Quantitative Studie des Instituts für islamische Theologie/Religionspädagogik

Engagementbereitschaft bildungsnaher muslimischer Jugendlicher und junger Erwachsener

Bereitschaft für soziales Engagement ist eine wichtige Triebfeder der Zivilgesellschaft. Sie schafft einen Zusammenhalt, der als Gemeinsinn die Grundlage unserer demokratischen Ordnung bildet. Dieser Gemeinsinn kann in einer offenen Gesellschaft nicht staatlich verordnet werden. So lebt der Staat nach dem bekannten Böckenförde-Diktum von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen kann. Auch wenn in dieser Hinsicht alle demografischen Teilgruppen der Gesellschaft gefragt sind ihren Teil zur sozialen Kohäsion beizutragen, adressiert diese Studie besonders eine Gruppe, deren Anteil in Deutschland wächst: die muslimischen Mitbürger*innen. Der Fokus liegt hierbei auf den jungen, bildungsnahen Muslim*innen. Gerade diese Gruppe erscheint höchst relevant für die weitere Entwicklung von muslimischer Partizipation in der deutschen Gesellschaft – nicht zuletzt deswegen, weil davon auszugehen ist, dass ihre Zahl zukünftig noch wachsen wird.

Projektübersicht
BeteiligtePädagogische Hochschule Karlsruhe und SINUS Institut Berlin
VerantwortlicheJörg Imran Schröter und Marc Calmbach
FörderungRobert Bosch Stiftung
Laufzeit01.10.2018 bis 30.06.2020
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Nach Ergebnissen einer Studie des US-Forschungsinstituts Pew dürfte der Anteil der Muslim*innen in Deutschland bis 2050 auch ohne Zuwanderungen steigen. Selbst bei einem Szenario mittlerer Zuwanderung geht man derzeit von einem Zuwachs von geschätzten sechs Prozent auf elf Prozent aus.

Eine solche absehbare gesellschaftliche Veränderung wirft viele Fragen für die Zukunft auf. Eine davon ist, wie sich die spezifische Gruppe junger, bildungsnaher Muslim*innen in Deutschland zum sozialen Engagement verhält. Die Bereitschaft für soziales Engagement wird hier als Marker für eine positive gesellschaftliche Wirkung von Religiosität gesehen, die zu Partizipation, also stärkerer Teilhabe an der Gesamtgesellschaft, führen kann.

Auch wenn die Studie nicht repräsentativ ist für die Gesamtheit aller Muslim*innen in Deutschland, wirft der Fokus auf die Gruppe junger formal hochgebildeter Muslim*innen interessante Schlaglichter auf diesen wenig wahrgenommenen Teil der Gesellschaft und auch auf die mögliche Entwicklung der Hochschullandschaft, nicht zuletzt mit Blick auf die zunehmende Etablierung einer islamischen Theologie und Religionspädagogik in Deutschland.
Jun. Prof. Dr. Jörg Imran Schröter
Institut für Islamische Theologie/Religionspädagogik

Die Studie hatte das Ziel, die Beweggründe für soziales Engagement junger Muslim*innen besser zu verstehen. Es sollte herausgefunden werden, inwiefern muslimische Religiosität einem sozialen Engagement und damit auch weiterer gesellschaftlicher Partizipation förderlich oder aber eher abträglich ist. Aktuell werden in mehreren Bundesländern Deutschlands islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen eingeführt und auch Institute für islamisch-theologische Studien an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten aufgebaut. Auch hiervon erhofft man sich letztendlich positive gesamtgesellschaftliche Wirkungen.

Die Ergebnisse der Studie sollen daher zum einen die akademisch-pädagogische Debatte im Hinblick auf den Ausbau des islamischen Religionsunterrichts und der islamisch-theologischen Studien an Hochschulstandorten in Deutschland bereichern, sowie zum anderen praxisrelevante Einblicke für Lehrkräfte, Erzieher*innen sowie Akteure der Jugendarbeit liefern. Nicht zuletzt mag es aus der Studie auch Impulse in Richtung der Vereine und Moscheegemeinden geben, da die erhobenen Daten auch für die weitere Entwicklung von Engagementangeboten dort interessant sein dürften.

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Letzte Änderung: 08.07.2020
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