AI-Assisted Translational Reading Lab
Hinreichende Lesekompetenzen sind nicht nur relevant für erfolgreiches schulisches Lernen sondern auch für eine aktive Teilhabe in der Gesellschaft. Als ein wirksamer Faktor im Leseunterricht gilt eine kontinuierliche formative Diagnostik, um die Leseförderung daran gezielt auszurichten und anpassen zu können. Herkömmliche diagnostische Verfahren sind für Lehrkräfte allerdings mit einem gewissen Aufwand verbunden. Durch künstliche Intelligenz gestützte Verfahren sind aufgrund der automatisierten Diagnose der Lesegenauigkeit, der Lesegeschwindigkeit und Betonung gegenüber bisherigen digitalen und analogen Anwendungen potenziell im Vorteil, vor allem vor dem Hintergrund der hohen Anzahl von Schüler:innen mit nicht hinreichender Leseflüssigkeit. Allerdings ist deren Eignung für die schulische Praxis in methodisch belastbarer Weise bisher kaum erforscht. Vor diesem Hintergrund adressiert das Projekt ATReaL in Anlehnung an translationale Forschungsansätze in der Medizin die Validität und Wirksamkeit der durch künstliche Intelligenz gestützten Diagnostik von Leseflüssigkeit an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung.
Hierbei wird die Eignung bereits entwickelten Plattformen für die schulische Praxis fokussiert, indem zunächst in einer Validierungsstudie zentrale Gütekriterien (Reliabilität, Validität, Fairness) unter Realbedingungen untersucht werden. Anschließend wird in einer Interventionsstudie in einem Single-Case-Design die Wirksamkeit für die Individualförderung geprüft und dabei auch die Perspektive der Schüler:innen auf die durch künstliche Intelligenz gestützte Diagnostik in den Blick genommen. Durch diesen translationalen Ansatz sollen angesichts der rapiden Entwicklung von künstlicher Intelligenz schnell und gleichzeitig ethisch vertretbar Grundlagen- und Anwendungsforschung verbunden werden.
Projektbeteiligte
Donnerstags 11:00 https://ph-karlsruhe.webex.com/meet/samuelPUNKTmerk
Förderer
Gefördert im Rahmen des Eliteprogramms für PostDocs der Baden-Württemberg Stiftung
Dr. Sarah Bez
Prof. Dr. Samuel Merk