Studierende und Schülerinnne und Schüler stehen an verschiedenen Tischen in einem hellen Raum am Museum am Markt und entwerfen gemeinsam Ökonomische Lernspiele. REchts ist Prof. Dr. Claudia wiepcke im Profil zu sehen.nsam

Transferprojekte

Transferprojekte sind schon immer Teil des gesellschaftlichen Engagements von Forschenden, Lehrenden und Studierenden unserer Hochschule. Solche Transferaktivitäten können von Hochschulseite selbst initiiert werden oder ergeben sich aus einer Anfrage aus der Zivilgesellschaft an unsere Forschenden. Wieder andere sind curricular verankerte Lehrprojekte, die sich jährlich neu mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen und gemeinsam mit externen Partnern Lösungen entwickeln.

Wir zeigen Ihnen hier beispielhaft eine kleine Auswahl von Transferprojekten verschiedener Hochschuleinrichtungen.

Ankommen im Ganztag

Kann die Ganztagsgrundschule einen Beitrag dazu leisten, neu zugewanderten Kindern ein gutes Ankommen zu ermöglichen? Diese Frage steht im Zentrum eines Pilotprojekts an der Schillerschule Karlsruhe, das seit dem Schuljahr 2020/21 neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an der Ganztagsgrundschule anbietet. Das Projekt entstand durch eine gemeinsame Initiative von Schillerschule, Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe und dem Schul- und Sportamt der Stadt Karlsruhe. Das Projekt wird von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe wissenschaftlich begleitet. Unter anderen befasst sich eine Abschlussarbeit im von Prof. Dr. Annette Treibel-Illian geleiteten Masterstudiengang Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit (MM) mit der Evaluation des Projekts.

boys and books

Das hochschulübergreifende Projekt boys & books unter Leitung von Prof. Dr. Ina Brendel-Kepser vom Institut für deutsche Sprache und Literatur, verfolgt verschiedene Ziele: Es empfiehlt Bücher für Jungen zwischen 8 und 18 Jahren und richtet sich damit auch an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die in der Leseförderung tätig sind. Das Projekt verknüpft wissenschaftliche Expertise mit praktischer Erfahrung. Es zeichnet sich durch Kooperationen mit Verlagen, Medienhäusern und zahlreichen Netzwerken zur Leseförderung aus.

ccPENDL: Projekt zum Einsatz digitaler Lernverlaufsdiagnostik

Im Projekt ccPENDL erforschen die Pädagogische Hochschule Karlsruhe und die Universität Mannheim , wie formatives Feedback und individuelle Förderung von Schüler*innen auf Basis digitaler Lernverlaufsdiagnostik beim Lesen erfolgreich in der schulischen Praxis durchgeführt werden kann. Speziell dafür ausgebildete Lehramtsstudierende werden dies gemeinsam mit Lehrkräften im Rahmen einer Campus-Community-Partnerschaft (CCP) mit circa 10 Schulen in der unterrichtlichen Praxis modellhaft erproben und wissenschaftlich evaluierte Best Practice-Beispiele generieren. Nach der Idee des Service Learning werden hier der Aufbau fachlicher Kompetenzen der Studierenden verknüpft mit gesellschaftlichem Engagement (Diagnostik und individuelle Förderung in Partnerschulen). Im an der PHKA im Institut für Schul- und Unterrichtsentwicklung angesiedelten Projekt sind Jun.Prof. Dr. Nadine Anskeit, Sarah Bez und Jun.Prof. Dr. Samuel Merk beteiligt. Das Projekt wird von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert.

Karlsruher Mathesommer

Seit September 2021 veranstaltet unsere Beratungsstelle Rechenstörungen in der letzten Sommerferienwoche eine kostenfreie Sommerschule für Grundschulkinder mit Matheproblemen, den „KarlsruherMatheSommer“. Jeweils zwei Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe lernen und üben mit den Kindern in Kleingruppen von maximal sechs Teilnehmenden. Ziel ist es, leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre Defizite auszugleichen. Das Projekt organisiert Prof. Dr. Sebastian Wartha, Leiter der Beratungsstelle Rechenstörungen. Es wird unterstützt von der Vector Stiftung. 2022 findet das Angebot vom 5. bis 9. September statt.

