erscheinung. Vieles im Verhältnis von Mensch und Technik geschieht unbewusst und bleibt unterschwellig in der Wahrnehmung.

Lässt sich dies aufdecken, bewusst machen und erkennen? Welche Rolle kommt dabei unserem ästhetischen Empfinden, diesem nur vage definierbaren „Sinn“ zu? Schließlich bezieht sich der Begriff Ästhetik nicht nur auf das offensichtlich Schöne, sondern darüber hinaus auf unser Erkennen selbst.

Sitzprobe in dem Käfer, den einst die Mutter des Konzernlenkers von Volkswagen und Unternehmerin, Louise Piëch, über viele Jahre privat nutzte: (v.l.n.r.) Jens Shebetich, Lisa Schmitt, Leo Roth
Das Team in Aktion: (v.l.n.r.) Jens Shebetich, Leo Roth, Brenda Frey (Autostadt), Lisa Schmitt

 

Erasmus Dozentenmobilität – Fachlicher Dialog zwischen Karlsruhe und Wien

Pressemeldung, Abteilung Technische Bildung, Wiesmüller (21.5.2012)

Im Rahmen des Erasmus Programms zur Dozentenmobilität innerhalb Europas hielt sich nun schon zum dritten Mal Prof. Dr. C. Wiesmüller vom 10. bis 15. Mai 2012 in Wien auf, um mit Studierenden und Lehrenden an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien und Krems Fragen von internationaler Bedeutung zur technischen Allgemeinbildung zu diskutieren. Während in Österreich derzeit eine Zusammenlegung von Technischem und Textilem Werken auf den Weg gebracht wurde, erhielt in Baden-Württemberg das eigenständig ausgewiesene Fach Technik sogar eine Statusaufwertung, indem es für das Sekundarstufenlehramt explizit zu einem der verplichtend zu wählenden Fächer im Kanon der Haupt- und Nebenfächer erklärt wurde (WHRPO I, § 6, 20. Mai 2011). Die Entwicklung in Österreich wird mit Skepsis gesehen, bedeutet die Zusammenlegung doch einen Verlust an jeweils vorhandenem eigenen Profil und an spezifisch ausgewiesenen Stundenanteilen. Nördlich der Alpen scheint erkannt worden zu sein, dass unter dem Oberbegriff Technik der sehr stark technikgetriebenen kulturellen und zivilisatorischen Entwicklung schul-unterrichtlich besser Rechnung getragen werden kann. Wie sonst auch sollte etwa das „T“ in MINT für eine Öffentlichkeit als Schulfach mit Zielen, Inhalten und Methoden wahrzunehmen sein. Und dies ist eine Voraussetzung für einen gelingenden Bildungsaufbruch in der Gesellschaft, die die umgebende Technosphäre verstehen lernen muss, um verantwortlich in ihr agieren zu können.
Für das kommende Jahr ist ein Gegenbesuch von Prof. Sturm in Karlsruhe geplant, um den Dialog fortzuführen.

In „dichter“ Seminaratmosphäre diskutieren Studierende mit Wiesmüller Fragen des Studiums in beiden Ländern. Von allen Seiten wurde betont, dass weder das Bücherstudium noch eine Videokonferenz den persönlichen Gesprächskontakt ersetzen können.

Walter Kosack jetzt Professor in der Technischen Bildung

Mitteilung zur Abteilung, C. Wiesmüller (20.4.2012)

Mit Wirkung zum Sommersemesterbeginn 2012 ist Prof. Dr. Walter Kosack in das Professorenkollegium der Abteilung Technische Bildung eingetreten. Er wird u.a. die Primarstufendidaktik des Faches Technik vertreten und die klassischen Technikbereiche Maschinentechnik, Produktionstechnik, Bautechnik und Elektrotechnik in Modul 2 und 3 (neue PO) sowie W 1 und W 3 (alte PO) lehren, die examensrelevant sind. Herr Kosack vertrat über viele Jahre den Sachunterricht an der PH, begleitete Kandidatinnen auf ihrem Weg zur Promotion und Habilitation. Seine Beiträge zur Technikdidaktik haben die Schwerpunkte "Geschlechterspezifik in der technischen Bildung" und "Bildung, Technik und Rationalität". Derzeit widmet er sich u.a. im kollegialen Zusammenwirken mit Frau Dr. Jeretin-Kopf und Prof. Dr. Wiesmüller der Kooperation mit dem Haus der kleinen Forscher. Dieses Drittmittelprojekt hat zum Ziel, für die Kindertagesstätten in bundesweiter Perspektive Aufgabenstellungen zum Konstruieren und Bauen zu entwickeln und dies wissenschaftlich zu begleiten. Erste Ergebnisse dieses bedeutsamen Projektes stellt Frau Jeretin-Kopf demnächst auf dieser Homepage vor.

