Manuela Böhm

Dr. Manuela Böhm

Tätigkeit und Arbeitsschwerpunkte

Forschung vor allem zu den Bereichen

  • Schriftlinguistik, insbesondere:

- Graphematik und Orthographie(theorie)
- Schriftspracherwerb und Rechtschreibdidaktik
- Schriftsysteme im Sprachkontakt (Mehrschriftigkeit)
- literale Praktiken im Kontext von Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt (Mehrschriftigkeit)

  • Mehrsprachigkeits- und Sprachkontaktforschung
  • Variationslinguistik
  • Historische Soziolinguistik

Lehre im Bereich der Schriftlinguistik, der Grammatik, der Mehrsprachigkeit bzw. des Sprachkontakts, der Variationslinguistik aus sprachwissenschaftlicher und sprachdidaktischer Perspektive

Ausgewählte Forschungsprojekte
  • Koordinatorin von LitCo. Literacies in Contact (gemeinsam mit Constanze Weth, Luxemburg)

LitCo ist ein internationales wissenschaftliches Netzwerk und versammelt 15 Wissenschaftler/innen zum gemeinsamen Arbeiten, Forschen, Publizieren zum Thema Mehrschriftigkeit, wobei sprachsystematische Aspekte von kontaktierenden Schriftsystemen verbunden werden mit soziolinguistischen Fragen nach Mehrschriftigkeit als soziale Praktik. LitCo wurde von 2014 bis 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert (GZ: BO3544/4-1).

 

  • Beteiligt am Praxis- und Forschungsprojekt AlphAlif (Goethe Universität Frankfurt am Main; seit 2016)

Das Projekt AlphAlif unterstützt Schüler*innen in Alpha- und Intensivklassen bzw. in Intensivkursen an Grundschulen, die aus arabischsprachigen Ländern stammen, selbst eine Varietät des Arabischen sprechen und/oder in arabischer Schrift alphabetisiert wurden, bei der Aneignung des deutschen Schriftsystems und der basalen Lesefähigkeit.

 

  • Projektleitung: Alphabetisierung, Orthographie und Schrifterwerb im 19. und 20. Jahrhundert

Im Mittelpunkt des Projekts steht die deutsche Orthographiegeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Gegenstand ist die Rekonstruktion von Orthographie-Erwerb, Alphabetisierung und Normierung in einem Zeitraum, in dem zwei für die deutsche Schriftsprache wesentliche Ereignisse synchron laufen: Die Vollalphabetisierung der deutschen Bevölkerung und die Normierung der deutschen Orthographie. Dieser Zusammenhang zwischen Alphabetisierung als individueller und kollektiver Schrift- und Orthographie-Erwerb und der Standardisierung als heteronome Setzung orthographischer Normen und ihrer Kodifizierung wird in verschiedenen Untersuchungsbereichen aufgearbeitet und gezeigt, wie sich die Formulierung, Statuierung und Durchsetzung von Normen zur Realität schreibender Menschen verhält. Dieses Projekt wurde 2010 bis 2014 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert (GZ: BO3544/1-1).

 

Ausgewählte Publikationen
  • Monographien und Herausgeberschaften

(zur Veröffentlichung eingereicht). Literacies in Contact. Special Issue of Written Language and Literacy, Amsterdam: John Benjamins (Herausgabe gemeinsam mit Daniel Bunčić und Constanze Weth)

(2014). Handschreiben ― Handschriften ― Handschriftlichkeit. OBST 85 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie, 85] (herausgegeben mit Olaf Gätje)

(2011). Nach dem linguistic turn. Sprachwissenschaft im Wandel. OBST 78 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie, 78] (herausgegeben mit Elisabeth Berner und Jürgen Erfurt)

(2010). Sprachenwechsel. Akkulturation und Mehrsprachigkeit der Brandenburger Hugenotten vom 17. bis 19. Jahrhundert. Berlin: De Gruyter [= Studia Linguistica Germanica 101] 

