Institut für deutsche Sprache und Literatur

an der Fakultät für Geistes- und Humanwissenschaften

Am Institut für deutsche Sprache und Literatur werden kompetenzorientierte Lehr- und Lernprozesse im Gegenstandsbereich der deutschen Sprache und Literatur erforscht und gelehrt. Wir untersuchen Merkmale und Funktionen von Sprache und Literatur in allen Medien und richten im Studienfach Deutsch den Fokus auf fachspezifische Erwerbs- und Vermittlungsprozesse in historischer wie gegenwartsbezogener Perspektive: Es geht um die Auswahl, Legitimation und Begründung von Gegenständen und Zielen der Sprach- und Literaturvermittlung, die Strukturierung von Lehr-Lernprozessen, die Entwicklung und Evaluation von Lehr-/ Lernmaterialien sowie um soziale und mediale Bedingungen der Vermittlung.

Forschung


Die Institutsmitglieder forschen in unterschiedlichen, vielfach interdisziplinär und hochschulübergreifend agierenden Forschungsverbünden an Innovationen im Kontext sprachlicher und literarischer Bildung.

Drittmittelprojekte

  • resonanzpädagogische Lernumgebungen

    Erasmus+ Projekt ResoLut - An resonanzpädagogischen Lernumgebungen teilhaben

    Wann ist Unterricht gelungen und welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit er gelingen kann? Diese Frage steht im Zentrum von Hartmut Rosas "Resonanzpädagogik", die Unterricht als Beziehungsraum versteht, in dem es um sozial-emotionale Interaktion geht, also um die wechselseitige Beziehung von Schüler:innen, Lehrkräften und Bildungsinhalten statt nur um kognitiv messbare Fähigkeiten. Rosa beschreibt mit diesem Begriff das gemeinsame, produktive "Schwingen" um einen sogenannten Weltausschnitt. Das kann zum Beispiel ein geteiltes Interesse oder ein Unterrichtsgegenstand sein, aber auch Kunst oder politisches Geschehen. Durch die inner- beziehungsweise zwischenmenschlichen Aushandlungsprozesse wird Unterricht zu wertorientiertem Lernen.

    Bislang ist der Ansatz des bekannten Soziologen noch nicht in der Praxis erprobt worden. Das will das aus Mitteln des EU-Programms Erasmus+ für drei Jahre geförderte Projekt zum resonanzorientierten Lehren und Lernen ändern. Projektpartner sind die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA, Deutschland; Projektleitung), die Staatliche Akademie für Angewandte Wissenschaften in Nysa (PANS, Polen), die Pädagogische Hochschule Kärnten (PHK, Österreich) und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU, Deutschland).

    ResoLut-Projektseite
  • Schulkinder betreten Schulhaus

    Leistung macht Schule (LemaS)

    An der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe wurden in der ersten LemaS-Phase (2018-2023) zusammen mit Lehrpersonen der Kooperationsschulen aus ganz Deutschland adaptive Konzepte diversitätensensiblen Lernens und Materialien zu den Bereichen des literarischen Schreibens (Leitung des Teilprojekts 15: PD Dr. Beate Laudenberg) und zur sprachlich-rhetorischen Kommunikation (Leitung des Teilprojekts 17: Prof. Dr. Carmen Spiegel) entwickelt, an den Schulen implementiert, evaluiert und überarbeitet. Diese Konzepte und Materialien (P3rodukte) unterstützen Lehrpersonen dabei, sprachliche Begabungen zu entdecken und alle Schüler:innen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status – potenzialorientiert und bedarfsgerecht gezielt zu fördern.
     Als eines von drei Forschungsteams im LemaS-Transfer-Inhaltscluster Sprachen (IC 4), die an den Hochschulen Frankfurt (Forschungsteam Mayer - literarisches Gespräch und Lesen), Karlsruhe (Forschungsteam Laudenberg - literarisch schreiben und rhetorisch kommunizieren) und Potsdam (Forschungsteam Freitag-Hild - komplexe Aufgaben im Englischunterricht) angesiedelt sind, begleitet und beforscht das Team Laudenberg / Winterscheid den Transfer- resp. Transformationsprozess der in der ersten LemaS-Phase entwickelten P3rodukte durch Lehrpersonen der Kooperationsschulen.

    LemaS-Projektseite

Promotionsprojekte

Ziel des Dissertationsprojekts ist es, Fördermaßnahmen zum digitalen Schreiben zu entwickeln und in Hinblick auf ihre Wirksamkeit zu evaluieren. Auf Grundlage empirischer Ergebnisse einer diagnostischen Vorstudie wird ein interaktiver Lernpfad zur Förderung digitaler Textproduktionskompetenzen im umfassenderen Sinne (Tastaturschreiben, Funktionen der Textverarbeitung, digitale Textproduktionsstrategien) konzipiert und einem Zehn-Finger-Schreibkurs gegenübergestellt. Zur Evaluation der Wirksamkeit wird in einem Pre-Posttest-Design das Tippverhalten der Lernenden erhoben sowie der Effekt auf die Textqualität und Textrevisionen eigens verfasster Texte zu einer profilierten Schreibaufgabe untersucht.

