Digital Assessment – Digitales, kompetenzorientiertes Prüfen an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

DiAs

Ziel des Projektvorhabens DiAs ist es, innovative Prüfungsformate neu zu entwickeln und nachhaltig auf allen Ebenen der Hochschulstrukturen zu implementieren.

Die pandemiebedingte ad-hoc Umstellung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen auf digitale Formate ist eine große Herausforderung im Bildungsbereich. Dabei nehmen Prüfungen eine zentrale Rolle ein, denn sie entscheiden über die weitere Bildungsbiographie von Studierenden. Kompetenzorientiertes Prüfen im Sinne des Constructive Alignments erfordert eine präzise Passung der Prüfungsformate und -aufgaben mit den angestrebten Lernergebnissen. Hauptaugenmerk liegt daher darauf, mit Hilfe digitaler Technologien innovative Prüfungsformate zu etablieren, die über den bisherigen Standard textbasierter Prüfungen hinausgehen. Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen sind:

  1. Qualitätssicherung bereits vorhandener digitaler Prüfungen,
  2. Rahmenbedingungen und Supportstrukturen optimieren und stärken,
  3. kompetenzorientierte und innovative Prüfungen entwickeln und verstetigen.

Diese Prüfungsformen sollen für möglichst alle Fachbereiche – aber insbesondere auch auf andere Hochschulen – generalisierbar und in die Praxis übertragbar sein.

36Monate Projektlaufzeit
1,4Millionen Euro Fördersumme
3Arbeitspakete

Beratung und Kontakt

Unsere Ansprechpartnerinnen in Fakultät A und Fakultät B
Rund um das Thema digitale Prüfungen möchten wir Sie unterstützen und freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen.

Haben Sie Fragen und Anregungen zum Projekt? Möchten Sie Beratung zum Thema digitale Prüfungen? Haben Sie Ideen für neue innovative Prüfungsformate? Nutzen Sie bereits digitale Prüfungsformate, die Sie auch Ihren Kolleg*innen empfehlen wollen? 
Dann melden Sie sich gern bei uns: dias(at)ph-karlsruhe.de.

Ich bin Psychologin und habe bisher im Bereich Innovationsforschung gearbeitet. Im Projekt DiAs interessieren mich insbesondere die Möglichkeiten der Digitalisierung im Bereich formativer Assessments und deren Effekte auf Lernleistung.
Carolin Baumann
Fakultät A
Ich lehre und forsche in der Deutschdidaktik und begeistere mich vor allem für den Einsatz digitaler Medien in Schulpraxis und Hochschullehre. Im Projekt DiAs motiviert mich die Chance, die Lehr-/ Lernmethoden, Lernziele und Prüfungsformen einer Lehrveranstaltung durch digitale Formate noch besser aufeinander abzustimmen.
Tina Neff
Fakultät A
Als Mitarbeiter in der Geographie befasse ich mich unter anderem mit den Möglichkeiten des Prüfens in der Virtuellen Realität. Am DiAs-Projekt gefällt mir insbesondere der Blick über den Tellerrand, den die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fächern ermöglicht.
Erbil Yilmaz
Fakultät B

Finanzierung von Technik für digitale Prüfungen

Im Zuge der ersten Ausschreibung werden zwei Projekte gefördert.

Das Projekt DiAs - Digital Assessment – Digitales, kompetenzorientiertes Prüfen an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe - unterstützt, innovative digitale Prüfungs- und Assessmentformate finanziell. Dank unseres Fördergebers, der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, können insgesamt 50.000€ an innovative Konzepte vergeben werden. Die Mittel werden auf zwei Ausschreibungen à 25.000€, eine im Frühjahr und eine im Herbst 2022, verteilt.

Kompetenzerfassung per Videoannotation: Professional Vision und Klassenführung

Jun.-Prof. Dr. Samuel Merk

Professionelle Unterrichtswahrnehmung und Classroom Management gelten als zentrale generische Basiskompetenzen erfolgreichen unterrichtlichen Handelns. Sie werden als latente Dispositionen modelliert, weshalb die Ausprägung und Entwicklung dieser Kompetenzen nur anhand situierter Szenarien erfassbar gemacht werden kann. Die Analyse videographierter Unterrichtssequenzen kann als State of the Art dieser situierten Erfassung gesehen werden - unabhängig davon ob es sich um videographierte Unterrichtssequenzen eigenen (Peer-) Unterrichtens oder fremder Unterrichtender handelt. Das beantragte Vorhaben zielt darauf ab in bildungswissenschaftlichen Modulen, welche unterrichtliche Mikroprozesse adressieren (z.B. BAP3B, MAP1, BAS3B, MAS3B) das Potential der Genese und Annotation digitaler Videotechnologie für das formative und summative Assessment dieser Kompetenzen zu heben. Dazu soll das Studio des Lehr- Lernzentrums mit einer Full-Room-Coverage Mikrofonierung und einer Weitwinkelkamera ausgestattet werden, welche es in Kombination mit dem Opencast Annotation Tool erlauben Professionelle Unterrichtswahrnehmung und Classroom Management Techniken zu erfassen.