(2005). Hugenotten zwischen Migration und Integration. Neue Forschungen zum Refuge in Berlin und Brandenburg. Berlin: Metropol (herausgegeben mit Jens Häseler und Robert Violet)

(2005). Ein gross vnnd narhafft haffen. Festschrift für Joachim Gessinger. Potsdam: Universitätsverlag (herausgegeben mit E.lisabeth Berner und Anja Voeste)

(1998). Umgangssprache in Brandenburg. Ergebnisse einer landesweiten Umfrage. Universitätsbibliothek Potsdam, abgeschlossene Internetpublikation auf dem Publikationsserver der Universität Potsdam URL:  <http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2005/144/> (herausgegeben mit J. Gessinger, E. Berner und C. Fischer)

 

  • Zeitschriftenartikel

(zur Veröffentlichung eingereicht). „Literacies in Contact — Forms, Functions and Practices”, in: Literacies in Contact. Special Issue of Written Language and Literacy (gemeinsam mit Constanze Weth und Daniel Bunčić)

(zur Veröffentlichung eingereicht). "What is a word? Word Segmentation in Multilingual Learners Writing French and Morrocan Arabic” (gemeinsam mit Ulrich Mehlem), in: Literacies in Contact. Special Issue of Written Language and Literacy

(2016). „Fluchtpunkt Deutsch. Alphabetisierung von Kindern mit Arabisch als Erstsprache in Frankfurter Intensivklassen“, in: OBST 89 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 89], 187-215 (gemeinsam mit Ulrich Mehlem)

(2014). „Handschreiben ― Handschriften ― Handschriftlichkeit. Zu Praktik, Materialität und Theorie des Schreibens mit der Hand“, in: Handschreiben ― Handschriften ― Handschriftlichkeit. OBST 85 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie], 7-21 (gemeinsam mit Olaf Gätje)

(2014). „Geschichte der Didaktik des Handschreibens“, in: Handschreiben ― Handschriften ― Handschriftlichkeit. OBST 85 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie], 83-110 (gemeinsam mit Olaf Gätje und Günther Schorch)

(2012). „Étude comparée de l’acculturation dans trois colonies huguenotes du Brandebourg-Prusse : L’apport de la linguistique de contact“, in: Diasporas 18, 90-107.

(2011). „Nach dem Turn ist vor dem Turn. Ein Prolog“, in: OBST 78 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 78], 9-22 (gemeinsam mit Elisabeth Berner und Jürgen Erfurt)

(2007). „Stratégies linguistiques et acculturation. Unilinguisme et bilinguisme dans les écoles des colonies huguenotes de Berlin et du Brandebourg au XVIIIème et au XIXème siècle“, in: La revue française d’éducation comparée 1, 185-192.

(2005). „Repräsentation, Wahrnehmung und Zeichenlehre im 18. Jh. Zeichen und Körper in Diderots Überlegungen zu Interaktion, Einbildungskraft und ästhetischer Illusion“, in: OBST  70 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 70], 217-238 (gemeinsam mit Joachim Gessinger)

(2003). „Schriftwechsel“, in: OBST 66 [= Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie], 11-48 (gemeinsam mit J. Gessinger)

  • Buchbeiträge

(2018). „The Tyranny of Orthography. Multilingualism and Frenchification at Primary Schools in Late-Nineteenth-Century France”, in: Constanze Weth, Kasper Juffermans, eds., The Tyranny of Writing: Ideologies of the Written Word. London: Bloomsbury [= Advances in Sociolinguistics], 63-80.

(2018). „Kapitel 10: Lesen und Mehrschriftigkeit. Schrifterwerb und Leseförderung von Kindern mit arabischer Erstsprache”, in: Ute Massler, Sabine Kutzelmann, eds., Mehrsprachige Leseförderung: Grundlagen und Konzepte, Tübingen: Narr Studienbücher, 147-162 (gemeinsam mit Ulrich Mehlem)

(2016). „Sociolinguistics of the Huguenot Communities in the German-Speaking Territories“, in: Raymond A. Mentzer, Bertrand Van Ruymbeke, eds., Brill’s Companion to the Huguenots. Leiden: Brill Academic Publishing, 291-322.

