StuPsy

Psychische Gesundheit im Studien- und Promotionsverlauf

Verschiedene Studien zeigen: Ein Studium oder eine Promotion kann stark belasten. Stress, Leistungsdruck, finanzielle Sorgen und unsichere Zukunftsaussichten führen bei vielen Betroffenen zu spürbaren psychischen Herausforderungen. Wie groß diese Herausforderungen sind, hängt auch von der sozialen Lage der (Promotions-)Studierenden und ihren Ressourcen ab, die zur Bewältigung hochschulischer Anforderungen notwendig sind. Trotz erhöhter Aufmerksamkeit für das Thema ist der Forschungsstand nach wie vor lückenhaft; insbesondere mangelt es an längsschnittlichen Untersuchungen, die Aussagen über die Entwicklung der psychischen Gesundheit zulassen.

Das Forschungsprojekt untersucht deshalb systematisch, wie psychische Belastungen in diesen Lebensphasen entstehen, wie sie Studier- und Promotionsverläufe beeinflussen und welche Maßnahmen helfen können. Es basiert auf einem mehrdimensionalen Verständnis psychischer Gesundheit, das klinische (Krankheitstage, psychische Erkrankungen), kognitive (Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, allgemeiner Gesundheitszustand) und affektive Facetten (Stress- und Belastungsempfinden) umfasst.

Projektziele

StuPsy verfolgt einen Lebensverlaufansatz – vom Übergang ins Studium über den Studienverlauf bis zur Promotion – und geht dabei fünf zentralen Fragen nach:

  • Wie beeinflusst psychische Gesundheit die Entscheidung für ein Studium oder eine Promotion?
  • Wie wirkt sich psychische Gesundheit auf den Studien- und Promotionserfolg aus?
  • Welche Anforderungen im Hochschulalltag belasten die psychische Gesundheit?
  • Welche Ressourcen (z. B. soziale Unterstützung, Lernumwelten, finanzielle Sicherheit) wirken schützend?
  • Wo zeigen sich im wechselseitigen Zusammenspiel von psychischer Gesundheit und Bildungs(miss)erfolgen in der Hochschule soziale Ungleichheiten – und welche Gruppen sind besonders gefährdet?

Um diese Fragen zu beantworten, nutzt das Projekt große repräsentative Längsschnittdatensätze wie NEPS, Nacaps, SiD, SLC und SeSaBa. Dadurch lassen sich Entwicklungen über den gesamten Studien- und Promotionsverlauf hinweg nachvollziehen.

Ziel ist es, wissenschaftlich fundiertes, praxisrelevantes Wissen bereitzustellen, das Hochschulen dabei hilft, mentale Gesundheitsrisiken früh zu erkennen, gezielt gegenzusteuern und Studierende wie Promovierende wirksam zu unterstützen.

Publikationen

Neugebauer, M., Becker, M., Bihler, L.-M., & Wagner, J. (2025). Well-being scarring effects of college non-completion. Social Science Research, 127, 103138. https://doi.org/10.1016/j.ssresearch.2024.103138

Neugebauer, M., Patzina, A., Dietrich, H., & Sandner, M. (2024). Two pandemic years greatly reduced young people’s life satisfaction: Evidence from a comparison with pre-COVID-19 panel data. European Sociological Review, 40(5), 872–886. https://doi.org/10.1093/esr/jcad077

Becker, M., Bihler, L.-M., Neugebauer, M., & Wagner, J. (2025). Testing the psychological costs of intergenerational social mobility: Evidence from a German panel study. Social Science & Medicine, 384, 118522. https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2025.118522

Projektteam

Das Projekt wird im Verbund durchgeführt unter der Leitung von Dr. Nicolai Netz (DZHW).

Team an der PHKA

Externe wissenschaftliche Partner*innen:

Dr. Nicolai Netz (Projektleitung,  Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung)

Mareike Rußmann (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung)

Dr. Johann Carstensen (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung)

Heiko Quast (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung)

Dr. Hüseyin Hilmi Yildirim (FernUniversität in Hagen)

Prof. Dr. John Cullinan (University of Galway)

Praxispartner*innen:

Prof. Dr. Beate Schücking (Deutsches Studierendenwerk)

Danja Oste (Deutsches Studierendenwerk)

Dr. Jan Kercher (Deutscher Akademischer Austauschdienst)

Kooperationspartner

Gefördert durch:

Letzte Änderung: 02.02.2026
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