Karlsruher Technikdidaktik bei den Mannheimer Techniktagen

Pressemeldung, C. Wiesmüller (20.3.2012)

Kein passenderes Ambiente hätte es geben können für zwei Technik-Workshops. Diese offerierte die Abteilung Technische Bildung der PH Karlsruhe auf den Techniktagen im Technoseum am 14. und 15. März 2012 Lehrkräften und Schülern. Ein Workshop stellte die Arbeit mit dem Halbzeugsystem von LPE vor, wie sie in der Kinderwerkstatt an der PH betrieben und erforscht wird. Kinder konnten mit Hilfestellung von zahlreichen Studierenden unter der Leitung von Frau Dr. Maja Jeretin-Kopf verschiedenste konstruktive Aufgaben lösen und sich dabei der Materialien und Werkzeuge des überzeugend durchdachten UMT-Systems (Universelles Medium für den Technikunterricht) bedienen. Eine Kooperation rückte mit dem zweiten Angebot hand-werkliche Technik in den Mittelpunkt. Die internationale Bildungsplattform yourmove und die Abteilung Technische Bildung bauten in der Eisenbahnabteilung des Technoseums eine kleine Metallwerkstatt auf, in der Schülerinnen und Schüler elementare Bearbeitungsmöglichkeiten des faszinierenden Werkstoffs kennenlernen konnten. Eine Besonderheit stellte das „English Wheel“ dar (im Bild), mit dem vorgetriebene Formen gepresst und ausgewalzt werden, bis - wie von Zauberhand - gleichförmige konkave oder konvexe Gebilde entstehen, die eine künstlerisch freie oder technisch exakte Endform annehmen können. Den Verantwortlichen, Dipl. Ing. Nikolas Aichele und Prof. Dr. Christian Wiesmüller standen bei der Betreuung der Kinder die Fachsprecher der Studentenschaft Technik, Lisa Schmitt und Jens Shebetich, zur Seite.

Prominenter Besuch in der Metallwerkstatt: Der Begründer der Neurodidaktik Prof. em. Dr. Gerhard Preiß aus Freiburg am English Wheel. Links im Bild Dipl. Ing. Nikolas Aichele von yourmove (Photo: C. Wiesmüller)

Mit großem Eifer nutzten die Kinder bei den Techniktagen die Kinderwerkstatt der Abteilung Technische Bildung. Für die betreuenden Studierenden ein vorzügliches Erfahrungsfeld (Photo: M. Jeretin-Kopf)

Die Kinderwerkstatt der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe in Betrieb genommen

Maja Jeretin-Kopf, Pressemeldung, 10. Januar 2012

Am letzten Schultag vor den Weihnachtferien hat eine ganze Sportlermannschaft aus Linkenheim die neue Kinderwerkstatt der Pädagogischen Hochschule in Betrieb genommen. Elf Fußballer und Fußballerinnen, eine Tänzerin und eine Handballerin sägten, bohrten, hämmerten und schraubten voller Begeisterung an den Werkbänken. Die sieben- bis zehnjährigen Kinder entwarfen und bauten aus Baumarktmaterialien ihre eigenen Gummibärchenschleudermaschinen. Dass die Kinder beim Lösen technischer Probleme äußerst kreativ sein können, zeigt die Tatsache, dass nach nur drei Stunden Arbeit dreizehn funktionstüchtige Wurfmaschinen gefertigt wurden, denen fünf verschiedene Wirkmechanismen zugrunde lagen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Kinder als Tüftler und Erfinder“ richteten Studentinnen und Studenten in den Räumen der Abteilung Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule unter der Leitung von Frau Dr. Jeretin-Kopf und Markus Obergfell die Kinderwerkstatt ein. Das Projekt entsprang einer Kooperation der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und dem Lehrmittelhersteller LPE Eberbach und wird von Prof. Dr. Kosack und Dr. Maja Jeretin-Kopf durchgeführt. Eingeweiht wird die neue Raumzone innerhalb der Abteilung am 8. Februar von Prof. Dr. Wiesmüller, dem Leiter der Abteilung Technische Bildung, zusammen mit der Rektorin der Hochschule, Frau Dr. Böckelmann. Die Kinderwerkstatt eröffnet ab kommenden Semester auch für die Studierenden im Lehramt hervorragende Möglichkeiten, elementare technische Aufgabenstellungen für den Primarstufenunterricht zu bearbeiten und didaktisch zu reflektieren.