(2015). „Zeit für die Schrift. Anmerkungen zur Rechtschreibdebatte aus schriftlinguistischer und historischer Sicht“, in: Norbert Kruse, Anke Reichardt, eds., Wie viel Rechtschreibung brauchen Grundschüler? Kritische Bilanz und neue Perspektiven des Rechtschreibunterrichts in der Grundschule. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 110-135.

(2015). „Didaktische und fachliche Fundierung: kein Widerspruch“, in: Norbert Kruse, Anke Reichardt, eds., Wie viel Rechtschreibung brauchen Grundschüler? Kritische Bilanz und neue Perspektiven des Rechtschreibunterrichts in der Grundschule. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 179-188.

(2015). „Silbische und morphologische Zugänge: keine Überforderung“, in: Norbert Kruse, Anke Reichardt, eds., Wie viel Rechtschreibung brauchen Grundschüler? Kritische Bilanz und neue Perspektiven des Rechtschreibunterrichts in der Grundschule. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 221-223.

(2015). „Irren, täuschen und lügen. Das Sprechen über Formen eigentlichen und uneigentlichen Volksbetrugs“, in: Claudia Brinker-von der Heyde et al., eds., Eigentlichkeit – zum Verhältnis von Sprache, Sprechern und Welt. Berlin, New York: De Gruyter, 314-340.

(2014). „The domains of francophonie and language ideology in Prussia in the eighteenth and nineteenth centuries“, in: Derek Offord, Vladislav Rjéoutski, Gesine Ardent, eds., European francophonie: The Social, Political and Cultural History of an International Prestige Language. New York et al: Peter Lang, 175-207.

(2013). „Huguenots précepteurs du jeune Prince Frédéric – Frédéric II Praeceptor Germaniae“, in: Vladislav Rjéoutski, Alexandre Tchoudinov, eds., Le précepteur francophone en Europe. XVIIe-XIXe siècles, Paris: Harmattan, 241-258.

(2012). „Anders Schreiben im Orthographie-Erwerb im 19. und 20. Jahrhundert“, in: Britt-Marie Schuster, Doris Tophinke, eds., Anders schreiben. Formen, Funktionen, Traditionen. Berlin: Erich Schmidt Verlag [= Philologische Studien und Quellen 236], 421-445.

(2011). „Sprachwechsel in der Stadt und auf dem Land. Struktur und Dynamik des Sprachkontakts bei Brandenburger Hugenotten vom 17. bis 19. Jahrhundert“, in: Stephan Elspaß, Michaela Negele, eds., Sprachvariation und Sprachwandel in der Stadt der Frühen Neuzeit. Heidelberg: Winter [=Sprache, Literatur und Geschichte], 163-187.

(2011). ",Ein Pyrrhussieg der Germanistik‘. Walter Boehlichs Kritik an der Grimmschen Philologie“, in: Helmut Peitsch, Helen Thein, eds., Walter Böhlich — Kritiker. Berlin: Akademie Verlag, 115-129.

(2011). „Stratégies autour des choix linguistiques dans l'enseignement huguenot en Brandebourg-Prusse“, in: Geraldine Sheridan, Viviane Prest, eds., Les Huguenots éducateurs dans l‘espace européen à l‘époque moderne. Paris: Honoré Champion, 275-299.

(2011). „Kollektives Gedächtnis und Erinnerungsorte der Berliner Hugenotten“ in: Roland Berbig, Iwan-M. D‘Aprile, Helmut Peitsch, Erhard Schütz, eds., Berlins 19. Jahrhundert. Ein Metropolen- Kompendium. Berlin: Akademie Verlag, 473-490.