Etablierung eines digitalen Systems für studentisches Projekt-Peer- feedback bei der Erstellung digitaler Lehr- Lernumgebungen (Courseware / Moocs)

  • Dr. Ulf Frank Kerber (Koordinator). Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft – Fachbereich Geschichte; Seminar: Geschichte digital
  • Prof. Dr. Isabel Martin. Institut für Mehrsprachigkeit – Fachbereich Englisch; Seminar Mediadidactic competence: Developing learning paths & DST for English grammar teaching
  • Jun. Prof. Dr. Nadine Anskeit. Institut für deutsche Sprache und Literatur - Fachbereich Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik. Seminar: Digitale Lernpfade in der Grundschule
  • Dr. Anne Frenzke-Shim. Institut für deutsche Sprache und Literatur - Fachbereich Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik; Seminar: WebQuests im Deutschunterricht
  • Marie Tuchscherer, M.A. Institut für Ökonomie und ihre Didaktik; Seminar: Theoretische Grundlagen der Ökonomiedidaktik: Aufbau einer dynamischen Wissensdatenbank für die Didaktik des Faches Wirtschaftslehre mit Hilfe von Wikis

Eine zentrale Aufgabe bei der Förderung digitaler Kompetenzen im Lehramtsstudium stellt die Transformation bisheriger pädagogischer Strategien der Unterrichtsplanung und –gestaltung in Form von Online-Kursen und Blended Learning Arrangements dar. Dabei ist es von besonderem Interesse, dass die Lernenden nicht nur über technische Fähigkeiten zur Implementation verfügen, sondern zudem in der Lage sind, digitale Lehr-Lernumgebungen nach didaktischen und medienpädagogisch sinnvollen Kriterien zu gestalten (Instruktionsdesign & Mediendidaktik). Eine wichtige Rolle spielt dabei – neben einer intensiven Beratung und Betreuung durch formatives Feedback der Lehrenden – das sog. Peer-Feedback. Dabei sollen sich die Studierenden gegenseitig bei der Bewertung und Weiterentwicklung ihrer Prüfungsleistungen unterstützen und beraten. So können Studierende begutachten und bewerten, was andere Gruppen für sinnvolle oder weniger sinnvolle Fortschritte gemacht haben. Zudem können sie dadurch ihr erworbenes Wissen über die Gestaltung von digitalen Lernszenarien selbst kritisch reflektieren und auf andere Problemlösevorschläge als nahen Transfer anwenden. Das Projekt wird im Fächerverbund Deutsch, Englisch, Geschichte & Wirtschaftslehre durchgeführt und erprobt.

Der nächste Termin für Einreichungen folgt im Herbst 2022!

Projektaufbau

Im Projekt DiAs stehen unter der Führung der Hochschulleitung das Prüfungsamt und die Projektkoordination im Austausch mit den beiden Fakultäten: Das sind die Geistes- und Humanwissenschaften auf der einen Seite und die Natur- und Sozialwissenschaften auf der anderen Seite. Dazu sind an beiden Fakultäten Projektmitarbeitende mit den Prüfungsberechtigten in den Fächern in Kontakt. Es werden innovative summative Formate (Wissensabfrage und Anwendung), aber auch formative Formate (Lernstandsanalysen) entwickelt. Dieser Struktur stehen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Institut für Informatik und digitale Bildung, sowie dem Zentrum für Informationstechnologie und Medien zur Seite.

Rahmenbedingungen optimieren und Supportstruktur stärken

Es wird ein Evaluationsinstrument entwickelt, um die Qualität digitaler Prüfungsformen und –aufgaben zu bestimmen. Dieses fokussiert zum Beispiel, inwiefern den Studierenden die angestrebten Lernergebnisse im Vorfeld bekannt waren sowie die Eindeutigkeit der formulierten Prüfungsfragen. Außerdem erfasst es die Akzeptanz der durchgeführten digitalen Prüfungen bei den Studierenden, um weitere Prüfungen stetig zu optimieren. Das Evaluationsinstrument ist an verschiedenen Prüfungen erprobt (pilotiert) und gegebenenfalls optimiert.

Rahmenbedingungen optimieren und Supportstruktur stärken

Es werden hochschulrechtliche Aspekte für das digitale Prüfen abgeklärt und auf struktureller Ebene in den Prüfungsordnungen verankert. Zudem werden datenschutzrelevante Voraussetzungen beim digitalen Prüfen bestimmt und ein Supportangebot für Lehrende etabliert beziehungsweise Datenschutzrichtlinien allen Lehrenden und Studierenden transparent gemacht. Darüber hinaus finden Beratungen mit den Fächern zu technischen Voraussetzungen und Strukturen, die für die Studierenden und Lehrenden notwendig sind, statt.

Entwicklung und Verstetigung innovativer Ansätze

Es werden Innovative Prüfungsformate und -aufgaben entwickelt und evaluiert, die entlang von "Constructive Alignment" die angestrebten Lernergebnisse abprüfen. Dazu werden innovative, digitale Prüfungsformen und -aufgaben auf der Lernplattform Innovation Space implementiert.

Projektbeteiligte

Leitung

Projektleitung

Projektkoordination / Prüfungsamt

Informatik und Digitale Bildung

Geistes- und Humanwissenschaft

Natur- und Sozialwissenschaft

Professorin für Geographie
Sprechstunden (Anmeldung über Stud.IP)
in der VL-Zeit: Mittwoch 11.45 - 13.15 Uhr,
Präsenz oder Online als BBB-Meeting in der Stud.IP Veranstaltung Sprechstunde
in der VL-freien Zeit: Siehe Ankündigung in Stud.IP

Zentrum für Informations­technologie

Letzte Änderung: 29.06.2022
Für den Inhalt verantwortlich: bernhard.standl@ph-karlsruhe.de