KinderCouncil

Das KinderCouncil ist ein Projekt der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe in Zusammenarbeit mit Claudia Keller von der DHBW Karlsruhe. An der Pädagogischen Hochschule wurde es 2018 ins Leben gerufen. Ziel des KinderCouncil ist es, Kindern eine Stimme zu geben und sie dabei ernst zu nehmen. Hierfür findet in jedem Semester an der Hochschule eine kooperative Lehrveranstaltung mit Lehramtsstudierenden und den Kindern des KinderCouncils statt. Gemeinsam diskutieren und philosophieren die Leiterinnen und Lehramtsstudierenden mit den Kindern auf Augenhöhe. Das KinderCouncil richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren. Seit dem Schuljahr 2021/22 gibt es außerdem eine Kooperation mit der Johann-Peter-Hebel-Gemeinschaftsschule in Bretten.

Kiwanis Sommerschule

Die jedes Jahr in den großen Ferien für drei Wochen angebotene Kiwanis Sommerschule ist ein gemeinsames Projekt des Kiwanis-Clubs Bruchsal und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Unter der Anleitung von Dr. Nicole Bachor-Pfeff, Institut für deutsche Sprache und Literatur, entwickeln Studierende differenzierende Materialien und Methoden, die in einem eigens erarbeiteten Kurskonzept ein- und umgesetzt werden. In jedem Jahr steht eine neue Lektüre im Mittelpunkt. Ziel des Projekts ist es, Kinder der Klassen 1-5 in ihrer Sprachkompetenz, ihren Lese- und Schreibkompetenzfähigkeiten, aber auch ihrer literarischen Kompetenz zu unterstützen und zu fördern, um ihnen gerechte Bildungschancen zu ermöglichen. Der Höhepunkt ist jedes Jahr die Aufführung eines Theaterstücks zum Inhalt der Lektüre durch die Kinder vor ihren Eltern und weiteren Gästen. Die Kinder gewinnen dadurch Selbstvertrauen, lernen in die Figuren des Textes einzutauchen und Sprache in all ihren für die Kommunikation relevanten Facetten einzusetzen.

Krypto im Advent

Seit sieben Jahren gibt es den interaktiven Online-Adventskalender „Krypto im Advent“, eine Zusammenarbeit des Instituts für Mathematik und der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative. Das Projekt unter Leitung von Dr. Thomas Borys hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler an die Kryptologie, die Lehre von der Verschlüsselung, heranzuführen. Die zentrale Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche der Klassen 3 bis 9, wobei diese in die Gruppe der Einsteiger:innen (Klassen 3 bis 6) und Fortgeschrittene (Klassen 7 bis 9) aufgeteilt sind. Vom 1. Dezember bis 24. Dezember gibt es täglich ein Rätsel zu knacken. Jedes dieser Rätsel ist in eine übergreifende Geschichte um den Agenten Krypto, die Agentin Kryptina und den Geheimagentenhund Kryptix eingebunden. In kleinen Erklärvideos, die alle von Studierenden der PHKA erstellt wurden, erläutern die Protagonisten die verschiedensten Verschlüsselungsverfahren. Im Dezember 2021 konnten 4.200 Teilnehmende verzeichnet werden, darunter auch aus den Ländern Schweden, Schweiz, Österreich, England und Italien (Südtirol). Über den Online-Adventskalender im Dezember 2022 gibt es rechtzeitig die Informationen auf unserer Homepage.