(2011). „Kulturtransfer und Übersetzung. Kulturkritik im Essay Friedrichs II. 'De la littérature allemande'“, in: Bernard Banoun, Michaela Enderle-Ristori, Sylvie Le Moël, eds., Migration, exil et traduction. Tours: Presses Universitaires François-Rabelais, 27-48 (gemeinsam mit Joachim Gessinger)

(2011). „Hugenottische Netzwerke in der Berliner Wissenschaft, Verwaltung und Kunst um 1800“, in: Anne Baillot, ed., Netzwerke des Wissens. Das intellektuelle Berlin um 1800. Berlin: Wissenschaftsverlag, 283-310.

(2011). „Gougenoty-outchitelia Fridrikha II“ [Huguenots précepteurs du Prince Frédéric], in: Alexander Tchoudinov, Vladislav Rjéoutski, eds., Frankoiazytchnye gouvernery v Evrope, XVII-XIX vv. [Les Précepteurs francophones en Europe, XVIie-XIXe ss.], Annuaire d'études françaises. Moskau: Institut für Universalgeschichte, Akademie der Wissenschaften, Russland, 150-163.

(2007). „Multilinguisme dans la ville. Acculturation et changement de langue chez les Réfugiés français à Berlin au XVIIIe siècle“, in: Ursula Haskins Gonthier, Alain Sandrier, eds., Multilinguisme et multiculturalité dans l'Europe des Lumières. Actes du Séminaire international des jeunes dix-huitiémistes 2004. Paris: Honoré Champion, 53-71.

(2007). „Le changement du français à l'allemand chez les huguenots de la colonie de Berlin et dans les colonies rurales du Brandebourg“, in: Guido Braun, Susanne Lachenicht, eds., Hugenotten und deutsche Territorialstaaten. Immigrationspolitik und Integrationsprozesse. Les Etats allemands et les huguenots. Politique d'immigration et processus d'intégration. München: Oldenbourg, 155-169.

(2005). „Der französisch-deutsche Sprachwechsel in der hugenottischen Landkolonie Strasburg/Uckermark“, in: Manuela Böhm, Jens Häseler, Robert Violet, eds., Hugenotten zwischen Migration und Integration. Neue Forschungen zum Refuge in Berlin und Brandenburg. Berlin: Metropol, 135-153.

(2005). „Berliner Sprach-Querelen. Ein Ausschnitt aus der Debatte über den style réfugié im 18. Jahrhundert“, in: Elisabeth Berner, Manuela Böhm, Anja Voeste, eds., Ein gross vnnd narhafft haffen. Festschrift für Joachim Gessinger. Potsdam: Universitätsverlag, 103-115.

(2005). „Der Sprachwechsel der Hugenotten im ländlichen Raum. Die französischen Kolonien Strasburg/Uckermark und Friedrichsdorf/Taunus im Vergleich“, in: Sabine Beneke, Hans Ottomeyer, eds., Zuwanderungsland Deutschland. Die Hugenotten. Ausstellungskatalog des Deutschen Historischen Museums (DHM). Wolfratshausen: Minerva, 127-133.

(2004). „Akkulturation und Mehrsprachigkeit am Waisenhaus der Französischen Kolonie in Berlin um 1800“, in: Ute Tintemann, Jürgen Trabant, eds., Sprache und Sprachen in Berlin um 1800. Hannover: Wehrhahn, 33-54.

(2004). „Hugenottische Innenansichten“, in: Iwan-Michelangelo D'Aprile, ed., Europäische Ansichten. Brandenburg-Preußen um 1800 in der Wahrnehmung europäischer Reisender und Zuwanderer. Berlin: Berliner Wissenschaftsverlag, 171-189.

 

Funktionen außerhalb der Hochschule
  • Mitglied der Redaktion der sprachwissenschaftlichen Zeitschrift OBST: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (http://www.linse.uni-due.de/obst-1361.html)

 

  • Vertrauensdozentin und Mitglied der Auswahlkommission des Studienwerks der Heinrich Böll Stiftung (https://www.boell.de/de/stipendien)
Letzte Änderung: 03.12.2019
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