Bin ich (eigentlich) technisch gebildet?

Technische Bildung, Pressemeldung 18. Nov. 2011

Diese Frage stellte der Karlsruher Professor für Technikdidaktik, Christian Wiesmüller, am 18. November in Berlin in den Mittelpunkt eines Vortrags. Über 200 Koordinatoren und Multiplikatoren aus dem ganzen Bundesgebiet kamen anlässlich einer Netzwerktagung  zusammen, nachdem sie tags davor in einem Festakt mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft den fünften Geburtstag des ‚Haus der kleinen Forscher’, Kooperationspartner der PH Karlsruhe, begangen hatten. Technik würde oberflächlich immer wieder als angewandte Naturwissenschaft oder Anhängsel eines Wirtschafts- und Arbeitsunterrichts gesehen. Auch in einem Sachunterricht tue man sich schwer, die Spezifik bei Zielsetzungen, Inhalten und Methoden der Technik zu vermitteln, wenn man sich dieses eigenen Wirklichkeitsbereichs mit seinen Bedingungen und Merkmalen nicht bewusst wäre. An zahlreichen Beispielen zeigte Wiesmüller auf, dass es bei der Technik um Lösungsgestalten für konkrete konstruktive Probleme ginge, die man als gut oder schlecht zu bewerten hätte, während es sich bei den Naturwissenschaften um das Erkennen der Natur und ihrer Gesetze, um zutreffend oder nicht zutreffend, handelte. Wiesmüller ermutigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihrer eigenen, bereits vorhandenen technischen Bildung im persönlichen Leben mehr Beachtung zu schenken und einen Stellenwert zu geben. Diese ‚Laienbildung’ hätte bis zu einem gewissen Grad jeder Mensch, der in der technischen Zivilisation zurecht käme. Darüber hinaus müssten aber mit der Vermittlung betraute Personen gezielt weitere Fähigkeiten erwerben, wenn in Zukunft neben der wünschenswerten mathematischen und naturwissenschaftlichen Bildung eine elementare technische Bildung durch Erzieherinnen und Erzieher vermittelt werden solle. Das Haus der kleinen Forscher strebt die Förderung dieses Ausschnitts der Allgemeinbildung bundesweit an.

Professor der PH Karlsruhe in den Vorstand der DGTB gewählt

Wiesmüller (re.) im Gespräch mit dem Wiener Kollegen Sturm (Foto: Torgau, Halle)

Technische Bildung (September/Oktober 2011)

Anlässlich der international besetzten Jahrestagung und Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Technische Bildung DGTB in Basel am 16. September 2011 wurde deren Vorstand ergänzt. Prof. Dr. Christian Wiesmüller, Leiter der Abteilung Technische Bildung an der PH Karlsruhe gehört nun dem Vorstand als zweiter Vorsitzender an. Damit ist Karlsruhe zweifach vertreten. Wolf Bienhaus, Professor im Ruhestand und der PH nach wie vor eng verbunden, ist bereits seit vielen Jahren Mitglied des Leitungsgremiums. Die DGTB ist die wichtigste Vertretung der Interessen einer allgemeinen Technischen Bildung, die, inzwischen überfällig, auch in Baden-Württembergs Gymnasien mit der Einführung des Faches Naturwissenschaft und Technik Fuß gefasst hat. Dies ist aber erst einmal nur ein Etappenziel, weitere Schritte müssen folgen.

Das Thema der Jahrestagung lautete"Technische Bildung im Verhältnis zur naturwissenschaftlichen Bildung“. Die Fachreferate zeigten, dass Allgemeinpädagogen und Naturwissenschaftlern mehr noch bewusst gemacht werden muss, welchen Eigenwert und welche Sonderheit eine spezifische technische Bildung für sich oder aber auch im Rahmen von Fachverbünden hat. Die DGTB würde weiterhin u.a. darauf ein Hauptaugenmerk legen, so der erste Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Wilfried Schlagenhauf aus Freiburg.

 
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