(Kathrin Heller, seit 03/2023)

Die Studie untersucht den Einfluss unterschiedlicher Schreibinterventionen auf die narrative Textproduktionskompetenz von Schüler:innen der Orientierungsstufe. Im Fokus stehen drei Gruppen: eine Interventionsgruppe, die mit Digital Storytelling (DST) arbeitet, eine zweite Interventionsgruppe, die eine textanalytische Herangehensweise nutzt, sowie eine Kontrollgruppe ohne spezifische Förderung. Ziel der Untersuchung ist es, zu klären, ob Digital Storytelling als multimediale Erzählform die narrative Textkompetenz nachhaltig verbessert. Dazu verfassen die Teilnehmenden zunächst eine Texterstfassung ihrer Lügengeschichte, bevor sie im Rahmen der jeweiligen Intervention gezielt gefördert werden. Anschließend überarbeiten sie ihren Text und erstellen eine Textendfassung, wodurch mögliche Kompetenzzuwächse sichtbar gemacht werden können.
Die Datenerhebung erfolgt an neun Realschulen in Karlsruhe mit rund 200 Schüler*innen, die in 1:1 iPad-Lehr-Lernsettings unterrichtet werden und ihre Texte digital verfassen. Neben Erkenntnissen zur Wirkung digitaler und multimodaler Schreibmethoden liefert die Studie auch neue Einblicke in den Einsatz von iPads im Deutschunterricht. Die Analyse der Texte basiert auf der RANT-Skala (Wild, 2020) sowie einer holistischen Bewertung mit der NAEP-Skala. Ergänzend werden Stör- und Kontrollvariablen wie Leseverstehen, Schreibmotivation, sozioökonomischer Status, Tastaturschreibkompetenz, Literalitätserfahrung und Mediensozialisation erfasst, um externe Einflussfaktoren zu berücksichtigen und differenzierte Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Schreibinterventionen zu gewinnen.

(Maximilian Stoller, seit 08/2023; Teilprojekt im Forschungs- und Nachwuchskolleg AQUA-d)

Das von der PwC-Stiftung geförderte Projekt (2024/25) zielt darauf ab, die literalen Praktiken von digitalen Lese-Schreib-Communities in der Fanfiction-Kultur für unterrichtliche Lehr-Lernprozesse zu adaptieren. Das Projekt findet in Kooperation mit dem LPZ des Literaturhauses Stuttgart, der Universität Bremen und dem LIS Bremen statt.

(Prof. Dr. Ina Brendel-Kepser, seit 2024)

Die Studie untersucht, wie generative KI als dialogischer Partner die schriftliche Argumentation und das reflektierte Denken von Jugendlichen in der Sekundarstufe I fördern kann. Dabei wird analysiert, welche didaktischen Konzepte und Prompts sich am besten eignen, um die KI so einzusetzen, dass sie kritisches Denken und die Fähigkeit zur logischen Strukturierung von Informationen unterstützt. Exemplarisch wird dies am Thema „Fast Fashion“ erprobt, um eine bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragen zu fördern.

(Gloria Goller, seit 10/2023; Teilprojekt im Kooperativen Promotionskolleg Wissensmedien)

Im Deutschunterricht der Primarstufe können digitale Rechtschreibhilfen vor allem im Schreibprozess während der sprachformalen Textrevision eingesetzt werden. Wichtig dabei ist, dass Lernende mit den digitalen Rechtschreibhilfen interagieren müssen – also lernen, orthographische Strukturen sowie Korrekturvorschläge zu hinterfragen und diese auf die Sinnhaftigkeit in Bezug zu ihrem eigenen Text zu überprüfen. Voraussetzung für den nachhaltigen Einsatz digitaler Rechtschreibhilfen in den Deutschunterricht ist eine didaktische Implementierung, die sich auf evidenzbasierte Erkenntnisse stützt.

(Tina Neff, 10/2020-01/2026)

Forschungskolloquium


Das Institut lädt regelmäßig zu einem Forschungskolloquium ein. Die Veranstaltungsreihe bietet sowohl Nachwuchswissenschaftler:innen als auch etablierten Forscher:innen eine Plattform, um ihre aktuellen Projekte im Bereich der sprachlichen und literarischen Bildung vorzustellen und zu diskutieren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am Kolloquium teilzunehmen und sich aktiv in die Diskussionen einzubringen.

Lehre


weitere Inhalte folgen in Kürze

Institutsteam


Organisation

Pädagogische Hochschule Karlsruhe

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Literaturwissenschaft und -didaktik

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Sprechzeiten
Dienstag: 09.00 Uhr - 11.00 Uhr (bitte per Mail anmelden)

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Nächste Sprechstunde: Dienstag 14.4. von 16-17 Uhr in 3.207

Sprechstunden in der Vorlesungszeit: 28.4., 5.5., 19.5. jeweils von 13-14 Uhr in 3.207
und nach Vereinbarung.

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Sprachwissenschaft und -didaktik

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Sprecherziehung


Sprechen ist ein ganzkörperlicher Vorgang. Um dies bewusst(er) zu erleben und einsetzen zu können, bilden praktische Übungen den Hauptbestandteil in den "Grundlagen des Sprechens". Deswegen beschäftigen wir uns aktiv z.B. mit Körperhaltung/-sprache, Atmung, Stimmtechnik, Artikulation, Intonation, Hörerbezug, etc.

Neben der Erarbeitung der sprecherischen Grundlagen besitzt jede Lehrveranstaltung einen Schwerpunkt. Sie können wählen zwischen:

  • Körper, Atmung, Stimme
  • Mündliche Rhetorik
  • Erzählen und Vorlesen in der Grundschule

Diese Lehrveranstaltungen können Sie gerne bereits ab dem ersten Semester belegen.

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Vorlesungszeit: Die. und Do. 09:30 - 10:00 sowie 11:30 - 12:00. Für Unterschriften einfach vorbei kommen, für Gespräche bitte per Mail einen Termin vereinbaren.

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Nach Vereinbarung

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Aktualisiert am 31. März 2026 von Hannah Lutz