Von der Inspiration zur Ausstellung: Künstlerische Prozesse sichtbar machen
Im Seminar „Kunstvermittlung als künstlerische Praxis“ unter der Leitung von Dr. Henrike Plegge entwickelten Studierende des Masterstudiengangs Kulturvermittlung im Wintersemester 2025/26 eigene künstlerische Arbeiten. Ausgangspunkt war eine intensive Auseinandersetzung mit ausgewählten Werken der des Kunstmuseums Karlsruhe. Präsentiert wurden die entstandenen Kreationen Ende Januar in der Ausstellung „von (k)UNS(t) aus“ im jubez Karlsruhe.

© Verena Meyer
Vom Werk zur eigenen Arbeit – Das Seminar
Im Seminar „Kunstvermittlung als künstlerische Praxis“, das im Wintersemester 2025/26 im zweiwöchentlichen Rhythmus stattfand, stand für die Studierenden vor allem der künstlerische Arbeitsprozess im Mittelpunkt. Ausgangspunkt war ein gemeinsamer Besuch der Städtischen Galerie Karlsruhe (jetzt umbenannt in Kunstmuseum Karlsruhe), bei dem sie sich intensiv mit den ausgestellten Werken auseinandersetzten und erste Ideen entwickelten.
Aus dieser offenen Recherchephase heraus entschied jeder Studentin und jeder Student sich jeweils für ein Werk, das uns im weiteren Verlauf als Inspiration für eine eigene künstlerische Arbeit diente. Besonders prägend war die kontinuierliche Arbeit im Seminar: Skizzen, Entwürfe und Zwischenstände wurden regelmäßig vorgestellt und gemeinsam reflektiert. Durch diesen Austausch entstanden neue Perspektiven, zugleich wurde deutlich, dass Experimentieren, Verwerfen und Neuorientieren selbstverständliche Bestandteile künstlerischen Arbeitens sind.
Neben der praktischen Arbeit gab es auch theoretische Impulse im Seminar. So setzten die Studierenden sich unter anderem mit den kunstpädagogischen Ansätzen von Eva Sturm auseinander, deren Verständnis von Kunst als Ausgangspunkt für individuelle Denk- und Gestaltungsprozesse eine wichtige inhaltliche Orientierung bot.
Durch diese Auseinandersetzung wurde der Prozess ebenso bedeutend wie das fertige Werk. Künstlerisches Arbeiten zeigte sich als etwas Dynamisches – geprägt von Entscheidungen, Zweifeln und Entwicklungen.
„von (k)UNS(t) aus“ – Die Ausstellung als Fortsetzung des Prozesses
Die im Seminar entstandenen Arbeiten präsentierten die Teilnehmenden am Freitagabend, den 30. Januar 2026, in der Ausstellung „von (k)UNS(t) aus“ im jubez Karlsruhe. Der kleine Ausstellungsraum bot einen offenen Rahmen für die unterschiedlichen Arbeiten und ermöglichte eine unmittelbare Begegnung mit dem Publikum. Die Ausstellung war bis zum 1. Februar 2026 zugänglich.
Eröffnet wurde die Vernissage mit einer Rede der Studentin Lara-Simone Articus, die den Gedanken der Ausstellung prägnant zusammenfasste: „Unsere ausgestellten Werke gehen von uns aus, und alles geht von Kunst aus.“ Damit brachte sie zum Ausdruck, dass die ausgestellten Arbeiten aus individuellen Impulsen hervorgegangen sind und zugleich, im Sinne der kunstpädagogischen Impulse von Eva Sturm, die verbindende Kraft künstlerischer Praxis sichtbar machen. Eine anschließende musikalische Darbietung, an der neben Frau Articus der Student Jonas Gerlich und die Lehramtsstudentin Juliette Esposito beteiligt waren, schuf eine gemeinschaftliche Atmosphäre und setzte einen besonderen Auftakt.
Einige der gezeigten Arbeiten waren interaktiv angelegt und luden die Besuchenden zur aktiven Teilnahme ein. Im Laufe des Wochenendes entstanden so unter anderem Stimmungsbilder und Positionierungen zu Themen wie Sehnsucht oder Freiheit, wodurch sich der Ausstellungsraum stetig veränderte. Für alle Seminarteilnehmenden wurde dabei spürbar, dass die künstlerischen Prozesse mit der Präsentation nicht endeten, sondern sich im Austausch mit dem Publikum weiterentwickelten.
Die Ausstellung machte sichtbar, wie eng künstlerische Entwicklung, Reflexion und Präsentation miteinander verbunden sein können. Die Arbeiten zeigten dabei Momentaufnahmen eines fortlaufenden Prozesses, der über das Seminar hinaus weiterwirkt.