Kulturvermittlung in die Stadtgesellschaft: Projekte im MA KULT

In den Lehrprojekten des Masterstudiengangs Kulturvermittlung (MA KULT) steht die direkte Kunst- und Kulturvermittlung in die Stadtgesellschaft, die Region und den ländlichen Raum im Mittelpunkt. Neben Kooperationen mit öffentlichen Einrichtungen wie Theatern, Museen oder dem Kulturamt arbeitet der Studiengang häufig mit unabhängigen kleineren kulturellen Initiativen und Vereinen zusammen, um diesen neue Wege und Verbreitungsmöglichkeiten zu eröffnen. Exemplarisch genannt werden können hier das Projekt "Klick und KIXX", eine "Literatur-Rally auf dem Spielplatz", die im Rahmen der Kinderliteraturtage 2021 Kindern in der Pandemie die Begegnung mit Literatur trotz geschlossener Bibliotheken ermöglichte, oder digitale Anwendungen für den Kunstweg am Reichenbach e.V.  wie ein "Interaktives Kunstspiel", "Sprechende Kunstwerke am Wegesrand" oder eine Social Media Strategie.

 

MiniMa als Wegbereiter

Während der Corona-Pandemie mussten die Besuche von Kindergruppen mit ihren Lernbegleitungen in die MachMitWerkstatt MiniMa entfallen. Damit fehlte ein besonderes Angebot, das hilft den Übergang in die Grundschule vorzubereiten. Das Pilotprojekt „MiniMa als Wegbereiter“ von Prof. Dr. Christiane Benz brachte im Frühsommer 2021 elementardidaktische Forschung und bewährte Umsetzungsideen aus der PHKA direkt in die Einrichtungen. Neben einem Online-Workshop für die pädagogischen Fachkräfte gab es für die beteiligten Kitas Materialkisten und Anleitungen für konkrete Spielideen zur gezielten mathematischen Förderung. So konnte die Zeit bis zum Schuleintritt optimal genutzt und verlorene Bildungschancen nachgeholt werden.

RELAX! Ferienprogramm als hochschulübergreifendes Service Learning Projekt

Ein hochschulübergreifendes Service Learning Projekt in Kooperation mit dem Stadtjugendausschuss Karlsruhe e.V. (stja) ist das Ferienprogramm „RELAX!“. Studierende der Hochschule Karlsruhe (HKA) und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) entwickeln innerhalb eines Semesters gemeinsam drei technische Projekte zum Thema Nachhaltigkeit, die im Rahmen des Karlsruher Sommerferienprogramms des stja gemeinsam mit den „Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforschern“ in einer Mischung aus Wissen, Spiel und Spaß umgesetzt werden. Im Sommer 2021 erreichte das Projekt insgesamt 75 Kinder und Jugendliche. Wichtig ist den beiden Initiatorinnen Anna Krez (HKA) und Dr. Julia Staiger-Engel (PHKA) beim gemeinsamen Service Learning Projekt der Realitätsbezug und die Erfahrung für die Studierenden, wie sie mit ihrem Studium die Gesellschaft jetzt und in Zukunft positiv und nachhaltig beeinflussen können.

Social Entrepreneurship

Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe entwickeln im Rahmen des Projektseminars „Social Entrepreneurship“ von Prof. Dr. Claudia Wiepcke am Institut für Ökonomie und ihre Didaktik in jedem Sommersemester soziale Geschäftsideen für Karlsruhe. Seit 2019 entstehen so konkrete Prototypen für regionale Partner. Hier gab es bisher eine enge Zusammenarbeit mit dem Sozialdezernat der Stadt wie auch mit kulturellen Einrichtungen wie der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe oder im Rahmen des Seminars „Ökonomische Bildung in Museen“ mit dem Museum am Markt. Ziel ist es, zukünftige Lehrkräfte zu Multiplikatoren einer handlungs- und projektorientierten Gründungserziehung an Schulen zu machen und sie für das Thema unternehmerische Selbständigkeit zu sensibilisieren. Im Jahr 2022 standen die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und deren Auswirkungen in Karlsruhe im Mittelpunkt. Am 26. Juli wurde wie in jedem Jahr das beste Projekt im Rahmen einer hochschulöffentlichen Präsentationsveranstaltung prämiert. Es gewann das Projekt "Creativity - no words needed". Einen Eindruck von der Veranstaltung vermittelt ein Beitrag auf BadenTV.

Letzte Änderung: 10.08.2022
Für den Inhalt verantwortlich: kirsten.buttgereit@vw.ph-karlsruhe.de